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Geheimnis um Wohnanlage in Radebeul

Nicht nur Privatleute bauen. Auch die städtische Wohnungsgesellschaft hat Baupläne in der Schublade liegen. Noch macht sie ein Geheimnis daraus.

Auf dem Eckgrundstück Serkowitzer, Südstraße plant die Besitzgesellschaft, Mehrfamilienhäuser zu bauen.
Auf dem Eckgrundstück Serkowitzer, Südstraße plant die Besitzgesellschaft, Mehrfamilienhäuser zu bauen. © Norbert Millauer

Radebeul. Bagger und andere Fahrzeuge prägen über Wochen die Brache an der Serkowitzer Straße, Ecke Südstraße gegenüber dem Autocenter in Radebeul. Verschiedene Schaufeln liegen herum, und das Erdreich schien aufgewühlt zu sein. Erdhaufen und tiefe Fahrspuren waren zu sehen. Wird dort etwas Neues gebaut? Und wenn ja, was? - diese Fragen stellten sich viele, die den Kreuzungsbereich Serkowitzer, Wasastraße passierten.

Das Grundstück mit der Hausnummer 60 gehört der Besitzgesellschaft Radebeul (BZGR), dem kommunalen Wohnungsunternehmen der Lößnitzstadt. Und wie dem jüngsten städtischen Beteiligungsbericht zu entnehmen ist, laufen Vorbereitungen für ein Neubauprojekt auf dem Areal. In dem Papier steht außerdem geschrieben: „Um den Bestand der BZGR zu erweitern und damit der Wohnungsknappheit entgegenzuwirken, soll in den nächsten Jahren das Hauptaugenmerk der Investitionstätigkeit auf der Neubautätigkeit liegen.“ Haben die Bauarbeiten schon begonnen?

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Baufahrzeuge vorerst wieder abgerückt

Zu dem Neubauprojekt hält sich die Geschäftsführung der BZGR sehr bedeckt. Auf SZ-Anfrage teilte sie lediglich mit, dass die besagte Liegenschaft der Firma Heinrich Lauber GmbH & Co. KG aus Coswig zur Verfügung gestellt wurde. Das Bauunternehmen hatte im vorigen Jahr die Serkowitzer Straße zwischen Wasastraße und Kötzschenbrodaer Straße grundhaft ausgebaut. Im Januar 2021 standen noch letzte Arbeiten an Gehwegen und Grundstückseinfahrten an. Zu dem geplanten Wohnbauprojekt verlor die BZGR-Chefetage kein Wort. Aus der Zentrale an der Harmoniestraße hieß es nur knapp, man wolle sich erst zu dem Vorhaben äußern, wenn alle Planungsunterlagen vorliegen.

Zwei Jahre Bauzeit veranschlagt

Die Baufahrzeuge der Firma Lauber sind Anfang dieser Woche abgerückt. Das Grundstück liegt derzeit brach. Doch neue Bauarbeiter kündigen sich an, und zwar diesmal nicht vom Straßenbau, sondern Wohnungsbau, wie aus dem Rathaus zu erfahren ist. Auf Nachfrage bei Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) ist eine Baugenehmigung für das Areal Serkowitzer Straße 60 schon seit längerer Zeit erteilt. „Im Frühjahr ist Baubeginn“, so das Stadtoberhaupt. Rund zwei Jahre sind für das Vorhaben veranschlagt. Auf dem Grundstück stand bereits ein Haus, das in die Jahre gekommen war und abgerissen werden musste. Bei dem Neubauprojekt spricht der OB von einem Ersatzneubau.

Architekturwettbewerb ausgelobt

Für die neue Wohnbebauung auf dem Eckgrundstück hat die BZGR ein Gutachterverfahren ausgerufen. Das ist eine Art Architekturwettbewerb, bei der Gebäudeplaner zu einer bestimmten Aufgabenstellung ihre Entwürfe einreichen. Bei Recherchen im Internet kann man Zeichnungen sowohl vom Siegerentwurf als vom Zweitplatzierten finden. Letzterer erläutert sogar seine Baupläne kurz, die Rückschlüsse auf die Aufgabenstellung durch die BZGR zulassen. Danach setzt sich das besagte Grundstück aus drei einst getrennten Flurstücken zusammen. Dieser Vorgeschichte will man dahingehend Rechnung tragen, dass mindestens drei Mehrfamilienhäuser errichtet werden, die zwar eine Einheit bilden, für einen Außenstehenden dennoch den Anschein von Einzel stehenden Häusern machen.

Mindestens 15 Wohnungen

Die Architekten lösen dies wie folgt: Beiden Entwürfen ist gleich, dass sie Zweigeschosser mit ausgebautem Dachgeschoss und Giebeldach an die Stelle setzen möchten. Dazwischen stehen kleinere Verbindungsbauten. Der Zweitplatzierte wollte die Hauptgebäude traufständig entlang der Straße platzieren. Beim Siegerentwurf stehen drei Mehrfamilienhäuser mit der Giebelseite zu Serkowitzer Straße gewandt, ein weiteres steht entlang der Südstraße mit der Traufseite. Um die 15 Wohnungen oder gar ein wenig mehr sind anvisiert.

Laut jüngstem Beteiligungsbericht der Stadt, vermietet die Besitzgesellschaft 1.137 Wohn- und Gewerbeeinheiten. Hinzu kommen 595 Mietgaragen sowie 492 Pachtgaragen, -gärten und sonstige Pachtobjekte. Die Leerstandsquote für vermietbare Flächen liegt im Jahresdurchschnitt bei nur 0,3 Prozent.

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