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Sportler des Jahres 2023: Endlich gewinnen wirklich die Besten

Bei der Sportlerwahl gibt es neue Regeln. Sportliche Leistung entscheidet nun mehr als öffentliche Popularität. Davon profitiert auch Deutschlands beste Biathletin. Gut so, kommentiert Sächsische.de-Sportchef Tino Meyer.

Von Tino Meyer
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Biathletin Denise Herrmann-Wick wird zur Sportlerin des Jahres 2023 gewählt. Den Preis erhält sie aus den Händen von Schauspieler und "Bergdoktor" Hans Sigl.
Biathletin Denise Herrmann-Wick wird zur Sportlerin des Jahres 2023 gewählt. Den Preis erhält sie aus den Händen von Schauspieler und "Bergdoktor" Hans Sigl. © dpa

Die große Sensation gibt es auch diesmal nicht. Anders als im Sommer bei der Leichtathletik-WM gehörte Leo Neugebauer, der sympathische wie charismatische Zehnkämpfer, bei der Wahl zu Deutschlands Sportlern des Jahres allerdings nicht zu den Favoriten. Dass es für den gebürtigen Görlitzer nicht mal zum Top-10-Platz reicht, überrascht einerseits, ist aber ein gutes Zeichen für den erfolgsentwöhnten deutschen Spitzensport.

Vorm WM-Fünften Neugebauer, der dieses Jahr den deutschen Uralt-Rekord im Zehnkampf übertraf, sind Weltmeister wie Turner Lukas Dauser, Schwimmer Florian Wellbrock und Ruderer Oliver Zeidler platziert – allesamt unterwegs in olympischen Kernsportarten, die in nichtolympischen Jahren mittlerweile ein Nischendasein fristen. Umso wichtiger, dass es diese Sportlerwahl gibt mit neuen, modifizierten Regeln.

Die deutschen Kaderathleten stellen selbst die Vorschlagsliste zusammen, erst danach stimmen die Sportjournalisten ab. Die Würdigung sportlicher Topleistungen rückt damit endlich in den Vordergrund, nicht mehr Popularität entscheidet. Gut so! Das sorgt dafür, dass mit Darja Varfolomeev eine der Öffentlichkeit unbekannte Sportgymnastin den zweiten Platz belegt hinter: Denise Herrmann-Wick.

Die Biathletin aus dem erzgebirgischen Bockau krönt ihre Karriere, die sie im Frühjahr beendet hat - nach dem WM-Titel und zweimal Silber. Auch sie gehörte diesmal nicht unbedingt zu den Favoritinnen. Dann eher schon im Vorjahr, als sie Olympiasiegerin wurde, das Sportjournalisten-Votum aber auf die schillerndere Leichtathletik-Europameisterin Gina Lückenkemper fiel. Die Auszeichnung hat sich Herrmann-Wick also mehr als verdient – und besser spät als nie und auch dank der neuen Regeln endlich erhalten.

Und auch für Leo Neugebauer gibt es am Ende noch eine Auszeichnung: Er wird als Newcomer des Jahres geehrt.