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In Dresden jubeln die anderen

Die DSC-Volleyballerinnen können auch zum Auftakt des Meisterschafts-Duells gegen Stuttgart keinen Satz gewinnen. Was das jetzt bedeutet.

Topfavorit Stuttgart entschied das erste Finalduell in Dresden deutlich für sich.
Topfavorit Stuttgart entschied das erste Finalduell in Dresden deutlich für sich. © dpa-Zentralbild

Dresden. Das Finale um die deutsche Volleyball-Meisterschaft könnte eine ziemlich einseitige Angelegenheit werden. Im ersten von mindestens drei und maximal fünf Duellen zog der gastgebende Dresdner SC gegen den MTV Allianz Stuttgart am Samstagabend deutlich den Kürzeren. Der Champion von 2019 triumphierte in der Margon-Arena nach nur 77 Spielminuten souverän mit 3:0 (25:15, 25:20, 25:19). In der Finalserie geht Stuttgart damit mit 1:0 in Führung. Die Fortsetzung folgt am Mittwoch in Stuttgart.

Derzeit deutet ziemlich wenig darauf hin, dass das Team von Trainer Alexander Waibl dem Titelfavoriten Nummer eins ein Duell auf Augenhöhe liefern kann. Denn der Tabellenerste der Normalrunde hatte bereits in den beiden Punktevergleichen gegen Stuttgart keinen einzigen Satz für sich entscheiden können.

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Macht sich etwa schon jetzt bemerkbar, dass Dresden die deutlich jüngere Mannschaft und damit natürlich weniger Erfahrung aufweist? Der aktuelle Kader des fünffachen deutschen Meisters hat ein Durchschnittsalter von 22,5 Jahren, Stuttgart 24,5. Das muss natürlich nichts heißen, kann aber im Finalduell durchaus ein wichtiger Punkt werden.

DSC-Spielführerin Lena Stigrot haderte jedenfalls mit den vielen vergebenen Möglichkeiten. "Das Problem hatten wir bereits in der Vergangenheit gegen Stuttgart, dass wir aus den vielen guten Chancen keine Punkte machen", sagte die 26-Jährige. Den Finalauftakt empfindet sie als Klatsche. "Man muss Stuttgart eine bärenstarke Leistung zugestehen, aber wir müssen auf bessere Killquoten kommen", erklärte die Außenangreiferin.

Die Rollen sind nun nach diesem Start noch klarer verteilt als vorher. "Wir gehen sauer und noch motivierter in die kommenden Spiele. Man kann aus dem Start viel lernen", sagte Stigrot und ergänzte: "Meistens wird der Mutigere belohnt, das war heute Stuttgart. Wir haben dem Gegner allerdings zu viele eigene Punkte geschenkt."

DSC-Trainer Waibl ist dennoch nicht bange, dass die kommenden Finalduelle durchaus noch richtig spannend werden können. Bislang hat sich Dresden in Playoff-Duellen gegen Stuttgart übrigens immer durchgesetzt, zuletzt beim letzten Meistertitel 2016. "Es gab riesige Unterschiede in Angriff. Es ist eine Best-of-Five-Serie. Wir müssen und jetzt ein bisschen schütteln, das war schon derb", sagte der 53-Jährige. "Aber das Problem sind unsere Werte, nicht die von Stuttgart", erklärte er und spielte damit auf die Angriffseffizienz der beiden besten Stuttgarter Angreiferinnen an.

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Ausgerechnet Ex-Dresdnerin Maria Segura gelangen mit 13 Zählern die meisten neben Liga-Topstar Krystal Rivers (15). "Wenn wir nicht schaffen, unsere Angriffsquote zu erhöhen, haben wir keine Chance. Stuttgart hat das gezeigt, was man von ihnen erwarten konnte - eine überragende Leistung. Wir sind hingegen nicht an unser Toplevel herangekommen, wobei das immer davon abhängig ist, was der Gegner tut", analysierte Waibl. "Wir haben keinen Bock drauf, dass die ganze Serie so läuft. Fakt ist, dass der MTV Dinge kann, die wir nicht können", unterstreicht Waibl und meint damit die Angriffshöhe und die Physis - speziell von Krystal Rivers. "Trotzdem war das nur ein Spiel. Wir wollen die schon ein bisschen mehr ärgern, als uns das heute gelungen ist."

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