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Ab Mai ist "Meißner" in Zitzschewig dicht

Mit fünfjähriger Verspätung will die Stadt Radebeul die marode Fahrbahn in Höhe Löma-Center auf Vordermann bringen.

Der Asphalt musste in Höhe vom Löma-Center schon oft geflickt werden. Nun strebt die Lößnitzstadt eine dauerhaftere Lösung an. Die Straße wird grundhaft ausgebaut und Fußgänger bekommen ordentliche Gehwege auf beiden Seiten.
Der Asphalt musste in Höhe vom Löma-Center schon oft geflickt werden. Nun strebt die Lößnitzstadt eine dauerhaftere Lösung an. Die Straße wird grundhaft ausgebaut und Fußgänger bekommen ordentliche Gehwege auf beiden Seiten. © Arvid Müller

Radebeul. Ein Nadelöhr ist die Meißner Straße im Stadtteil Zitzschewig. Die Radebeuler Hauptverkehrsader ist zwischen Gerhart-Hauptmann-Straße und Spitzgrundweg nicht nur sehr beengt, sondern auch in einem schlechten Zustand. Zudem fehlen ordentliche Gehwege für Fußgänger fast ganz.

Vor rund fünf Jahren machte sich die Lößnitzstadt auf, die Verkehrssituation an der Stadtgrenze zu Coswig zu verbessern. Im Februar 2016 fasste der Stadtrat den Baubeschluss. Ende Juli desselben Jahres sollte es mit dem Bau losgehen. Die Stadtverwaltung hatte im Vorfeld bereits ausführlich über die geplanten Umleitungsrouten informiert, bevor sie kurz vor Baubeginn einen Rückzieher machen musste. Die beantragten Fördermittel aus dem Straßenbaufördertopf des Freistaats trafen nicht, wie erhofft, rechtzeitig im Rathaus ein.

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Rund sieben Monate Bauzeit veranschlagt

Nun liegen die Mittel schon seit Jahren im Haushalt bereit, jedoch vereitelten andere Baustellen, für die die Meißner als Umleitung offengehalten werden musste, einen Baustart nach 2016. In diesem Jahr soll es nun losgehen, wie Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) im Interview mit der SZ berichtete. Der grundhafte Ausbau zwischen Gerhart-Hauptmann-Straße und Spitzgrundweg sei eine der Investitionen, die in diesem Jahr definitiv angegangen werden und in der Haushaltsberatung nicht auf der Streichliste stehen - anders als bei Waldstraße und Weintraubenstraße. Die beiden Straßenbauprojekte an der Stadtgrenze zu Dresden sowie in der Stadtmitte werden voraussichtlich im Investitionsplan in eines der Folgejahre verschoben.

Voraussichtlich im Mai sollen die Bauleute anrücken, um das circa 370 Meter lange Stück der Meißner Straße auszubauen, wie die Stadtverwaltung auf SZ-Anfrage mitteilt. Bis Dezember 2021 sollen die Bauarbeiten im Wesentlichen abgeschlossen sein, Restarbeiten sind Anfang 2022 eventuell möglich. „Die genaue Abstimmung zum Bauvorhaben, insbesondere mit Terminplanung und genauer Information der direkten Anlieger, erfolgt im Frühjahr 2021“, teilt die Stadtverwaltung mit.

Radfahrer müssen auch künftig auf der Straße fahren. Für einen Radweg ist nicht ausreichend Platz vorhanden.
Radfahrer müssen auch künftig auf der Straße fahren. Für einen Radweg ist nicht ausreichend Platz vorhanden. © Norbert Millauer

Fahrbahn wird sieben Meter breit

Geplant ist ein komplett neuer Straßenunterbau mit Schwarzdecke obendrauf. Sieben Meter wird die Fahrbahn breit. An beiden Straßenseiten werden Gehwege angelegt. Auf der Südseite misst der Bürgersteig um die zwei Meter in der Breite, gegenüber ist er zum Teil schmaler wegen der beengten Verhältnisse. Diese lassen auch keinen Extraweg für Pedalritter zu. Radler müssen wie bisher mit der Blechlawine auf der Fahrbahn mitrollen. Die Zufahrtsstraße zum Löma-Center wird neu gestaltet. Und zwar dockt sie gerade an die Meißner Straße an und macht keinen Schlenker, wie bisher.

Bevor der grundhafte Ausbau beginnt, gräbt die Wasser Abwasser Betriebsgesellschaft Radebeul+Coswig das Erdreich auf. Der Abwasserkanal muss durch einen neuen mit größerem Durchmesser ersetzt werden. Zudem werden Straßenbeleuchtung und weitere Versorgungsleitungen erneuert.

Die Bauleute rücken abschnittsweise auf der Meißner Straße voran. Der jeweilige Baubereich ist für den Verkehr komplett gesperrt. Das heißt, Kraftfahrer in oder aus Richtung Coswig müssen eine Umleitung nehmen. Zum Löma-Center führt zeitweise eine Behelfszufahrt. Rund 1,3 Millionen Euro betragen die Baukosten allein für den Straßenausbau.

Baubeginn nach Fertigstellung der Mittleren Bergstraße

Rund sieben Monate Bauzeit sind auf der Meißner Straße in Zitzschewig veranschlagt. Dass sie pünktlich im Mai beginnen und bis Dezember weitestgehend zum Abschluss kommen, hängt von einem weiteren Bauvorhaben auf einer parallel zur Hauptverkehrsader verlaufenden Straße ab. Und zwar steht der Ausbau des noch unsanierten Abschnitts auf der Mittleren Bergstraße ab Spitzgrundweg bis zur Stadtgrenze Coswigs an. Dort ist ein neuer Mischwasserkanal bereits verlegt und der erste Bauabschnitt ab dem Gleisübergang auf der Gerhart-Hauptmann-Straße bis zum Paulsbergweg freigegeben.

Unter Vollsperrung geht es im zweiten Abschnitt in den Wintermonaten weiter. Bis Mai soll die neue Fahrbahn, samt Gehwegen, Straßenentwässerung sowie Beleuchtung und weiterer Medienleitungen fertig sein. Wenn der Winter so mild wie in den beiden Vorjahren bleibt, ohne lange Zwangspausen wegen des Frosts und Schnees, dürfte das Einhalten des Termins kein Problem sein. Rund 700.000 Euro investiert die Lößnitzstadt in den grundhaften Ausbau des 260 Meter langen Straßenabschnitts.

Bislang keine weiteren Großbaustellen auf Straßen geplant

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Während die Nerven der Zitzschewiger mit zwei großen Straßenbaustellen in diesem Jahr strapaziert werden, bleiben sie bei den Einwohnern der anderen Stadtteile geschont. Denn die beiden Straßenbauvorhaben sind die bislang einzig großen, die fest im Investitionsplan für das Jahr 2021 stehen. Ob noch weitere Bauvorhaben hinzukommen, entscheidet der Stadtrat. Die Verwaltung schlägt im Haushaltsentwurf vor, die beiden größeren Projekte auf der Waldstraße und der Weintraubenstraße zeitlich zu verschieben. Und zwar sollen sie erst angegangen werden, wenn die Meißner Straße in Radebeul-Ost zwischen Gleisschleife und Eduard-Bilz-Straße saniert ist. Hier ist der Baubeginn im Jahr 2022 geplant.

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