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Jetzt strahlt das Schloss-Teichhaus auch außen

Dach und Fassade des historischen Gebäudes sind fertig saniert, die Hotelzimmer in Arbeit. Die Gaststätte läuft.

Zufrieden mit dem Sanierungsergebnis am denkmalgeschützten, im Jahr 1780 entstandenen Gebäude: Das Wirtspaar Doreen und Jochen Kruschke vom Schloss-Teichhaus Moritzburg.
Zufrieden mit dem Sanierungsergebnis am denkmalgeschützten, im Jahr 1780 entstandenen Gebäude: Das Wirtspaar Doreen und Jochen Kruschke vom Schloss-Teichhaus Moritzburg. © Arvid Müller

Moritzburg. Vor nicht allzulanger Zeit war es noch ihr großer Wunsch: Das Haus, in dem sie das Restaurant Schloss-Teichhaus betreiben, möge sich endlich auch äußerlich – mit Dach und Fassade – ansprechend zeigen. So das Ziel von Doreen und Jochen Kruschke, seit 2016 in Moritzburg ansässig. Im Dezember 2017 war die Gaststätte im denkmalgeschützten Haus fertig.

Eine aufwendige Sanierung lag da schon hinter dem aus Thüringen kommenden Wirtspaar, das sich bei einem Besuch in der Gemeinde in das über 200 Jahre alte Haus gegenüber dem Schloss verliebt hatte. Und sich dann der Herausforderung seiner Wiedergeburt annahm. Nicht viele Leute konnten sich vorstellen, dass die Bauherren das ziemlich feuchte Gemäuer jemals trocken bekommen würden. Es gelang ebenso, wie sich unter anderem die Fördermittelfragen klären ließen.

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Denn ganz ohne Hilfe wäre das Projekt kaum zu stemmen gewesen. Nicht nur, dass der Verein Dresdner Heidebogen zum Fördermitteleinsatz beriet. Es wurde auch möglich, beim Fördergeld eine Teilauszahlung und Verlängerung des Abrechnungszeitraums zu erreichen. Jochen Kruschke nennt gern noch mehr Unterstützer.

 Da ist die Stammkundschaft, die den Wirtsleuten von Anfang an treu zur Seite steht. Interessierte erlebten das Haus schon, als es noch eine Baustelle war. Ihr schafft das, machten sie ihnen Mut. Das Steuerbüro hat uns unterstützt, ebenso unser Dresdner Architekt Steffen Gerhardt, der den Bau im Hintergrund begleitet, auch beim Kontakt mit dem Denkmalamt hilft, sagt der Wirt.

Für die Familie, zu der eine Tochter gehört, ist es eine besondere Freude, dass sich das Engagement gelohnt hat. Einschließlich des aktuell letzten großen Schritts, bei dem Fassade und Dach in Ordnung kamen. Jochen Kruschke spricht von einer Umsatzsteigerung von 30 Prozent durch das Verschönern der Fassade.

 Vom Schlossparkplatz aus hatte mancher Hungrige das Restaurant zuvor offensichtlich gar nicht richtig wahrgenommen. Nun strahlt es, seine Besitzer ebenso. Sie sind zufrieden mit dem Gäste-Zuspruch und damit, wie sie mit den Corona-Folgen fertig werden. In der Spitzenzeit der Pandemie, als sie gleich den anderen schließen mussten, war im Schloss-Teichhaus das Erneuern der Außenhülle dran, das Dach im März, die Fassade im April.

Der Gastraum bietet 30 Plätze, 40 weitere gibt es im Biergarten. Noch nicht zufrieden sind die Wirtsleute mit der Situation am und um den Graben zwischen dem Parkplatz und ihrem Grundstück. Der Graben müsse besser gepflegt werden, sonst läuft das ganze Wa
Der Gastraum bietet 30 Plätze, 40 weitere gibt es im Biergarten. Noch nicht zufrieden sind die Wirtsleute mit der Situation am und um den Graben zwischen dem Parkplatz und ihrem Grundstück. Der Graben müsse besser gepflegt werden, sonst läuft das ganze Wa © Arvid Müller

Mit einem gewissen Vorteil: Die Handwerker konnten durchziehen, brauchten sie sich nicht nur auf die Ruhetage zu beschränken. So wurde die Fassade in fünf Wochen geschafft. Kaum war das Gerüst weg, Mitte Mai, haben sie die Coronaauflagen umgesetzt, die Tische ausgerichtet, das Hygienekonzept erarbeitet. 

Sofort seien auch die ersten Gäste da gewesen. Wobei den Kruschkes ein weiterer Dank wichtig ist: an die Sächsische Aufbaubank, für die zügige Bearbeitung des Corona-Fördergeldes. Ein Wermutstropfen war allerdings zu verkraften. Nachdem bereits Corona das Restaurant lahmgelegt hatte, musste kurze Zeit später erneut geschlossen werden. Fünf Tage wegen einer Verpuffung in der Küche. Pfingsten haben wir wieder aufgemacht, seitdem wird durchgearbeitet, sagt Doreen Kruschke.

Ein großes Vorhaben wollen sie noch umsetzen, bis Sommer 2021: das Hotel im Obergeschoss. Viele Anfragen habe es schon gegeben, seitdem die Werbung dafür draußen ist. Ein Einzel- und drei Doppelzimmer sowie ein Appartement entstehen. Dafür sind noch Rest-Sanierungsarbeiten zu erledigen, Fliesen legen, Fußboden und Decke herrichten, tapezieren, Möbel stellen. Kleinigkeiten, aber die halten auf. Doch wenn es so weit ist, braucht das Hotel anderthalb neue Arbeitskräfte.

Eine neue Mitarbeiterin fängt bereits dieser Tage im Restaurant an. Bisher war das Wirtspaar allein, unterstützt von Mietkellnern und Aushilfen. Wen sie noch gern hätten: Einen Lehrling als Servicekraft würden sie gern ausbilden.

Auch der Azubi könnte sich dann von den Arbeitsgrundsätzen im Schloss-Teichhaus überzeugen: Frischeküche, keine Massenabfertigung, Qualität. Dazu gehört das Fleisch aus der Fleischerei Schempp. Der Renner auf der Speisekarte ist laut Gastwirtspaar Schnitzel, gefolgt von Thüringer Bratwurst und hausgemachtem Camembert.

 Doreen Kruschke: Mit der Küche haben wir uns etwas aufgebaut. Das ist offensichtlich gefragt. Bei einigermaßen gutem Wetter ist der Biergarten mittags voll, sagt Ehemann Jochen. Im Sommer begrüßen sie rund 70 Prozent Touristen, dazu die Einheimischen, im Winter ist es umgedreht.

Kruschkes kümmern sich gern um ihre Gäste, kommen oft mit ihnen ins Gespräch. Wir sind richtig angekommen, viele Freundschaften sind entstanden, sagt Jochen Kruschke. Dieses Jahr haben sie noch etwas Spezielles geplant: Eine kleine Hofweihnacht, für die sie noch Händler suchen. Für einen gemeinsamen Auftritt vor der schönen neuen Fassade.

Restaurant Schloss-Teichhaus Moritzburg: Telefon 035207 998270

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