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Mit dem Rettungshubschrauber nach Riesa

Die Stadt hat zwei Flugplätze, aber keine eigene Luftrettung. Die kommt von woanders - und zwar zügig.

Von dieser Doppelstation der ADAC Luftrettung in Schkeuditz/Dölzig aus starten die Leipziger Rettungshubschrauber.
Von dieser Doppelstation der ADAC Luftrettung in Schkeuditz/Dölzig aus starten die Leipziger Rettungshubschrauber. © ADAC SE

Riesa/Leipzig. Erst vor wenigen Tagen war ein Rettungshubschrauber vor der JVA Zeithain gelandet - ein Gefangener hatte ein gesundheitliches Problem. Davor waren es zuletzt Autounfälle bei Kreinitz oder Gröditz, die Hilfe aus der Luft nötig machten. Ist kein Notarzt mit dem Auto in der Nähe, kommt der Hubschrauber - darauf kann man sich verlassen.

Mal ist er rot-weiß, wie beim Einsatz an der JVA; mal gelb - wie in Kreinitz. Das liegt daran, dass Riesa zwar mit Göhlis und Canitz über zwei Flugplätze verfügt, aber über keinen Rettungshubschrauber. Der kommt je nach Verfügbarkeit von der DRF-Luftrettung aus Dresden oder vom ADAC aus Leipzig, manchmal auch aus Brandenburg.

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Einer der Retter hat jetzt Jubiläum: Der in Leipzig stationierte Hubschrauber "Christoph 63" der gemeinnützigen ADAC Luftrettung feiert sein 30-jähriges Dienstjubiläum. Er war am 1. Juni 1991 in Dienst gestellt worden - damals noch als "Christoph Leipzig", betrieben von der Internationalen Flugambulanz (IFA). Seit der Übernahme des Flugbetriebes durch die ADAC Luftrettung im Jahr 2005 wurden die fliegenden Gelben Engel von "Christoph 63" durchschnittlich 1.000 Mal pro Jahr alarmiert und sind bis heute mehr als 16.500 Einsätze geflogen.

Als die ADAC Luftrettung 2005 in Leipzig den Rettungsdienst aus der Luft übernahm, ging in der Lackierung der Gelben Engel eine Maschine des Typs BK 117 in die Luft. 2007 wurden "Christoph Leipzig" wie auch "Christoph 61" auf der eigens dafür errichteten Doppelstation der ADAC Luftrettung in Dölzig stationiert. Mit der Neuausrichtung des Luftrettungsdienstes in Leipzig 2012 wurde aus dem ITH "Christoph Leipzig" letztlich der Rettungshubschrauber (RTH) "Christoph 63", der täglich von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang im Einsatz ist. Die Crew, die jeweils aus einem Piloten, Hubschrauberarzt und Notfallsanitäter besteht, ist innerhalb von zwei Minuten einsatzbereit.

Stationsleiter von "Christoph 63" ist Pilot Martin Handschuh, Leitender Hubschraubernotarzt Bastian Stichert und Leitender Notfallsanitäter Dirk Hille.

"Christoph 61", der bereits 2020 sein 30-jähriges Dienstjubiläum feierte, und "Christoph 63", heute Helikopter des Typs Airbus EC135, fliegen in erster Linie Rettungseinsätze im Radius von rund 70 Kilometern um Leipzig herum - darin liegt mit einer Entfernung von gut 60 Kilometern auch die Region Riesa.

Gemeinsam absolvierten sie allein im Jahr 2020 mehr als 2.500 Einsätze. Mehr als 70 Prozent der Einsatzorte lagen in Sachsen. Die beiden Hubschrauber kamen dabei wiederholt auch in den Kreis Meißen: Wie ein Sprecher der ADAC Luftrettung mitteilt, absolvierte "Christoph 61" vergangenes Jahr sieben Einsätze im Landkreis Meißen, "Christoph 63" war viermal da.

Die Einsätze teilen sich auf in Notfalleinsätze (insgesamt vier) und sogenannte Sekundärverlegungen (insgesamt sieben). Bei denen werden beispielsweise Patienten von einem Krankenhaus zum anderen geflogen. In aller Regel flog der ADAC von Leipzig aus im Kreis Meißen das Riesaer Krankenhaus an, so die ADAC Luftrettung.

Zwei Dreißigjährige: "Christoph 61" (li.) konnte 2020 sein 30-jähriges Dienstjubiläum feiern, "Christoph 63" (r.) ist jetzt dran. Heute sind beide Helikopter vom Typ Airbus EC135 - und kommen immer wieder auch nach Riesa.
Zwei Dreißigjährige: "Christoph 61" (li.) konnte 2020 sein 30-jähriges Dienstjubiläum feiern, "Christoph 63" (r.) ist jetzt dran. Heute sind beide Helikopter vom Typ Airbus EC135 - und kommen immer wieder auch nach Riesa. © ADAC Luftrettung/Steffen Arnold

Piloten und Rettungsfachpersonal kommen von der ADAC Luftrettung gGmbH, während die Ärzte vom Städtischen Klinikum "St. Georg" Leipzig und dem BG Klinikum Bergmannstrost Halle gestellt werden. Beauftragt werden die "zwei Engel für Leipzig" vom Sächsischen Innenministerium und alarmiert von der Integrierten Regionalleitstelle Leipzig.

Im vergangenen Jahr mussten die fliegenden Gelben Engel bundesweit zu insgesamt fast 52.000 Einsätzen ausrücken. Mit 141 Notfällen pro Tag bewegt sich das Einsatzgeschehen damit weiter auf höchstem Niveau.

Zwar seien die Alarmierungen der ADAC Rettungshubschrauber wegen des coronabedingten Rückgangs der Mobilität insgesamt um 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Die Crews waren im Jubiläumsjahr aber dennoch so gefordert wie noch nie: Das Coronavirus habe den Besatzungen alles abverlangt und sorge wegen der strengen Sicherheits- und Hygienekonzepte sowie der ständigen Infektionsgefahr für eine deutlich stärkere Einsatzbelastung.

Mit mehr als 50 Rettungshubschraubern und 37 Stationen ist die gemeinnützige ADAC Luftrettung eine der größten Luftrettungsorganisationen Europas. Die ADAC Rettungshubschrauber gehören zum deutschen Rettungsdienstsystem, werden immer über die Notrufnummer 112 bei der Leitstelle angefordert und sind im Notfall für jeden Verunglückten oder Erkrankten zur Stelle. "Gegen die Zeit und für das Leben" lautet der Leitsatz der ADAC Luftrettung.

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Denn gerade bei schweren Verletzungen oder Erkrankungen gilt: Je schneller der Patient in eine geeignete Klinik transportiert oder vor Ort vom Notarzt versorgt wird, desto besser sind seine Überlebenschancen bzw. seine Rekonvaleszenz. Seit 2017 ist die ADAC Luftrettung ein Tochterunternehmen der ADAC Stiftung. (SZ)

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