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Weißrussin schreibt Brief ans Ehrenhain Zeithain

Am Sonnabend wird in der Gedenkstätte an die Befreiung des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers erinnert. Eine Frau aus Belarus schickt Grüße.

Von Jörg Richter
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Ljudmila Iosifovna bei einem früheren Besuch des Ehrenhains Zeithain.
Ljudmila Iosifovna bei einem früheren Besuch des Ehrenhains Zeithain. © Stiftung Sächsische Gedenkstät

Zeithain. Wenige Tage vorm 77. Jahrestag der Befreiung des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers Zeithain hat die Gedenkstätte Post aus Belarus (Weißrussland) erhalten. Ljudmila Iosifovna, die auf der Suche nach ihrem Onkel, das Ehrenhain in der Vergangenheit bereits besuchte, bedankt sich bei den Mitarbeitern der Gedenkstätte, dass sie trotz des Krieges in der Ukraine auch weiterhin der einstigen Opfer aus Belarus gedenken.

"Herzlichen Dank, dass Sie in einer so schwierigen Zeit der eingeschlagenen Richtung treu bleiben, die Erinnerung an unsere Angehörigen, die in der Gedenkstätte ruhen, zu verewigen", schreibt sie. "Die Arbeit, die Sie auch in einer so schwierigen Zeit auf Erden leisten, spricht von Ihrem großen Wunsch, Menschen unabhängig von ihrer Nationalität oder Religion zusammenzubringen. Wir alle auf dem Globus brauchen nur Frieden, und deshalb müssen wir immer die Erinnerung an die Opfer bewahren, die der Krieg der Menschheit bringt." Belarus steht zurzeit an der Seite von Russland, das vor zwei Monaten die Ukraine überfallen hat.

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Am 23. April 1945 befreite die Rote Armee das Kriegsgefangenenlager Zeithain. Mindestens 25 000, zumeist sowjetische Gefangene, überlebten die Lagerhaft nicht. Am Sonnabend soll ab 16 Uhr in einer Feierstunde im Ehrenhain an dieses Ereignis erinnert werden.

"Vor dem Hintergrund des Angriffs Wladimir Putins auf die Ukraine möchte die Gedenkfeier in diesem Jahr einmal mehr ein deutliches Zeichen für Frieden und Versöhnung setzen", heißt es in einer Pressemitteilung des Ehrenhains. Neben dessen Leiter Jens Nagel wollen auch Andrea Dombois, die Landesvorsitzende des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, sowie Radebeuls Oberbürgermeister Bernd Wendsche zu Wort kommen. Die Gedenkrede hält die sächsische Kulturministerin Barbara Klepsch.

Botschafter oder andere Vertreter aus Russland und Belarus sind in diesem Jahr zur Kranzniederlegung nicht eingeladen worden.

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