merken
PLUS Pirna

Hallimasch-Schwemme im Nationalpark

Der Pilz profitiert vom Waldsterben in der Sächsischen Schweiz. Sammeln darf man ihn im Nationalpark aber nur unter einer bestimmten Bedingung.

Hallimasch im Nationalpark Sächsische Schweiz. Mit dem Pilzbefall wächst die Baumsturzgefahr.
Hallimasch im Nationalpark Sächsische Schweiz. Mit dem Pilzbefall wächst die Baumsturzgefahr. © Mike Jäger

Die vielen abgestorbenen Fichten im Nationalpark Sächsische Schweiz sind ein guter Nährboden für Pilze. Ein bemerkenswerter Pilz, der vom Waldsterben profitiert, ist der Hallimasch. Er wächst gern an totem Holz, besiedelt normalerweise Baumstümpfe umgebrochener oder gefällter Bäume und siedelt nun an den Borkenkäferfichten. In einem Waldstück bei Schmilka, zwischen Elbleitenweg und Kleiner Bastei, am sogenannten Peschkelbloß, könnte man zur Zeit Eimer voll gesammelter Hallimasche nach Hause tragen.

Anzeige
Nager, die in kein Schema passen
Nager, die in kein Schema passen

Die Großen Maras haben gerade wieder Nachwuchs bekommen - und erhielten bei der Wahl zum Tier des Monats Oktober die meisten Stimmen.

Der Hallimasch ist als Speisepilz bekannt. Wegen seines teils massenhaften Vorkommens wird er in manchen Gegenden in Zentnermengen gesammelt und vermarktet. Im Nationalpark jedoch ist es generell verboten, Pflanzen zu entnehmen. Das ist im Paragraf 6 der Nationalparkverordnung geregelt. Allerdings gibt es zu diesem Verbot die Ausnahme, dass „eine nach Art und Menge schonende Entnahme von Pilzen für den persönlichen Bedarf“ gestattet ist.

Das Verlassen der Wege ist verboten

Dabei ist aber zu beachten, dass in der Kernzone des Nationalparks nur die gekennzeichneten Wege betreten werden dürfen. Außerhalb der Kernzone darf man zwar alle Wege benutzen, diese aber auch nicht verlassen. Ob die Nationalpark-Ranger ein Auge zudrücken, wenn am Wegesrand Pilze gesammelt werden, kommt sicherlich darauf an, wie großzügig der „Wegesrand“ ausgelegt wird. Eine Anfrage an die Nationalparkverwaltung zum Thema blieb unbeantwortet.

Weiterführende Artikel

Pilze in Sachsen: Experten warnen vor Giftexemplaren

Pilze in Sachsen: Experten warnen vor Giftexemplaren

Pilzsammler haben in dieser Saison bislang kaum Maronen oder Steinpilze im Korb. Dafür hatte so manche Verwechslung mit Giftexemplaren teils fatale Folgen.

Pilze suchen in Sachsen: Wer später geht, muss tiefer rein

Pilze suchen in Sachsen: Wer später geht, muss tiefer rein

Nichts ist so beglückend wie ein voller Pilzkorb. Und falls er leer bleibt – auch nicht schlimm. Ein Essay über die Faszination Pilzesammeln.

Ein stinkender Exot wächst im Zittauer Gebirge

Ein stinkender Exot wächst im Zittauer Gebirge

Die einheimische Pilzwelt verändert sich. Es gibt sogar Einwanderer aus Australien. Dagegen wird so mancher beliebte Speisepilz bald schwerer zu finden sein.

Pilzesammeln: „So etwas habe ich noch nicht erlebt“

Pilzesammeln: „So etwas habe ich noch nicht erlebt“

In den Rödertaler Wäldern rund um Radeberg sind derzeit viele Pilzsammler unterwegs. Das hat auch mit Corona zu tun.

Hallimasche sind in Mitteleuropa von September bis Dezember zu finden. Die Pilze sind in rohem Zustand unbekömmlich und können starken Brechreiz auslösen. Wenn der Pilz lange genug erhitzt wird, ist er essbar und ausgesprochen schmackhaft. Die Giftstoffe werden zerstört. Pilzkenner empfehlen, nur die Hüte junger Pilze zu verwenden, weil diese bekömmlicher sind als die Stiele.

Warnung vor erhöhte Baumsturzgefahr

Die Nationalparkverwaltung weist generell auf die erhöhte Baumsturzgefahr in der Sächsischen Schweiz hin. Pilze zersetzen das Holz der Borkenkäferfichten, die dann unkontrolliert umbrechen können.

Mehr zum Thema Pirna