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Wieder Leben auf dem Ponyhof

Ein Feuer zerstörte den Stall von Siegfried Horn. Dank vieler Spenden und Helfern hat der Oberhermsdorfer diesen wieder aufgebaut.

Siegfried Horn mit Ponystute Wolke vor dem nach einem Brand durch Spenden wieder aufgebauten Stall.
Siegfried Horn mit Ponystute Wolke vor dem nach einem Brand durch Spenden wieder aufgebauten Stall. © Egbert Kamprath

Siegfried Horn hat eine bewegte Zeit hinter sich. In der Silvesternacht brannte der Stall ab, in dem auch seine Ponys untergebracht waren. Die Tiere konnten in letzter Minute vor den Flammen gerettet werden. Nachbarn hatten sie herausgetrieben. Das Fohlen musste rausgeschoben werden.

Obwohl die Feuerwehr sehr schnell vor Ort war, kam für den Stall jede Hilfe zu spät. Auch der Traktor, der Pferdeanhänger, das hochwertige Pferdegeschirr und die vier Reitsättel waren nicht mehr zu retten. Sie wurden Opfer der Flammen und des Löschwassers. Nun, rund drei Monate nach dem Unglück, steht der Stall wieder. "Ich bin heilfroh", sagt der Oberhermsdorfer und zeigt auf das wiedererbaute Gebäude. "Der ist schön geworden."

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Kurz nach dem Brand war der Oberhermsdorfer ziemlich resigniert. Wie soll der Wiederaufbau gelingen, fragte er sich Anfang des Jahres. Er dachte sogar laut darüber nach, die Ponyzucht ganz aufzugeben. Und das schweren Herzens, denn sie ist seit vielen Jahren sein Hobby. Horn hält als einer der wenigen Züchter Welsch-Ponys. "Das ist eine ganz seltene Rasse", sagt der Oberhermsdorfer, der auch Mitglied im Pferdezuchtverein Sachsen/Thüringen ist.

Welsch-Pony-Zucht wird weitergeführt

Dass er die Zucht weiterführen kann, liegt an der großen Unterstützung aus der Nachbarschaft und der Region, für die er sehr dankbar ist. Noch in der Silvesternacht sammelten die Partygäste in der benachbarten Gastwirtschaft "Glück Auf" Geld, das Siegfried Horn unmittelbar danach bekam. Seine Töchter Nadin und Nancy starteten gleich nach dem Brand eine Spendensammlung im sozialen Netzwerk Facebook. Die Resonanz war überwältigend. Kurz nach der Veröffentlichung des Aufrufs gab es die ersten Zusagen. Am Ende gingen über den Facebook-Aufruf über 4.000 Euro auf das Spendenkonto ein. 110 Menschen hatten an dieser Aktion teilgenommen.

Auch Claudia Dornig ließ das Schicksal ihres Nachbarn Siegfried Horn nicht kalt. "Er ist unverschuldet in eine Misere geraten", sagt sie. Ihm musste geholfen werden. Auch sie richtete ein Konto ein und bat über das Amtsblatt um Spenden. Außerdem startete sie mit ihren Enkelkindern eine Sammlung. Die Kleinen waren gern dabei. Schließlich konnten sie auf den Ponys des Nachbarn schon mal reiten. "Die Töchter von Herrn Horn hatten das organisiert." An drei Tagen ging Claudia Dornig mit den Kleinen von Haus zu Haus - und das sehr erfolgreich. Jeder gab etwas. Einige spendeten fünf Euro. "Das waren aber die wenigsten. Die meisten gaben zwischen zehn und zwanzig Euro", erinnert sie sich. Am Ende kamen bei dieser Sammlung über 2.200 Euro zusammen. Noch heute muss sie darüber schmunzeln, wie die Straßensammlung endete. Eigentlich wollte sie diese schon abrechnen. "Da fanden wir noch zwei Cent auf der Straße", erinnert sich die Oberhermsdorferin. Und dann spendete noch einer, den sie zufällig traf. "So kamen wir auf die exakte Summe von 2.222,22 Euro."

In der Silvesternacht brannte der Stall mit Scheune komplett ab. 
In der Silvesternacht brannte der Stall mit Scheune komplett ab.  © Freiwillige Feuerwehr Wilsdruff/Falk Arnhold
Das war nach dem Brand übrig geblieben. Auch der Traktor war nicht mehr zu retten.
Das war nach dem Brand übrig geblieben. Auch der Traktor war nicht mehr zu retten. © Andreas Weihs
Siegfried Horns Ponys konnten noch vor dem Feuer gerettet werden.
Siegfried Horns Ponys konnten noch vor dem Feuer gerettet werden. © Andreas Weihs

Siegfried Horn ist gerührt, wenn er über seine Helfer und die vielen Spender spricht. "Das war alles sehr ergreifend". Doch nicht nur Privatleute halfen ihm. Auch mehrere Firmen unterstützten ihn tatkräftig beim Aufräumen und Wiederaufbau. Er bekam auch Sachspenden. Der Aufbau des Stalles war trotz alledem sehr teuer. 35.000 Euro hat er bisher ausgegeben. Einige Leistungen stehen noch aus.

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Trotz allen Unglücks hatte er doch Glück, sagt er. Denn der Winter war mild und die Corona-Krise noch weit weg. In der gegenwärtigen Zeit wäre der Aufbau sicher nicht so schnell vorangekommen, glaubt er. So ist er schon Mitte März soweit fertig geworden, dass die Ponys den neuen Stall beziehen konnten. Seine Tiere haben die dramatische Silvesternacht noch nicht vergessen. Bei der Stute, die in den nächsten Tagen Nachwuchs erwartet, sitzt der Schock zwar noch tief, erzählt er. Doch mit der Zeit wird sich dies hoffentlich wieder legen. "Nun freuen wir uns auf das Fohlen und hoffen, dass es gesund zur Welt kommt", sagt Tochter Nancy.

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