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CDU Sachsen plant Kandidaten-Rochade

Der Abgeordnete Sören Voigt erhält einen Spitzenposten in seiner Landtagsfraktion – davon profitiert Parteichef Kretschmer.

Wie viel Einfluss hatte MIchael Kretschmer auf die Beförderung des bis dato eher unbekannten Sören Voigt?
Wie viel Einfluss hatte MIchael Kretschmer auf die Beförderung des bis dato eher unbekannten Sören Voigt? © Ronald Bonss; CDU

Dresden. Am kommenden Dienstag stehen in der CDU-Landtagsfraktion wichtige Personalentscheidungen an. Gewählt werden soll unter anderem ein neuer parlamentarischer Geschäftsführer, nachdem Noch-Amtsinhaber Stephan Meyer seinen Rückzug vom einflussreichen Amt angekündigt hat. 

War das nicht schon überraschend genug – Meyer will sich bereits jetzt auf eine Kandidatur bei der Landratswahl 2022 in Görlitz vorbereiten – sorgt auch der Vorschlag für seine Nachfolge für Erstaunen. Mit dem 49-jährigen Sören Voigt soll ihm ein Abgeordneter folgen, den dafür kaum einer auf der Liste hatte.

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Ambitionen im Vogtland

In der CDU-Fraktion wird seitdem eifrig über die Personalie debattiert. Tatsächlich dürfte die geplante Beförderung vor allem mit Voigts Heimatregion Vogtland und seinen dortigen politischen Ambitionen zusammenhängen. So hat Voigt bisher nicht ausgeschlossen, bei eben den Landratswahlen 2022 den dann im Vogtland ausscheidenden Amtsinhaber Rolf Keil beerben zu wollen. 

Der Landes-CDU droht damit aber ein Problem, denn neben Voigt werden auch Klingenthals CDU-Oberbürgermeister Thomas Hennig entsprechende Ambitionen nachgesagt. Hennig – erst im Februar mit über 99 Prozent der Stimmen erneut zum Bürgermeister gewählt – gilt im Vogtland zudem als der aussichtsreichere Bewerber für den Landratsposten, der sich es notfalls sogar leisten könnte, ein CDU-internes Duell zu umgehen, indem er bei der Wahl als Parteiloser antritt. 

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Ein Horrorszenario für Sachsens CDU-Spitze unter Parteichef Michael Kretschmer. Genau das könnte man nun elegant umgehen. Christian Hartmann, Chef der CDU-Landtagsfraktion und jener, der Voigt überraschend für das Geschäftsführeramt vorgeschlagen hat, erklärte dieser Tage, er gehe davon aus, wer dieses wichtige Fraktionsamt übernimmt, behalte es sicher auch über 2022 hinaus.

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