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Drei Radtouren und eine Überraschung

Wegen Corona war in Radeberg das Anradeln im Frühjahr ausgefallen, das Abradeln soll jedoch stattfinden.

Natürlich geht es beim diesjährigen Radeberger Abradeln auch durch die Dresdner Heide, hier ein Radfahrer auf dem Gänsefuß unweit von Langebrück.
Natürlich geht es beim diesjährigen Radeberger Abradeln auch durch die Dresdner Heide, hier ein Radfahrer auf dem Gänsefuß unweit von Langebrück. © Archivfoto: Willem gr. Darrelmann

Radeberg. Eigentlich solle nach Möglichkeit bei der Ankündigung dieser Veranstaltung das Thema Corona ausgespart werden, so die Bitte des Radebergers Rolf Daehne. Weil bei der Erwähnung der Pandemie vielleicht der ein oder andere abgeschreckt und womöglich gar nicht erst mitmachen werde, wenn sich am Sonntag, 1. November, um 10.30 Uhr auf dem Markt in Radeberg wieder Freizeitradler und Rennradsportler zum obligatorischen „Abradeln“ treffen.

Dabei müsste es Daehne, der zu den Mit-Organisatoren dieses Events gehört, doch eigentlich besser wissen, befindet sich doch gerade in diesen Coronazeiten die westliche Welt geradezu in einem Fahrradrausch, wird doch auch im Herbst immer wieder von zahlreichen ausverkauften Fahrradläden berichtet. Sind viele Zeitgenossen in den vergangenen Monaten vom Auto, von den öffentlichen Verkehrsmitteln aufs Fahrrad umgestiegen.

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Da ist also schon anzunehmen, dass zum Radeberger Abradeln mehr Biker als sonst angeradelt kommen werden. Daehne erzählt davon, dass die Teilnehmerzahlen in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen sind. So hofft er in diesem Jahr auf rund 100 Radler. „Vielleicht werden es sogar mehr“, so der 53-jährige Radeberger, der seit acht Jahren, gemeinsam mit der ins Leben gerufenen Arbeitsgemeinschaft „Radwege“, dem Epilepsiezentrum Kleinwachau und der Lauf- und Radsportgruppe Radeberg „Collo“ zu dieser traditionellen Sternfahrt einlädt.

Genehmigung für Hygienekonzept war problemlos

Waren es beim Abradeln im vergangenen Jahr noch fünf Radstrecken, sind es dieses Mal jedoch nur drei. Der Grund: Man wolle die Gruppen bei den Ausfahrten kompakter haben, so Daehne. Die im vergangenen Jahr erstmals eingeführte „E-Bike-Weitblick-Tour“, die über 25 Kilometer führte, wird nicht angeboten. 

Obligatorisch für diese Veranstaltung ist die sieben Kilometer lange Familientour, die „für Kinder leicht zu schaffen ist“, so Daehne. Dann gibt es die Napoleon-Stein-Tour, die nach Dresden-Weißig geht und eine Gesamtlänge von 20 Kilometern hat. Auf der man sich, so viel lässt Daehne durchblicken, beim Pausenstopp in Weißig auf eine kleine Überraschung einstellen darf. Selbstverständlich haben die Organisatoren auch an die ambitionierten Hobby-Rennradler gedacht. Deren rund 50 Kilometer lange Ausfahrt führt ebenfalls auf einer attraktiven Strecke durch die Region.

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Natürlich mussten auch die Organisatoren für diese „Freizeitsportveranstaltung ohne Zuschauer“ ein Hygienekonzept einreichen. Die Genehmigung sei aber problemlos gewesen, so Daehne, der sicher das ist, was man einen „leidenschaftlichen“ Radler nennt. Den Weg zur Arbeit nach Dresden-Klotzsche legt er selbstredend mit seinem E-Bike tagtäglich zurück. Im Schnitt kommt der Radeberger pro Jahr auf rund 4.000 Radkilometer. 

Der ehemalige Grünen-Stadtrat weiß sich in guter Gesellschaft: „Bei uns in der Stadt gibt es eine Menge Wind-und-Wetter-Fahrer.“ Und ja, auch wenn Daehne das C-Wort ungern hört, aber gerade wegen Corona stürzen sich nun die Menschen wie verrückt aufs Rad. Wegen der Fitness, der frischen Luft und weil die Ansteckungsgefahr auf dem Drahtesel gegen null tendiert.

Corona lässt Zahl der Radfahrer steigen

Wie es in der Bierstadt mit der Zweirad-Mobilität zu Vor-Corona-Zeiten aussah, das weiß Radexperte Daehne ebenfalls. Zwölf Prozent aller Wege legten die Bewohner in der Stadt mit dem Rad zurück, so das Ergebnis einer Studie des ADFC, des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs. Nun, das dürfte sicher in den vergangenen Monaten etwas mehr geworden sein, denn natürlich sind auch in Radeberg etliche Bewohner aufs Rad umgestiegen. Auch eine solche Veranstaltung wie das Radeberger Abradeln kann mit dazu beitragen, die Lust am Radfahren noch weiter zu fördern.

Endpunkt der drei Touren ist in der Mittagszeit die Hüttermühle. Dort gebe es natürlich eine Stärkung für alle Teilnehmer, so Daehne, der aber darauf hinweist, dass man auf Livemusik beim Ausklang in diesem Jahr verzichten müsse. Wichtig ist den Organisatoren, dass alle teilnehmenden Gruppen, natürlich mit dem verordneten Mindestabstand, ins Gespräch kommen, um sich über die Eindrücke der Sightseeing-Touren auszutauschen. 

Von den Teilnehmern werden etliche sicher auch in diesem Winter pedalierend unterwegs sein. Schließlich, so Daehne, sei dieses Abradeln nur als „symbolisches Ende der Radsaison“ zu betrachten. Die Zahl der Allwetterradler, sie steigt also in der Bierstadt. In diesem Jahr sicher auch wegen Corona.

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