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Bischofswerdas Fußballer: Den Aufstieg in die Regionalliga im Hinterkopf

Der Bischofswerdaer FV geht ungeschlagen in die Winterpause der Fußball-Oberliga, steht zudem im Pokal-Viertelfinale. Geschäftsführer Frank Terks zieht Bilanz und bestätigt, dass der BFV eventuell einen neuen Trainer braucht.

Von Jürgen Schwarz
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Frank Terks umarmt die Trainer Robert Koch (.) und Frank Rietschel. Ex-Dynamo Koch könnte den Verein im Sommer verlassen.
Frank Terks umarmt die Trainer Robert Koch (.) und Frank Rietschel. Ex-Dynamo Koch könnte den Verein im Sommer verlassen. © Rocci Klein

Bischofswerda. Der Bischofswerdaer FV wollte die Hinrunde in der Fußball-Oberliga Süd als einzige Mannschaft ungeschlagen beenden, doch das Heimspiel gegen den SV Arnstadt wurde abgesagt. So muss dieses Vorhaben auf 2024 vertagt werden. Dennoch, mit acht Siegen und sechs Remis fällt die Bilanz hervorragend aus. Die Schiebocker machten dort weiter, wo sie in der Vorsaison als Dritter aufgehört hatten. BFV-Geschäftsführer Frank Terks zieht im Interview mit Sächsische.de eine Zwischenbilanz.

Herr Terks, warum sorgen zehn Zentimeter Schnee für eine Spielabsage im heutigen Zeitalter der Technik?

Das hat nicht unbedingt was mit dem Zeitalter der Technik zu tun, eher mit der entsprechenden Ausstattung der Kommunen/Vereine und der entsprechenden erforderlichen Manpower. Die Verkehrssicherungspflicht auf den Zuwegungen muss ebenfalls berücksichtigt werden.

Könnte die Nachholpartie gegen Arnstadt noch vor dem Rückrundenstart am 10. Februar 2024 angesetzt werden?

Ja, wir hatten uns mit Arnstadt auf den 3. Februar geeinigt und der Nordostdeutsche Fußball-Verband hat den Termin bestätigt. Das erste Februar-Wochenende wurde vom NOFV offiziell für Nachholspiele angesetzt.

Was sagen Sie zur Punktausbeute des Oberliga-Teams?

Wir sind sehr zufrieden mit dem gegenwärtigen Meisterschaftsstand, zumal wir im kommenden Jahr auch noch im Viertelfinale des Sachsenpokals stehen. Hier haben alle im Verein bisher einen Super-Job gemacht.

Der Abstand zu den Spitzenplätzen ist gering. Wie wird sich die Vereinsführung zum Thema „Aufstieg in die Regionalliga“ positionieren?

Intern ist das immer wieder ein lebendiges Thema für uns, wir werden die Zeit im Trainingslager im Januar nutzen und uns intensiv mit dieser Aufgabenstellung beschäftigen. Ende Januar 2024 werden durch den NOFV die Bewerbungsunterlagen für die Regionalliga den Vereinen zugeschickt. Wir werden diese, wie schon in den letzten Jahren, sorgfältig bearbeiten und fristgerecht einreichen.

Angenommen, der BFV steigt im kommenden Jahr in die 4. Liga auf, wer wird dann Cheftrainer?

Sie spielen sicher auf die Tatsache an, dass unsere Trainer Frank Rietschel, Robert Koch und Ralf Marrack keine A-Lizenz besitzen, die für die Regionalliga zwingend notwendig ist. Daher sind wir im ständigen Kontakt mit Personen, die diese Voraussetzungen erfüllen.

Es wird gemunkelt, dass Ex-Dynamo Robert Koch den Verein nach dieser Saison verlässt. Ist das korrekt?

Robert ist jetzt drei Jahre bei uns im Verein und wir sind sehr dankbar, diese Zeit sehr erfolgreich miteinander verbracht zu haben. Wir haben im Sommer eine Vertragsverlängerung bis zum 30. Juni 2024 vereinbart. „Kochi“ legt in Zukunft sein Hauptaugenmerk darauf, als Trainer im Profibereich zu arbeiten. Daher muss er im nächsten Jahr den nächsten Step vollziehen, diese Perspektive können wir ihm in Bischofswerda nicht bieten.

Wird es Personalveränderungen im Kader geben?

Gegenwärtig führen wir abschließende Gespräche. Wir haben gegenwärtig einen Kader mit 25 Spielern. Es ist kein Geheimnis, dass der eine oder andere Spieler mit seinen bisherigen Spielzeiten nicht zufrieden ist. Es sind aus meiner Sicht alles tolle und ehrgeizige Jungs und jeder Spieler ist über die Saison hinweg für uns wichtig. Wir werden aber auch keinem Steine in den Weg legen, der nach der Winterpause einen anderen Weg gehen möchte.

Was macht eigentlich Ben Leon Hahn?

Er ist von seiner Weltreise zurückgekehrt und hat schon ein paar Trainingseinheiten bei uns absolviert. Leon ist für uns ein wichtiger Bestandteil beim Blick auf die Zukunft. In den nächsten Tagen wird es da eine Entscheidung geben.

Stimmt es, dass der BFV mit fast 100 Personen ins Trainingslager nach Belek aufbrechen wird?

Ja, das ist tatsächlich so. Es ist immer wieder schön, welche Energieleistungen im Verein aufgebracht werden, um so ein Trainingslager zu ermöglichen. Wir freuen uns, dass im Januar auch unsere Regionalliga-Frauen mit ins Trainingslager reisen. Einen großen Dank an unsere Sponsoren, Förderer und Unterstützer, die dies ermöglichen. Danke vor allem an Jürgen Neumann, der übers ganze Jahr die entsprechende Lobbyarbeit leistet.

Werden in Belek Testspiele bestritten?

Ja, wir wollen zwei Testspiele dort absolvieren, gegenwärtig gibt es da aber noch nichts Konkretes.

Im Sommer stieß Ex-Profi Alexander Gleis zum Funktionsteam. Was genau macht er?

Er ist für uns das Bindeglied zwischen den beiden Männer-Mannschaften und unseren A-Junioren, wir sind mit der Arbeit sehr zufrieden. Alex macht für uns Spielbeobachtungen und Sichtungen von Spielern, die perspektivisch zu uns stoßen sollen. Wir stehen im täglichen Austausch und es ist eine wahnsinnige Entlastung für die bisher handelnden Personen.

Die U23 führt die Kreisoberliga-Tabelle an. Wie wichtig wäre der Aufstieg der „Zweiten“ in die ab 2024 nur noch dreigeteilte Landesklasse?

Das Funktionsteam unsere „Zweiten“ arbeitet akribisch und ist sehr motiviert. Der Aufstieg wäre für alle Beteiligten eine großartige Geschichte. So könnten wir unseren Nachwuchskickern und unseren jungen Spielern der ersten Männer-Mannschaft eine sehr gute Möglichkeit bieten, sich weiterzuentwickeln.

Trainer-Urgestein Thomas Baron sieht man täglich auf dem Trainingsplatz. Wie zufrieden sind Sie mit der Entwicklung im Nachwuchsbereich?

Thomas ist für unseren Verein ein absoluter Zugewinn. Ich persönlich kenne für den Nachwuchsbereich keinen besseren Trainer. Es ist irre, mit welcher Begeisterung er seine Spieler fordert und fördert. Thomas setzt im Nachwuchsbereich wichtige Impulse, von denen der Verein in Zukunft profitieren wird.