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Letzte Anpassungen für neue Riesaer Parkautomaten

Die Geräte sollen ab Anfang kommender Woche scharf geschalten werden. Wenn auch nicht an allen 13 Standorten.

Von Eric Weser
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Ein Mitarbeiter der Thüringer Firma WSA Electronic bringt den neuen Parkautomaten an der Breiten Straße in Riesa in Gang. Noch ist das Parken dort aber kostenfrei.
Ein Mitarbeiter der Thüringer Firma WSA Electronic bringt den neuen Parkautomaten an der Breiten Straße in Riesa in Gang. Noch ist das Parken dort aber kostenfrei. © Klaus-Dieter Brühl

Riesa. Die Tage des kostenfreien Autoabstellens an etlichen Stellen im Riesaer Zentrum sind gezählt: Ab Montag, 1. November, sollen die neuen Parkscheinautomaten in Betrieb gehen. Zumindest an den meisten Stellen, an denen Automaten installiert sind, so der Leiter des städtischen Amts für Sicherheit und Ordnung, Sebastian Fleck.

Es ist Mittwochvormittag an der Breiten Straße und der Amtsleiter ist mit einem Techniker der Firma WSA Electronic an der Breiten Straße zugange. Es gilt, einen weiteren der 13 neuen Automaten in Betrieb zu setzen. Rund 20 Minuten dauert das, wenn es keine Probleme gibt. Ein kleines Problem bekommt der Techniker der thüringischen Herstellerfirma schnell in den Griff: Ein urplötzlich ertönendes, ohrenbetäubendes Piepen stellt er ab. Der Erschütterungssensor hatte den Alarm ausgelöst. Etwas, das eigentlich Diebe vom Knacken der Automaten abhalten soll.

Die eigentliche Inbetriebnahme geht schnell. Akku einbauen, Ticketdrucker testen, Sim-Karte installieren. Der Akku ist in jedem Gerät enthalten und sorgt für unterbrechungsfreie Stromversorgung – auch bei einem Stromausfall sollen die Geräte anbleiben. Über die Sim-Karte sind die Geräte mit dem Mobilfunknetz verbunden. Das ermöglicht Echtzeit-Kommunikation mit dem Rathaus, das so über den aktuellen Gerätestatus informiert wird. Andererseits wird die Verbindung fürs Abwickeln der bargeldlosen Bezahlung gebraucht. Die ist an den Geräten zum Beispiel mit EC- oder Kreditkarte, aber auch mittels anderer mobiler Bezahldienste wie Google-Pay möglich. Auch das Bezahlen über die App "Parkster" soll demnächst noch folgen, sagt Sebastian Fleck. Bargeldzahlung ist an den neuen Geräten aber auch weiter möglich.

Weniger Wege für Stadtbeschäftigte

Gerade in puncto Bargeld bieten die neuen Geräte eine Erleichterung für die Stadtbediensteten, sagt der Ordnungsamts-Chef. Musste bei den Vorgängergeräten regelmäßig vor Ort nachgeschaut werden, wie viel Geld im Sammelbehälter ist und dieses dann zur Bank gebracht werden, lässt sich der Füllstand jetzt jederzeit per Computer vom Rathaus aus einsehen. Die Automaten senden auch Fehlermeldungen und weitere Infos, etwa, wenn es eine Störung gibt oder das Druckerpapier zu Ende geht. Ist genügend Geld im Behälter, wird die Entleerung beauftragt. Die übernimmt künftig aber keiner der Amtsmitarbeiter mehr, sondern ein Geldtransportunternehmen, so Sebastian Fleck.

Was die städtischen Ordnungshüter mit so der gewonnenen Zeit machen? "Ich glaube, es gibt in Riesa einige Themen, bei denen wir etwas tun können", sagt Fleck und spricht unter anderem das Thema illegaler Müllablagerungen an, die zuletzt zugenommen hatten.

Unterdessen kommen mehrere Männer vorbei. Ob das Parken jetzt schon etwas kostet? Sebastian Fleck gibt Entwarnung. "Heute noch nicht." Die Herren sind froh, nur die Parkscheibe einlegen zu müssen und ein paar Euro sparen zu können. Schätzungsweise 20.000 bis 30.000 Euro Gebühreneinnahmen dürften der Stadt durch die zuletzt etwa achtwöchige "automatenlose" Zeit entgangen sein, schätzt der Ordnungsamts-Leiter.

Nicht an allen Parkplätzen mit Automaten werden derweil ab Montag auch tatsächlich Gebühren fällig. An einigen Stellen fehlt noch die nötige Beschilderung, die bis Wochenbeginn wohl auch nicht mehr kommt. "Es hängt an den Lieferzeiten", sagt Sebastian Fleck. Konkret gehe es um den Parkplatz an der Külzstraße oberhalb vom Krankenhaus-Kreisverkehr, den Elbufer-Parkplatz und den An der Gasanstalt. Wann dort die neuen Parkregeln in Kraft treten, werde man unter anderem daran erkennen, dass die Parkautomaten nicht mehr mit Folie umhüllt sind, sagt Sebastian Fleck. Platznutzer sollten also die Augen offen halten.

Auch über den 1. November hinaus sollen noch einige neue Automaten verhüllt. Unter anderem der am Elbeparkplatz.
Auch über den 1. November hinaus sollen noch einige neue Automaten verhüllt. Unter anderem der am Elbeparkplatz. © Eric Weser

Die Voraussetzungen, dass es direkt nach der Automaten-Aufstellung mit dem neuen Parkregime losgehen kann, hatte die Stadt bereits vor Längerem geschaffen: Nach einem Beschluss im Stadtrat gilt seit 1. Oktober eine Satzung. Das neue Tarifregime hatte die Stadt unter anderem in Abstimmung mit der Händlervereinigung erstellt. Ein Ergebnis ist, dass jetzt etwa am Technikum gar kein Automat mehr steht und nur noch zwei Stunden mit Parkscheibe geparkt werden darf.

Ob es dabei bleibt, muss sich zeigen. Es habe bereits Rückmeldungen von Beschäftigten umliegender Betriebe und Einrichtungen gegeben, die fürchten, keinen Tagesparkplatz mehr in der Nähe zu bekommen. "Wenn es am Technikum wirklich katastrophal läuft, kann es sein, dass wir daraus doch wieder einen Tagesparkplatz machen", sagt Ordnungsamts-Leiter Fleck.

Eine Testphase von einem halben Jahr wird es an mehreren Stellen auch für das Kurzzeitparken geben, etwa rund um den Puschkinplatz, an der John-Schehr- und der Pausitzer Straße. Die erste halbe Stunde ist dabei kostenfrei. Ein Wunsch unter anderem des Handels-, Gewerbe- und Verkehrsvereins (HGV). HGV-Chef Kurt Hähnichen freut, dass die vor einiger Zeit unter dem Stichwort Brötchentaste diskutierte Regelung nun ausprobiert wird, und lobt eine konstruktive Zusammenarbeit mit der Stadt, die es beim Thema Parkraumkonzept insgesamt gegeben habe. Wichtig sei dem HGV auch gewesen, dass für den bisher kostenfreien Caravan-Parkplatz am Elbufer fünf Euro pro Tag fällig werden. Schließlich habe Riesa auch Aufwand mit der Fläche, so Hähnichen. - Manch internationalen Caravan-Gästen könnte die Sprachwahl der neuen Parkautomaten zupass kommen: Neben Deutsch gibt es die Infos auf dem Display auch auf Englisch.

Neuer Bußgeldkatalog kommt

Bis zum Start der ersten neuen Automaten am Montag werden jetzt zunächst noch die letzten Automaten eingerichtet und die Mitarbeiter im Innen- und Außendienst im Umgang mit Geräten und Software geschult. Ein wenig Nachsicht will das Ordnungsamt zum Starttag durchaus walten lassen, sollte es den ein oder anderen Parkverstoß geben, lässt Amtsleiter Fleck durchblicken. Allerdings sollten Autofahrer dennoch aufpassen und sich nicht zu sehr auf die Kulanz der Amtsleute verlassen. Zumal ab 9. November bundesweit der neue Bußgeldkatalog in Kraft tritt, der auch Parkverstöße deutlich teurer macht. Wer zum Beispiel die Höchstparkdauer bis zu 30 Minuten überschreitet, den erwarten derzeit 10 Euro Bußgeld. Künftig wird es das Doppelte sein.