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Streit um Pavillon am Neustädter Markt

Die Gesellschaft Historischer Neumarkt will auch bei der Gestaltung des Königsufers vor Ort sein. Dem wird heftig widersprochen.

Torsten Kulke von der Gesellschaft Historischer Neumarkt träumt vom Pavillon in der Neustadt, doch es gibt Gegenwind.
Torsten Kulke von der Gesellschaft Historischer Neumarkt träumt vom Pavillon in der Neustadt, doch es gibt Gegenwind. © Sven Ellger

Dresden. Eigentlich hat die Gesellschaft Historischer Neumarkt ihren Infopavillon am Pirnaischen Platz. Da sich die Neumarkt-Hüter um Torsten Kulke nun auch der Neustadt verschrieben haben, wollen sie eine Dependance.

Der Bauausschuss befürwortet dies mehrheitlich. Nun soll der Stadtrat darüber entscheiden. Es gebe gute Argumente, das abzulehnen, sagt SPD-Stadtrat Vincent Drews.

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Bei der Gestaltung des Königsufers und damit des Neustädter Marktes, redet die Gesellschaft Historischer Neumarkt ein gewichtiges Wort mit.

Kulke will deshalb die Turmhaube des Neustädter Rathauses ab 2023 als Informationszentrum in der Neustadt nutzen. Die Stadt solle es nachbilden und dem Verein das Objekt kostenfrei zur Verfügung stellen, so der Plan.

Doch Drews sagt: "Die Neustadt ist nicht der Neumarkt." Das Areal solle dem Verein nicht zur Verfügung gestellt werden, damit die Gesellschaft ihre Vorstellungen von der Gestaltung des Neustädter Marktes und des Königsufers präsentieren kann.

"Das Ziel der Gesellschaft ist der Wiederaufbau der historischen Stadtstruktur von vor 1945 auch nördlich der Großen Meißner Straße/Köpkestraße", so Drews. "Das kann ich mir für den Neustädter Markt nicht vorstellen." Der Neustädter Markt sei eine funktionierende Stadtstruktur. "Dieses Kapitel der Baukultur ist erhaltenswert und gehört genauso zur Geschichte Dresdens. Der Platz lebt heute von seiner Weite und Begrünung und die Außengastronomie von Watzke und Co. ist beliebt und gut besucht."

Es fehle laut Drews nicht die enge, gassenartige Bebauung der Vorkriegszeit, sondern eine Sanierung des heutigen Bestands. "Dazu gehört, dass auch der zweite Brunnen wiederhergestellt und in Betrieb genommen wird. Dazu gehören ebenso eine Erneuerung der Bodenplatten und damit die Beseitigung von Stolperstellen wie Fugen und Rissen in den Platten."

Der Platz solle als Freiraum langfristig erhalten bleiben, statt ihn mit neuen Gebäuden zu verengen. "Es hat eben auch Gründe, warum keiner der Wettbewerbsteilnehmer zur Gestaltung des Neustädter Marktes eine vorstellbare Idee für eine Bebauung entwickeln konnte."

Auch die Wohnbebauung am Neustädter Markt und entlang der Hauptstraße sei ein funktionierendes Quartier. "Für mich kommen Fantastereien wie ein Abriss der Plattenbauten zur Wiederherstellung der historischen Stadtstruktur nicht in Frage", stellt Drews klar. "In einer wachsenden Stadt mit steigenden Mieten müssen bestehende Wohnungen erhalten werden."

Was zur Altstadt passe, müsse nicht für die Neustadt der richtige Weg sein. "Das spricht nicht gegen den Plan, die Gebäude zwischen dem Blockhaus und dem Hotel Bellevue zu rekonstruieren, jedoch gegen eine Rekonstruktion des gesamten Platzes", so der SPD-Stadtrat. "Dresden würde an Vielfalt gewinnen und interessanter werden, wenn auch in einem sehr innerstädtischen Bereich wie dem Neustädter Markt eine hochwertige Gestaltung aus unserer heutigen Zeit ihren Raum bekommt."

Wenn der Wiederaufbau der alten Stadtstruktur nicht denkbar ist, brauche es auch kein Informationszentrum, das diese Idee präsentiert. "Zumindest nicht in so exponierter Lage mit einer nachgebauten Turmhaube, für die kostenfrei öffentlicher Raum zur Verfügung gestellt wird", meint Drews.

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Es sei legitim, dass die Gesellschaft ihre Vorstellungen präsentiert. "Niemand hindert sie, sich dafür ein Ladenlokal entlang der Hauptstraße zu mieten und sich dort einzurichten", so Drews Vorschlag.

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