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Sachsen

Sachsens SPD wird erstmals von Doppelspitze geführt

Henning Homann und Kathrin Michel stehen jetzt als Duo an der Spitze des sächsischen Landesverbandes. Sie haben ehrgeizige Ziele.

Kathrin Michel und Henning Homann sind die neu gewählten Parteichefs der SPD in Sachsen.
Kathrin Michel und Henning Homann sind die neu gewählten Parteichefs der SPD in Sachsen. © Jan Woitas/dpa

Henning Homann und Kathrin Michel sind neue Vorsitzende der sächsischen SPD. Homann erhielt am Sonnabend auf dem Landesparteitag in Neukieritzsch 89,8 Prozent der Stimmen, Michel wurde mit 93 Prozent gewählt. Nach der Ankündigung von Martin Dulig, sich nach zwölf Jahren von der Parteispitze zurückzuziehen, hatte der Landesverband beschlossen, eine Doppelspitze zu installieren.

Homann (41) war bisher Generalsekretär der sächsischen SPD, Michel (58) ist Gewerkschafterin aus Kamenz und neugewählte Bundestagsabgeordnete. In ihren Vorstellungsreden kündigten sie an, der SPD in der Koalition mit CDU und Grünen eine stärkere Stimme zu verschaffen. Ziel für die Landtagswahl 2024 sei ein zweistelliges Ergebnis.

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Dulig forderte in seiner Abschiedsrede die SPD auf, nach dem Wahlsieg die hohen Erwartung nicht zu enttäuschen. Eine Erhöhung des Mindestlohns müsse Priorität der neuen Bundesregierung haben. Er hoffe, dass die CDU in Sachsen die Nerven bewahre und die Arbeit der Koalition fortgeführt werden könne.

Martin Dulig, langjähriger Vorsitzender der Sachsen-SPD, zieht sich nach zwölf Jahren als Landeschef zurück.
Martin Dulig, langjähriger Vorsitzender der Sachsen-SPD, zieht sich nach zwölf Jahren als Landeschef zurück. © Jan Woitas/dpa

Bei der nächsten Landtagswahl dürfe die SPD nicht in die gleiche Lage geraten wie 2019. Damals hätten sich viele SPD-Wähler für die CDU entschieden, um eine Mehrheit für die AfD zu verhindern.

Dulig bat angesichts der Niederlage bei der Landtagswahl, bei der die SPD nur sieben Prozent der Stimmen erhielt, um Fairness. Er habe Fehler gemacht, aber sei auch stolz auf das Erreichte. Nach der Landtagswahl sei er in ein tiefes Loch gestürzt, aus dem er nur mit Hilfe herausgekommen sei.

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Der schlimmste Moment sei allerdings nicht dieses Wahlergebnis gewesen, sondern eine persönliche Niederlage. Aufgrund eigener Feigheit habe er einen seiner besten Freunde verraten und verloren, sagte Dulig, ohne einen Namen zu nennen. Offenkundig spielte er damit auf die Trennung von einem ehemaligen Fraktionsmitarbeiter vor etwa acht Jahren an.

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