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Brandanschlag in Dresden: Polizei nimmt Verdächtigen fest

Ein 34-Jähriger soll einen Molotowcocktail in einen Döner-Imbiss geworfen haben. Er wollte Menschen verletzen, wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor.

Am Schillerplatz hat am Dienstagnachmittag ein Unbekannter eine brennende Flasche in einen Dönerimbiss geworfen. Die Polizei hat am Donnerstag einen Verdächtigen festgenommen.
Am Schillerplatz hat am Dienstagnachmittag ein Unbekannter eine brennende Flasche in einen Dönerimbiss geworfen. Die Polizei hat am Donnerstag einen Verdächtigen festgenommen. © Tino Plunert

Dresden. Mit einem Molotowcocktail wollte er am Dienstag einen Döner-Imbiss am Dresdner Schillerplatz abfackeln. Zwei Tage nach der Tat hat die Polizei nun einen Verdächtigen.

Wie Staatsanwaltschaft und Polizei am Donnerstagvormittag mitteilten, sei ein 34-Jähriger festgenommen worden. Gegen den Polen werde wegen des Verdachts der versuchten gesundheitsgefährdenden schweren Brandstiftung und der versuchten gefährlichen Körperverletzung ermittelt.

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Versuch deshalb, weil ein größerer Brand verhindert werden konnte. Der Verdächtige soll am Dienstagnachmittag gegen 14.15 Uhr einen selbstgebauten Brandsatz in einer Glasflasche durch die offenstehende Imbisstür an der Loschwitzer Straße geworfen haben. Die Ermittler sprechen von einem Molotowcocktail.

Dem mutmaßlichen Täter sei es darauf angekommen, dass sich das Feuer ausbreite und größtmöglichen Schaden im Imbiss verursache. Außerdem habe er darauf abgezielt, mindestens einen Mitarbeiter und einen Gast durch eine Rauchgasvergiftung zu verletzen.

Doch der geworfene Brandsatz zerbrach nicht beziehungsweise explodierte nicht, sodass sich die Flammen nicht weiter ausbreiten konnten. Die aus dem Flaschenhals aufsteigende Flamme konnten Mitarbeiter des Kebab-Hauses löschen. Verletzt wurde niemand, auch ein Sachschaden entstand nicht.

Diese Flasche hat der unbekannte Täter angezündet und in den Imbiss geworfen.
Diese Flasche hat der unbekannte Täter angezündet und in den Imbiss geworfen. © Tino Plunert

Ein Imbiss-Mitarbeiter hatte den Mann, der auf einem Fahrrad in Richtung Blaues Wunder fliehen wollte, kurz an seinem Rucksack festhalten können. Der Unbekannte riss sich allerdings los und rannte weg, das Rad und seinen Rucksack ließ er zurück. Darin befand sich auch sein Ausweis.

Mit diesem Fahrrad wollte der Täter fliehen, ein Imbiss-Mitarbeiter konnte ihn allerdings festhalten. Neben dem Rad ließ der Mann bei seiner Flucht auch seinen Rucksack samt Ausweis zurück.
Mit diesem Fahrrad wollte der Täter fliehen, ein Imbiss-Mitarbeiter konnte ihn allerdings festhalten. Neben dem Rad ließ der Mann bei seiner Flucht auch seinen Rucksack samt Ausweis zurück. © Tino Plunert

Die Polizei schickte für die Suche am Dienstagabend sogar einen Hubschrauber in die Luft. Außerdem startete eine bundesweite Fahndung nach dem Mann. Auch in Polen wurde nach ihm gesucht. Doch die Suche verlief zunächst erfolglos. Am Mittwoch gelang es den Ermittlern schließlich, den Beschuldigten festzunehmen.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Dresden hat der Ermittlungsrichter des Amtsgerichts am Donnerstag einen Haftbefehl erlassen. Der Beschuldigte befindet sich jetzt in Untersuchungshaft.

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Was den Mann zu der Tat trieb, die ihm vorgeworfen wird, ist unklar. Der Verdächtige hat offenbar keine Botschaft oder andere Hinweise am Tatort hinterlassen. Die Hintergründe seien Gegenstand der aktuellen Ermittlungen, hieß es am Donnerstag. Sie würden noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Bei dem 34-Jährigen handelt es sich um jemanden, der in Deutschland bislang nicht auffällig geworden ist, so ein Polizeisprecher. In seinem Heimatland hat der Mann offenbar keinen festen Wohnsitz. (SZ/sr/noa)

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