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Feierabend für die Dienstälteste

Generationswechsel im Rathaus: Brigitte Meyer, in der Gemeinde Weinböhla für den Tiefbau zuständig, geht nach 35 Jahren in den Ruhestand.

Brigitte Meyer hat im Tiefbauamt viele Projekte für die Gemeinde Weinböhla mit umgesetzt. Nun blickt sie mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf den Abschied in den Ruhestand. Man könne jederzeit mit Fragen zu ihr kommen, sagt sie: „Ich bin
Brigitte Meyer hat im Tiefbauamt viele Projekte für die Gemeinde Weinböhla mit umgesetzt. Nun blickt sie mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf den Abschied in den Ruhestand. Man könne jederzeit mit Fragen zu ihr kommen, sagt sie: „Ich bin © Arvid Müller

Noch zu DDR-Zeiten, nämlich 1985, hat Brigitte Meyer in der Gemeindeverwaltung Weinböhla angefangen. Nachdem sie im Uhrenwerk Glashütte Mechaniker mit Abitur gelernt und in Bautzen an der Ingenieurschule Maschinenbau studiert hatte, hat sie in der Gemeindeverwaltung in der Abteilung Finanzen gearbeitet, „dann habe ich ab 1990 das Gewerbeamt geleitet, und zum 1. März 1993 bin ich unter Bürgermeister Franke ins Tiefbauamt versetzt worden“.

Damit ist Brigitte Meyer die dienstälteste Mitarbeiterin in der Gemeindeverwaltung Weinböhla und am letzten Tag des Monats ist ihr letzter Arbeitstag. Sie zählt zu den „Pionieren der ersten Stunde, die nach der politischen Wende die Geschicke der Gemeinde durch ihre Arbeit viele Jahre mitbestimmten“, wie es Bürgermeister Siegfried Zenker (CDU) in seiner Neujahrsansprache formulierte.

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„Die 35 Jahre im Bauamt sind nicht langweilig gewesen. Wir haben in meiner Zeit insgesamt 56 Kilometer Kanal gebaut und meist auch die Trinkwasserleitungen gleich mitgezogen. Dadurch kenne ich jede Straße und jedes Rohr“, erklärt sie. Bis 1990 war beides in Weinböhla ein Problem: Die Abwasserentsorgung und die Wasserversorgung. Die Gemeinde hatte gerade einmal drei Kilometer Altkanal, dass das Abwasser versickerte, war in Weinböhla Gang und gäbe. „Dabei ist natürlich das Grundwasser belastet worden. Das Grund- und Trinkwasser war nitratbelastet. Als ich 1979 hergezogen bin mit einem kleinen Baby, durfte ich ihm kein Leitungswasser geben. Ich habe damals Bezugsscheine für Selterswasser bekommen.“

Erst, als 1986 die Wasserleitung von Rödern nach Weinböhla gebaut wurde, ist das Wasserproblem in der Gemeinde gelöst worden. Die Zeit der Wasserwagen, die ab Mai, Juni zur Versorgung der Bürger kamen, war vorbei: „Das war ein Riesenfortschritt.“

Die größten Bauprojekte nach 1990 für Brigitte Meyer waren die großen Kanäle unter dem Rathausplatz, in der Dresdner Straße und am Elbgaubad, wo auch die Regenrückhaltebecken unter der Erde gebaut wurden. „Die schönsten Aufgaben waren die Kirchplatzgestaltung mit der Offenlegung des Gabenreichbaches und die Umgestaltung des Rathausplatzes mit dem neuen Brunnen.“

Brigitte Meyer war im Tiefbauamt quasi Einzelkämpferin, denn im Bauhof bzw. dem jetzigen Eigenbetrieb gibt es kein ingenieurtechnisches Personal. Brigitte Meyer hat die anstehenden Arbeiten betreut und die entsprechenden Aufträge an den Bauhof weitergegeben, sofern sie die Gemeinde selbst erledigen konnte. Für die anderen Arbeiten hat sie die Ausschreibungen an Fremdfirmen betreut. „Die letzte große Baumaßnahme war die Moritzburger Straße, die das Landesamt für Straßenbau gebaut hat, während die Gemeinde für die Gehwege zuständig war. Im Frühjahr folgt nun der erste Abschnitt der Köhlerstraße mit dem Ausbau der Kreuzung.“

Brigitte Meyer hatte all die Jahre aber noch mehr auf dem Tisch. So gehörte die Betreuung der Gewässer zweiter Ordnung in ihr Arbeitsgebiet, also der Bäche in der Gemeinde - das sind ungefähr 28 Kilometer - wozu etwa auch die Gräben in der Nassau auf Gemeindegebiet zählen. Zu betreuen hatte sie auch das Straßenbeleuchtungsnetz mit seinen aktuell circa 1.600 Lampen. „Und nicht zu vergessen: Der wichtigste Punkt im Tiefbauamt ist selbstverständlich das Straßennetz - insgesamt haben wir 75 Kilometer zu bewirtschaften. Wir sind natürlich auch für den Winterdienst verantwortlich.“

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