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Der Dynamo-Spieler, dem eine Amputation drohte

Die Karriere von Tim Knipping wäre nach einem Schienbeinbruch beinahe vorzeitig beendet gewesen. Für den Wechsel nach Dresden stieg der Verteidiger freiwillig ab.

Tim Knipping hatte in den vergangenen Jahren viel Pech mit Verletzungen. Einmal war es sogar dramatisch.
Tim Knipping hatte in den vergangenen Jahren viel Pech mit Verletzungen. Einmal war es sogar dramatisch. © Lutz Hentschel

Dresden. Er war der erste von bisher zwölf Neuzugängen nach dem Abstieg von Dynamo. Auch Tim Knipping stieg ab, vom Zweitligisten Jahn Regensburg zum Drittligisten nach Dresden. Bei seinem neuen Verein erhofft er sich das, was er bei den Bayern zuletzt nicht mehr bekam: regelmäßige Einsätze. Mit seinen 27 Jahren und seinen Stationen bringt er jedenfalls viel Erfahrung mit und könnte sich zu einem der Führungsspieler im neuformierten Kader entwickeln

Im Gespräch mit Dynamo-TV überrascht der Innenverteidiger mit einer Aussage, die man so selten hört im Profi-Fußball. "Es kommt nicht darauf an, ob man ein paar Euro mehr oder weniger auf dem Konto hat.  Mann muss das machen, was einen glücklich macht", antwortet Kipping auf die Frage, warum er freiwillig abgestiegen ist. Er sei ein Spieler, der über Emotionen und Leidenschaft komme, sagt er. "Und dafür steht Dynamo wie kein zweiter Verein in Deutschland." 

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Mit dem Hubschrauber in die Klinik

Es fehlte nicht viel, und Kippings Karriere wäre längst zu Ende gewesen. Am vorletzten Spieltag der Saison 2017/18 schaffte er mit dem SV Sandhausen trotz einer Niederlage gegen den 1. FC Nürnberg den Klassenerhalt, brach sich wenige Minuten vor dem Abpfiff jedoch das Schienbein. Mit einem Rettungshubschrauber musste er in die Klinik geflogen werden. Es folgten acht Operationen. Zwischenzeitlich drohte sogar die Amputation des linken Unterschenkels. "Bei der zweiten Not-OP wurde das Bein quasi aufgespalten. Als ich aufwachte, war das wie ein Schlag ins Gesicht. Sehr, sehr hart", erzählt er in dem Interview. Sein Vater war im Stadion und dann auch im Krankenhaus an seiner Seite. "Meine Familie war da sehr wichtig", sagt er.

Ein halbes Jahr nach der schwierigen Verletzung stand Knipping wieder auf dem Platz - mit einem Nagel im Schienbein. Den trägt er bis heute. "Es ist quasi doppelt gesichert. Jetzt müsste schon ein Traktor drüberfahren, damit was passiert." Den Humor hat er nicht verloren. Neben dem Nagel erinnert ihn noch eine 37 Zentimeter lange Narbe an die dramatischen Wochen.

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