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„Wir brauchen noch ein paar Stimmen“

Die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock kämpft in Sachsen um ihren Wahlerfolg. Dafür tritt sie ausnahmsweise mit einem Parteikollegen auf.

Einer der seltenen gemeinsamen Wahlkampfauftritte: Robert Habeck, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, und Annalena Baerbock, Kanzlerkandidatin und Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünenin Leipzig.
Einer der seltenen gemeinsamen Wahlkampfauftritte: Robert Habeck, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, und Annalena Baerbock, Kanzlerkandidatin und Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünenin Leipzig. © Kay Nietfeld/dpa

Leipzig. Auf dem grauen Wilhelm-Leuschner-Platz am Rande der Leipziger Innenstadt, der sonst einer Betonwüste gleicht, wippen Freitagabend grüne Hüpfburgen und Trampolins im Takt springender Kinder. Auf einer runden Bühne steht vor mehr als 1.000 Menschen Annalena Baerbock im gelben Mantel und bittet um Stimmen. „Wir brauchen bei diesen Umfragen noch ein paar Stimmen mehr, damit wir dieses Land verändern können“, ruft die Kanzlerkandidatin. „Eine Bundesregierung ohne Grüne ist wie Klima ohne Schutz.“ Vor ihr hat schon Robert Habeck die Bürgerrechtsmentalität vieler Leipziger im Herbst 1989 beschworen. „Wir knüpfen in Leipzig an diese Tradition wieder an“, sagt Habeck. „Wir wollen die Polarität von Freund und Feind überwinden.“

Es ist bundesweit einer der eher wenigen gemeinsamen Wahlkampfauftritte des Grünen Spitzen-Duos. Zuvor haben sie schon unabhängig voneinander in Sachsen gesprochen, Habeck in Dresden, Baerbock in Chemnitz. Am Abend treffen sie sich in Leipzig, der Platz ist voll und sie ernten viel Applaus. Baerbock spricht sehr sozialdemokratisch über Kindergrundsicherung und Bildungsgerechtigkeit, einen Mindestlohn von 12 Euro, eine garantierte Grundrente – und ein früheres Ende der Braunkohle. „Was nützen uns Elektroautos, wenn sie noch 17 Jahre mit Braunkohlestrom fahren“, sagt Baerbock. „Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit gehören ganz, ganz eng zusammen. Kein Klimaschutz ist die größte Gefahr für den Wohlstand in diesem Land.“

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