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Kasparows Schachzüge gegen das Putin-Regime

Der einstige Schach-Weltmeister Garri Kasparow fordert mehr Härte des Westens gegenüber Wladimir Putin.

Von Annette Binninger
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Der frühere Schach-Weltmeister Garri Kasparow fordert nach dem Tod Alexej Nawalnys mehr Härte des Westens gegenüber Wladimir Putin.
Der frühere Schach-Weltmeister Garri Kasparow fordert nach dem Tod Alexej Nawalnys mehr Härte des Westens gegenüber Wladimir Putin. © Sven Hoppe/dpa

Nach dem Tod des bekanntesten Putin-Gegners, Alexej Nawalny, hat weltweit die Suche nach einem prominenten Gesicht begonnen, das für den Widerstand gegen den Kreml-Herrscher und für die Hoffnung auf ein demokratisches Russland stehen könnte. Dabei taucht auch der Name des weltberühmten Schach-Genies Garri Kasparow wieder auf. Seit rund 20 Jahren engagiert sich der 60-Jährige gegen das Putin-Regime.

Fast genauso lange lebt der einstige gefeierte Schach-Weltmeister in den USA. Auch aus Sicherheitsgründen, denn Kasparow mischt immer wieder mit bei Versuchen, die Opposition in Russland zu unterstützen und personell zu stärken. Vor allem aber ist er weltweit eine ihrer prominentesten Stimmen.

Kasparow: "Ein Held hat sein Leben für die Freiheit geopfert"

Der Tod von Nawalny ist für Kasparow Mord. Und der Mörder heißt Wladimir Putin. „Ein Held hat sein Leben für die Freiheit geopfert“, betrauert Kasparow in einem 3sat-Interview den Tod des bekanntesten russischen Oppositionspolitikers unter bisher noch ungeklärten Umständen im nordrussischen Straflager „Polarwolf“. Nawalny hätte besser von außerhalb Russland agieren sollen. „Jetzt ist er ein Märtyrer. Und auf uns liegt die Last, unter Beweis zu stellen, dass sein Opfer nicht nutzlos war.“

Entscheidend sei, dass der Westen nach Nawalnys Tod entschieden handele und geschlossen gegen Putin auftrete. Seit Jahren prangert Kasparow, der im aserbaidschanischen Baku geboren wurde, den fehlenden Mut und die mangelhafte Konsequenz des Westens gegenüber dem russischen Herrscher an. Dessen Angriff auf die Ukraine sei nur eine „Episode des Krieges“ gegen die freie westliche Welt und ihre Werte, warnt Kasparow immer wieder. Vergeblich.

Mit ein paar wenigen Zügen könne man Putin mattsetzen, sagt Kasparow. Seine Vorschläge sind nicht neu: Man könne ihn militärisch treffen, durch die Unterstützung der ukrainischen Verteidigung. Und finanziell – die Milliarden von Dollar, die im Zuge der westlichen Sanktionen eingefroren seien, könnten der Ukraine nützen. Außerdem müsse Russland entschiedener wirtschaftlich geschwächt werden. Und was die Mitte März anstehenden Wahlen in Russland angeht, rät Kasparow dem Westen, diese nicht anzuerkennen.