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Bäume können auf Schulhof stehen bleiben

Eigentlich sollte die Oberschule Mitte in Radebeul schon längst einen neuen Pausenhof haben. Nun ist die Finanzierung für 2021 gesichert.

Den Plattenbau der Oberschule Mitte hat die Stadt in den Jahren 2016 und 2017 umfangreich sanieren lassen. Nun kann sie im nächsten Jahr auch den Schulhof in Schuss bringen.
Den Plattenbau der Oberschule Mitte hat die Stadt in den Jahren 2016 und 2017 umfangreich sanieren lassen. Nun kann sie im nächsten Jahr auch den Schulhof in Schuss bringen. © Matthias Schumann

Radebeul. Bei der Oberschule Radebeul-Mitte sind der Altbau, das sogenannte Roseggerhaus, und der Plattenbau auf Vordermann gebracht. Nur der Schulhof wartet auf dem Schulstandort an der Wasastraße noch auf eine Frischekur. Insbesondere die Sportanlagen, die sich auf dem 3.500 Quadratmeter großen Außengelände befinden, sind in keinem guten Zustand mehr. „Da muss was gemacht werden“, sagte Baubürgermeister Jörg Müller (parteilos) bereits im April 2019. Damals fasste der Stadtrat den Baubeschluss.

Der ursprüngliche Plan war, dass in den Sommerferien dieses Jahres Bauleute anrücken. Sie sollten unter anderem die 60-Meter-Sprintbahn, die Sandgrube samt Anlaufstrecke für Weitsprung, einen Kleinfeldspielplatz, Beachvolleyballfeld, Geräte zum Klettern und Balancieren sowie weitere Möglichkeiten zum Austoben in den Hofpausen wieder flottmachen oder ganz neu schaffen. Doch passiert ist nichts.

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Höherer Zuschuss für die Stadt

Das Vorhaben musste im Laufe dieses Jahres aus der Investitionsliste für 2020 gestrichen werden. Denn die beantragten Fördermittel vom Freistaat Sachsen kamen nicht. Bei einer Gesamtsumme von fast 575.000 Euro an Baukosten erhoffte sich die Lößnitzstadt einen Zuschuss von 40 Prozent. Im Sommer dieses Jahres traf jedoch eine Absage im Rathaus ein.

Bei den ursprünglichen Plänen war der Erhalt der großen Bäume gefährdet. Die Stadtverwaltung überarbeitete das Vorhaben noch einmal.
Bei den ursprünglichen Plänen war der Erhalt der großen Bäume gefährdet. Die Stadtverwaltung überarbeitete das Vorhaben noch einmal. © Matthias Schumann

Gleichzeitig tat sich eine neue Fördermöglichkeit auf. Diese hat sogar bessere Konditionen für die Stadt. Sie kann Geld sparen. Denn statt einer 40- winkt eine 60-prozentige Förderung aus dem sogenannten Corona-Impulspaket „Sachsen startet durch“ des sächsischen Wirtschaftsministeriums. In dem von Bund und Land mit mehr als einer Milliarde Euro gefüllten Topf stehen rund 20 Millionen Euro für Investitionen in die Bildungsinfrastruktur zur Verfügung. Mit den Mitteln soll der regionalen Bauwirtschaft während der Corona-Krise unter die Arme gegriffen werden.

Der Stadt Radebeul wurden für das Sanieren des Schulhofs und der Sportflächen knapp 343.000 Euro versprochen, sodass sie rund 232.000 Euro aus dem Stadtsäckel selbst aufbringen muss, um das Vorhaben zu stemmen. Bis Ende 2021 müssen die Fördermittel verbaut sein, sonst gehen sie der Stadt verloren.

Baumreihe muss nicht für 60-Meter-Bahn weichen

In der jüngsten Stadtentwicklungssitzung hatte Bauamtsleiter Jan Pötschke noch eine weitere gute Nachricht parat. „Die Bäume können stehen bleiben.“ Denn beim Baubeschluss im April 2019 trieb viele Stadträte die Sorge um, dass auf dem Schulhof in Mitte es ebenfalls zu einem umfangreichen Kettensägeneinsatz kommt wie beim Pestalozzihaus und Schiller-Grundschule. Für das Neugestalten des Außenbereichs am Schulstandort in Radebeul-Ost wurden zahlreiche Bäume gefällt.

Das drohte ursprünglich auch einer Reihe großer Gehölze in Mitte. Zu deren Füßen sollte die Sprintstrecke gebaut werden. Ob dies die Bäume unbeschadet überstehen würden, war mehr als fraglich. Ihre Wurzeln hätten mit großer Wahrscheinlichkeit unter den Bauarbeiten gelitten. Das Bauamt überarbeitete daher noch einmal die Pläne. Die 60-Meter-Bahn wird nun von der Baumreihe weg an einer anderen Stelle des Außengeländes angelegt, und die Schattenspender können somit erhalten bleiben.

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Die Kurzlaufstrecke sowie die Anlaufbahn auf der Weitsprunganlage erhalten einen Kunststoffbelag. Das Kleinspielfeld für Basketball und Fußball misst 15 mal 27 Meter und ist von einem vier Meter hohen Ballfangzaun umgeben. Den Abstellplatz für Fahrräder will die Lößnitzstadt im nordöstlichen Teil des Schulgeländes konzentrieren. Insgesamt werden dort 250 Fahrradständer platziert.

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