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So stehen die Sachsen zum höheren Rundfunkbeitrag

Ein Gericht hat entschieden, dass der monatliche Beitrag um 86 Cent steigt. Die meisten Sachsen halten davon nichts - obwohl viele das Angebot rege nutzen.

Für Tagesschau und Co. muss ab sofort 86 Cent pro Monat mehr bezahlt werden.
Für Tagesschau und Co. muss ab sofort 86 Cent pro Monat mehr bezahlt werden. © dpa-Zentralbild

Der Rundfunkbeitrag für die öffentlich-rechtlichen Sender steigt um monatlich 86 Cent auf 18,36 Euro. Dies hat das Bundesverfassungsgericht Anfang August entschieden und damit die von Sachsen-Anhalt blockierte Erhöhung des Rundfunkbeitrags vorläufig in Kraft gesetzt. Wie aus mehrere repräsentativen Umfragen von sächsische.de und den Meinungsforschern von Civey hervorgeht, lehnen die meisten Sachsen dies ab und würden, wenn sie frei entscheiden könnten, viel weniger zahlen - obwohl sie das Angebot von ARD, ZDF und Co. durchaus rege nutzen.

Wir wollten zunächst allgemein wissen, wie es die Sachsen bewerten, dass der monatliche Rundfunkbeitrag von zuletzt 17,50 Euro auf 18,36 Euro steigen wird. Das Ergebnis ist eindeutig: Rund 78 Prozent halten diesen Schritt für falsch. Gerade einmal rund 14 Prozent haben hingegen Verständnis für die Erhöhung. Rund acht Prozent sind bei der Frage unentschieden.

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Eine zweite Umfrage verdeutlicht die offenbar weit verbreitete Ablehnung des Rundfunkbeitrags an sich. Wir wollten wissen, wie viel die Sachsen monatlich pro Haushalt für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk bezahlen würden, wenn sie selbst entscheiden könnten.

Rund 48 Prozent der Sachsen geben an, dass sie am liebsten nichts bezahlen würden. Jeweils rund 15 Prozent der Sachsen würden zwischen einen und fünf Euro beziehungsweise zwischen sechs und zehn Euro zahlen - also deutlich weniger als derzeit verlangt. Für alle Beitragsspannen darüber gibt es hingegen nur geringe Zustimmungswerte. Bemerkenswert: Zusammengerechnet rund sechs Prozent der Sachsen könnten sich aber vorstellen, mehr als 20 Euro für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk auszugeben - also deutlich mehr als die jetzt zu zahlenden 18,36 Euro.

Zugleich zeigt eine dritte Umfrage, dass die Sachsen das Angebot des öffentlich-rechtlichen Rundfunks durchaus rege nutzen. So sagen rund 39 Prozent, dass sie täglich bei ARD, ZDF und Co. zusehen oder zuhören. 13,1 Prozent nutzen die Angebote außerdem mehrmals in der Woche, 2,2 Prozent einmal in der Woche, 6 Prozent mehrmals im Monat und 0,9 Prozent einmal im Monat. Zusammengerechnet nutzen also fast zwei von drei Sachsen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk regelmäßig.

Zugleich sagen aber auch rund 13 Prozent, dass sie die Angebote seltener nutzen. Rund 24 Prozent schalten bei ARD, ZDF und Co. nie ein.

In diesem Artikel wurden drei Umfragen ausgewertet, die sächsische.de in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsunternehmen Civey durchgeführt hat. Die Stichprobe für die erstgenannte Umfrage besteht aus 307 Menschen, die für die zweit- und drittgenannte Umfrage aus jeweils 196 Personen. Detailangaben zu Befragungszeitraum, Stichprobengröße und statistischem Fehler entnehmen Sie den jeweiligen Grafiken. Wie Umfragen mit Civey funktionieren, wird in diesem Artikel (mit Video) erklärt.

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