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Sport

Der Fußball-Osten sucht neuen Präsidenten

Der Tod von Erwin Bugar hat eine Lücke gerissen, besonders in der Kommunikation mit dem DFB. Die neue starke Stimme könnte aus Grimma kommen.

Gilt als Favorit für den Chefposten des NOFV: Hermann Winkler.
Gilt als Favorit für den Chefposten des NOFV: Hermann Winkler. © Archiv: Ronald Bonß

Von Gerald Fritsche

Leipzig. Die Nachricht kam unerwartet und mit voller Wucht. „Erwin Bugars Tod trifft uns sehr hart. Er war die Stimme des ostdeutschen Fußballs im DFB, und das war sehr gut“, sagt Sachsens Fußballchef Hermann Winkler über den bisherigen Präsidenten des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes (NOFV), der Anfang Dezember nach einem Herzinfarkt verstarb.

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Nun braucht der Fußball-Osten eine neue starke Stimme, nicht zuletzt auch im DFB-Präsidium. Geht es nach den Fans zwischen Rennsteig und Kap Arkona, soll Winkler diese starke Stimme sein. In einer Online-Umfrage des MDR sprach sich bis Dienstag knapp die Hälfte der Teilnehmer für ihn aus.

Am Donnerstag entscheiden darüber das NOFV-Präsidium sowie die Ausschussvorsitzenden. Bei der Präsenzveranstaltung in Rangsdorf bei Berlin dürfen 15 der voraussichtlich 18 Anwesenden ihre Stimme abgeben. Neben Winkler bewerben sich der Präsident des Berliner Fußball-Verbandes, Bernd Schultz, und der aus Brandenburg stammende NOFV-Schatzmeister Jens Cyrklaff. Auf einem für 2022 geplanten ordentlichen NOFV-Kongress wird dann ein neuer Präsident von den Delegierten aller sechs Landesverbände gewählt.

Große Herausforderungen - nicht nur wegen Corona

Fest steht schon jetzt: Der neue Präsident steht vor großen Herausforderungen, die sich für die Verbände und Vereine im NOFV nicht nur, aber auch durch Corona ergeben. Zuletzt gab es teils erhebliche Differenzen zwischen dem NOFV und den anderen Regionalverbänden. Besonders die Forderung einer eigenständigen Regionalliga Nordost mit einem Aufsteiger zur 3. Liga kocht immer wieder hoch.

„Wir brauchen jemanden, der den Ost-Fußball kennt. Die Regionalliga Nordost hat jedes Mal die Relegation zur 3. Liga gegen die Westvertreter gewonnen. Und deshalb ist sie stark und für viele Vereine so etwas wie Champions League“, sagte der frühere DDR-Nationalspieler und MDR-Experte Lutz Lindemann.

Bislang hatten RB Leipzig, der FSV Zwickau, Energie Cottbus, der FC Carl Zeiss Jena und der 1. FC Magdeburg ihre Relegationsspiele gewonnen und waren aufgestiegen. Die TSG Neustrelitz und der 1. FC Lok Leipzig waren gescheitert. Mit einem Seitenhieb auf den (West-)Berliner Kandidaten Schultz forderte Lindemann: „Ein Präsident sollte die Dinge, die in unserer Region wichtig sind, kennen.“

Um nicht einen offenen Wahlkampf zu bestreiten, haben sich die drei Kandidaten verständigt, mit den Zielen und geplanten Themen der Präsidentschaft vor Donnerstag nicht an die Öffentlichkeit zu gehen.

Winkler, der durch seine Zeit als Staatsminister und Chef der sächsischen Staatskanzlei, später als Abgeordneter des Europa-Parlaments in Politik, Wirtschaft und Sport sowie auch als langjähriger Präsident des Landessportbundes Sachsens bestens vernetzt ist, hatte bereits in seiner Bewerbung zum Jahreswechsel betont, dass ihm ein faires Miteinander sowie das Zusammenwirken von Haupt- und Ehrenamt besonders wichtig sind.

Der Grimmaer, der als selbstständiger Berater für Firmen tätig ist und einen Lehrauftrag an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Mittweida inne hat, fällt als Sachsens Fußballchef aber auch immer wieder als Kritiker von DFB-Entscheidungen auf.

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Das könnte nicht allen gefallen haben. Und deshalb sind die anderen Kandidaten nicht chancenlos, vor allem der sich unerwartet bewerbende Cyrklaff. Ist er doch ein Mann der Basis. In rund 30 Jahren leitete er als Schiedsrichter „gefühlt 2.000 Spiele“ und kennt sich zudem als Mitarbeiter der Finanzverwaltung des Landes Brandenburg bestens mit dem Thema Geld aus. (dpa)

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