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Segler Herrmann telefoniert mit Fischer

Weltumsegler Herrmann hat mit dem Fischer telefoniert, mit dem er kurz vor Ende der Vendée Globe kollidiert war. Hermann war Fünfter geworden.

Boris Herrmann hatte am Donnerstag in Les Sables-d'Olonne die Vendée Globe als Fünfter beendet.
Boris Herrmann hatte am Donnerstag in Les Sables-d'Olonne die Vendée Globe als Fünfter beendet. © Martin Keruzoré/Team-Malizia.com/dpa

Les Sables-d'Olonne. Weltumsegler Boris Herrmann hat der Darstellung des Kapitäns des spanischen Fischkutters, mit dem er bei der Vendée Globe zusammengestoßen war, widersprochen. In einem Interview der „Süddeutschen Zeitung“ (Freitag) hatte Kapitän Josu Zaldumbide gesagt, er und seine Mannschaft hätten Herrmanns Jacht nicht kommen sehen. „Unser AIS (Automatische Identifikationssystem) hat das Segelboot auch nicht angezeigt, zu keinem Zeitpunkt“, sagte er und betonte, dass das AIS, durch das Schiffe Navigations- und Schiffsdaten austauschen, eingeschaltet gewesen sei.

Dem widersprach Herrmann am Freitag im „Morgenmagazin“ von ARD und ZDF erneut: „Das war es eindeutig nicht. Das können wir ja sehen im Daten-Log.“ Fischer würden ganz oft das AIS ausschalten. „Kein Vorwurf an irgendjemanden. Das ist wahrscheinlich ganz normal. Die stehen ja auch in Konkurrenz zueinander und man will ja auch nicht immer seine Position verraten“, sagte der Hamburger. „Das war Riesenpech.“ Der 39-Jährige hatte sich schon zuvor ähnlich geäußert. „Das sollte er nicht sagen, verdammt!“, meinte Zaldumbide in der „Süddeutschen Zeitung“ dazu.

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Der Umweltverband WWF Deutschland bekräftigte, dass in der Fischerei das AIS häufig unerlaubt ausgeschaltet werde. „So lassen sich die Aktivitäten auf dem Meer nicht mehr nachvollziehen“, sagte WWF-Fischereiexperte Philipp Kanstinger. Das führe nicht nur dazu, dass sich die Unfallgefahr auf See erhöhe, sondern auch, „dass geltende Gesetze auf See umgangen und Überfischung und illegaler Fangpraxis die Tore geöffnet werden“.

Herrmann nimmt Kontakt zu Eigner des Fischkutters auf

Inzwischen hat Herrmann selbst Kontakt mit dem Eigner des spanischen Fischkutters aufgenommen, mit dem er bei der Vendée Globe zusammengestoßen war. "Ich habe den Schiffseigner angerufen und erst einmal gefragt, ob alles okay ist", sagte der Hamburger am Freitag in einer Online-Pressekonferenz. "Wir haben uns nett unterhalten. Auf jeden Fall keine Vorwürfe von meiner Seite." Sie hätten sich "nett gegenseitig beieinander entschuldigt".

Boris Hermann verpasste durch die Kollision den erhofften Podiumsplatz.
Boris Hermann verpasste durch die Kollision den erhofften Podiumsplatz. © oic Venance/POOL AFP/AP/dpa

Die folgenreiche Kollision von Herrmanns Jacht „Seaexplorer - Yacht Club de Monaco“ mit dem Schiff geschah etwa 90 Seemeilen vor dem Ziel der Vendée Globe in Les Sables-d'Olonne am Mittwochabend. Dabei war niemand verletzt worden. Herrmanns Boot wurde allerdings stark beschädigt. Er konnte nur noch mit reduzierter Geschwindigkeit weitersegeln. Dadurch verpasste er den erhofften Podiumsplatz und wurde am Donnerstag nach über 80 Tagen und 28.000 Seemeilen Fünfter.

Herrmann für Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen

Doch es gibt auch gute Nachrichten für Boris Herrmann. Der Weltumsegler ist für seine Leistung bei der Vendée Globe für das Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen worden. Einen entsprechenden Antrag hat der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Niels Annen (47), bei der Hamburger Staatskanzlei angeregt. Damit sollen Herrmanns „herausragende sportliche Leistung und zugleich seine gesellschaftlichen Anliegen“ gewürdigt werden, sagte der Hamburger SPD-Bundestagsabgeordnete am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Zuerst hatte das „Hamburger Abendblatt“ über Annens Vorstoß berichtet.

Der Antrag muss nun erst einmal geprüft werden. Annen ist selbst von Kindheit an begeisterter Segler. „Daher habe ich auch die dramatische Regatta intensiv verfolgt“, sagte er.

Herrmann lieferte auf seiner über 28.000 Seemeilen langen Reise von seiner Jacht „Seaexplorer - Yacht Club de Monaco“ aus mit einem bordeigenen Labor wissenschaftlichen Einrichtungen wie dem Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel und dem Max-
Herrmann lieferte auf seiner über 28.000 Seemeilen langen Reise von seiner Jacht „Seaexplorer - Yacht Club de Monaco“ aus mit einem bordeigenen Labor wissenschaftlichen Einrichtungen wie dem Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel und dem Max- © Boris Herrmann/Team-Malizia.com/dpa

Der Hamburger Herrmann hatte am Donnerstag in Les Sables-d'Olonne die Vendée Globe als Fünfter beendet. In den über 80 Tagen auf den Weltmeeren warb der 39-Jährige auch für den Umweltschutz. Schon seit Jahren engagiert sich der gebürtige Oldenburger für den Kampf gegen den Klimawandel und den Schutz der Meere. Er versucht, auch Kinder dafür zu begeistern und sprach während der Regatta über soziale Medien unter anderen mit jungen Menschen aus Deutschland.

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Zudem lieferte er auf seiner über 28.000 Seemeilen langen Reise von seiner Jacht „Seaexplorer - Yacht Club de Monaco“ aus mit einem bordeigenen Labor wissenschaftlichen Einrichtungen wie dem Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel und dem Max-Planck-Institut umfangreiche Daten. (dpa)

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