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Reichsbürger-Szene in Sachsen deutlich gewachsen

Rund 1.900 Menschen gehören in Sachsen zur Szene der Reichsbürger und Selbstverwalter. Der Anstieg wird mit den Corona-Protesten in Verbindung gebracht.

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Ein Mann hält ein Heft mit dem Aufdruck "Deutsches Reich Reisepass" in der Hand.
Ein Mann hält ein Heft mit dem Aufdruck "Deutsches Reich Reisepass" in der Hand. © dpa

Dresden. Die Sicherheitsbehörden zählen so viele Menschen wie noch nie zur Reichsbürger-Szene in Sachsen. Das geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken-Politikerin Kerstin Köditz hervor. Demnach zählt der Verfassungsschutz mit Stand vom November vorigen Jahres ungefähr 1.900 Menschen zur Szene der Reichsbürger und Selbstverwalter.

Für das Jahr 2020 war der Verfassungsschutz noch von 1.050 Reichsbürgern und Selbstverwaltern ausgegangen. Vor gut fünf Jahren habe die amtliche Schätzung noch bei 500 gelegen, teilte Köditz am Sonntag mit. "Dass der Pfeil nun wieder steil nach oben zeigt, könnte daran liegen, dass die Szene offenbar erheblichen Einfluss auf die Corona-Proteste hat", erklärte die Linken-Politikerin.

Auch die Zahl der Ermittlungsverfahren mit einem Reichsbürger-Bezug habe zugenommen. Aus Angaben des Justizministeriums auf eine weitere Kleine Anfrage von Köditz geht hervor, dass die Staatsanwaltschaften 2021 rund 500 neue Ermittlungsverfahren bearbeiteten. 2020 seien 413 Fälle verzeichnet worden, im Jahr davor 422, teilte Köditz mit. (dpa)