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Erzieher müssen nicht mehr für Ausbildung zahlen

Der Bedarf an Fachkräften in den Kitas ist riesig – doch es fehlen Erzieher. Die Ausbildung wird nun kostenfrei.

Die Ausbildung zum Erzieher wird in Sachsen künftig attraktiver.
Die Ausbildung zum Erzieher wird in Sachsen künftig attraktiver. © dpa/Monika Skolimowska

Dresden. Sachsen will die Ausbildung von Erziehern attraktiver machen und so künftig den Bedarf an Fachkräften sichern. Das hat der Landtag am Mittwoch beschlossen. Damit mehr Menschen sich für eine Erzieherausbildung in Sachsen entscheiden, soll das Schulgeld wegfallen. Die freien Schulträger, bei denen diese Ausbildung in Sachsen hauptsächlich stattfindet, können ab diesem Schuljahr höhere monatliche Zuschüsse pro Fachschüler bekommen, wenn sie auf Schulgeld verzichten.

Das gilt nun auch für die Ausbildung zum Heilerziehungspfleger. Das sei erst aus finanziellen Gründen nicht möglich gewesen, sagt die SPD-Bildungspolitikerin Sabine Friedel. Das Geld wird nun aus dem SPD-Budget des Koalitions-Programms von CDU, Grünen und SPD bereitgestellt. Rückwirkend zum August 2020 wird auch diese Ausbildung schulgeldfrei. „Damit kann die Inklusion in der frühkindlichen Bildung weiter vorangebracht werden“, so Friedel.

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Um den Ausbildungs- und Einstellungsbedarf an Erzieherinnen und Erziehern perspektivisch besser einschätzen zu können, ist ein landesweites Monitoring geplant. Die Träger von Kita-Einrichtungen sollen dafür zusätzliche Daten erheben.

Assistenten für den Kindergarten

Außerdem können Assistenzkräfte nicht wie bisher nur im Bereich der Krippen, sondern auch in Kindergärten und Horten eingesetzt werden – begrenzt auf einen Umfang von bis zu 20 Prozent pro Einrichtung, um den Personalschlüssel zu erfüllen. Kitas und Horte sollen so flexibler beim Personaleinsatz werden. Auch die Assistenzkräfte haben einen Anspruch auf Vor- und Nachbereitungszeit.

Kritik daran kommt von der Linksfraktion. Damit werde der Betreuungsschlüssel in Kitas „drastisch verschlechtert“, sagte Marika Tändler-Walenta. Die Assistenzkräfte werden nicht zusätzlich in den Kitas eingesetzt, sondern auf den Betreuungsschlüssel angerechnet. Auch die Gewerkschaft fürchtet, dass die Assistenzkräfte de facto Ersatz für nicht zur Verfügung stehende pädagogische Fachkräfte sind – und damit die Qualität leidet.

„Es ist mitnichten unser Ansinnen, die fachliche Qualität in den Einrichtungen zu senken“, sagte Christin Melcher, die bildungspolitische Sprecherin der Grünen. Assistenzkräfte können etwa ausgebildete Sozialassistenten, Ergotherapeuten oder Logopäden sein. Dies sei ein wichtiger Schritt für multiprofessionelle Teams und eine Möglichkeit für den Einstieg in den Beruf als Erzieher und Erzieherin, sagte Melcher. Die Erfahrung in den Krippen habe gezeigt, dass viele Assistenten eine berufsbegleitende Weiterbildung aufnehmen.

Außerdem werden mit dem Gesetz Kopfnoten im Schulgesetz verankert. Die Noten für Betragen, Fleiß, Mitarbeit und Ordnung sollen weiterhin an sächsischen Schulen vergeben werden können. „Kopfnoten sind wichtig für den Schüler und die Eltern. Sie sagen etwas über seine soziale Entwicklung aus", sagte der Bildungspolitiker Holger Gasse (CDU). Neben der Note ist auch eine ergänzende verbale Einschätzung verbindlich. Die Kopfnoten sollen so unabhängig vom Ergebnis eines laufenden Verwaltungsrechtsstreits weiterentwickelt werden. Vor allem die CDU hält an den Noten fest und will so Rechtssicherheit schaffen.

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