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Inflation in Sachsen steigt auf fünf Prozent

Ein typischer Warenkorb in Sachsen kostet jetzt fünf Prozent mehr als vor einem Jahr. Dabei sind im November manche Preise gesunken.

Von Georg Moeritz
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Einkaufen ist spürbar teurer als voriges Jahr. Ein Grund: Damals war die Mehrwertsteuer wegen Corona zeitweilig verringert worden.
Einkaufen ist spürbar teurer als voriges Jahr. Ein Grund: Damals war die Mehrwertsteuer wegen Corona zeitweilig verringert worden. © Anne Dedert/dpa

Dresden. Die Inflationsrate steigt rasch weiter: In diesem November hat sie in Sachsen fünf Prozent erreicht, wie das Statistische Landesamt am Montag in Kamenz mitteilte. Für Oktober hatten die Kamenzer Statistiker noch 4,5 Prozent Inflationsrate gemeldet, für September 4,1 Prozent. Damit ist jeweils die Teuerung für einen typischen Warenkorb innerhalb eines Jahres gemeint.

Die Preise an den Tankstellen und beim Heizölkauf sind erheblich höher als vor einem Jahr. Das Landesamt hat 21,6 Prozent Teuerung bei den Energiepreisen insgesamt ermittelt. Wegen Corona und gesunkener Nachfrage waren manche Brennstoffe vor einem Jahr allerdings vergleichsweise billig. In der zweiten Hälfte des vorigen Jahres war auch die Mehrwertsteuer gesenkt worden, zum Januar wurde sie wieder auf den alten Stand erhöht. Nahrungsmittel sind im Schnitt jetzt 4,6 Prozent teurer als vor einem Jahr.

Die Bundesbank hatte mitgeteilt, sie halte einen sprunghaften Anstieg der Inflation in Deutschland auf fast sechs Prozent im November für möglich. Die Experten rechnen damit, dass die Teuerungsrate in den folgenden Monaten des kommenden Jahres wieder nach und nach abnimmt: "Sie könnte aber noch für längere Zeit deutlich über 3 Prozent bleiben."

Zutaten für Adventsbäckerei teurer

Die Kamenzer Statistiker sahen sich wegen der Adventszeit in diesem Monat vor allem die Preise für die Backzutaten an. Spürbare Preissteigerungen verzeichneten demnach im Jahresvergleich Eier (17,4 Prozent), Butter (16,2 Prozent) sowie Margarine und andere pflanzliche Fette (11,0 Prozent). Gleichermaßen waren Milch (3,8 Prozent), Zucker (3,0 Prozent) oder Honig (1,8 Prozent) nicht mehr zu den Vorjahreskonditionen erhältlich. Daher mussten Hobbybäcker in diesem November mehr Geld für ihren Einkauf einplanen.

Doch nicht alles ist teurer geworden. Von Oktober zu November sanken die Preise insgesamt in Sachsen um 0,2 Prozent. Günstiger angeboten wurden vor allem Pauschalreisen, bei denen das Landesamt um 21,6 Prozent geringere Preise als noch im Oktober feststellte. In der Preisgruppe Freizeit, Unterhaltung und Kultur fanden die Statistiker insgesamt sinkende Preise, allerdings fällt dort wegen des Corona-Wellenbrechers jetzt viel aus.

Mieten steigen in Sachsen langsamer als im Westen

Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden bezifferte die Inflationsrate für Deutschland insgesamt auf 5,2 Prozent im November - also etwas höher als in Sachsen mit 5,0 Prozent. Ein Grund für den Unterschied sind die Mieten. Die sächsischen Statistiker melden 0,8 Prozent höhere Kaltmieten als vor einem Jahr, während für Deutschland insgesamt 1,4 Prozent Erhöhung errechnet wurden. Dabei gibt es große regionale Unterschiede.

In der Tabelle der Kamenzer Statistiker stehen in diesem Monat nur wenige Preissenkungen im Vergleich zum November vorigen Jahres. Bei Bildungswesen steht eine Preissenkung um 1,3 Prozent, weil das Schulgeld beispielsweise für die Ausbildung von Alten- und Krankenpflegenden wegfiel.

Bei festen Brennstoffen wie Briketts und Holzpellets registrierten die sächsischen Statistiker ebenfalls leichte Preissenkungen im Jahresvergleich. Kleidung ist dagegen zwei Prozent teurer als vor einem Jahr. Bei Gaststättendienstleistungen steht eine Teuerung von 3,1 Prozent im Jahresvergleich - allerdings in Klammern, denn der Preisvergleich ist unter Corona-Bedingungen erschwert.