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Wie weiter nach den beiden Corona-Fällen bei Dynamo?

Das Gesundheitsamt ordnet für die Betroffenen Quarantäne an. Bei der Frage, wo sich die Infizierten angesteckt haben könnten, gibt es einen Verdacht.

Wie weiter nach den beiden Corona-Fällen? Trainieren darf Dynamo vorerst - aber auch spielen?
Wie weiter nach den beiden Corona-Fällen? Trainieren darf Dynamo vorerst - aber auch spielen? © dpa-Zentralbild/Robert Michael

Dresden. Erst die Mitgliederversammlung, dann die Partie im Sachsenpokal und nun womöglich das Auswärtsspiel am Samstag in Saarbrücken – coronabedingte Absagen werden bei Dynamo derzeit beinahe im Stundentakt verkündet. Wobei das Drittliga-Duell beim Aufsteiger aus dem Saarland nach zwei Corona-Fällen in Reihen der Dresdner derzeit nur auf der Kippe steht.

Entscheiden werden darüber die nächsten Tests, die für Donnerstag geplant sind. Sollten sich bis dahin weitere Spieler angesteckt haben, müsste wohl die gesamte Mannschaft in Quarantäne. So hatten zumindest Gesundheitsämter bei anderen Fußball-Drittligisten entschieden. Sind dagegen alle Proben negativ, wird der Deutsche Fußballbund (DFB) auf die Austragung der Partie pochen. Grundsätzlich gilt: Wenn 13 Spieler, darunter ein Torwart, zur Verfügung stehen, wird angepfiffen.

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Bei einer planmäßigen Testreihe von Dynamos Drittliga-Kader samt Trainer- und Betreuerstab am Dienstag waren von 45 Proben zwei positiv. Das ergab die Auswertung in einem Dresdner Labor, die für Mittwoch geplanten beiden Einheiten wurden daraufhin zunächst abgesagt. Nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt durfte dann ab 17 Uhr unter Flutlicht trainiert werden.

Die Namen der Betroffenen teilte der Verein mit Verweis auf den Schutz der Privatsphäre und die Persönlichkeitsrechte nicht mit. „Sie weisen derzeit keinerlei Symptome auf“, erklärte Mannschaftsarzt Onays Al-Sadi. „Statistisch gesehen kann es niemanden überraschen, dass auch Dynamo irgendwann wieder von positiven Corona-Fällen betroffen sein würde, wenn man sich die weiter fortschreitende Infektionslage innerhalb des Fußballs, aber auch in unserer Gesellschaft vor Augen führt.“

Allein am Mittwoch meldeten neben Dynamo drei weitere Drittligisten Corona-Fälle. Beim FSV Zwickau betraf es einen Mitarbeiter aus dem Funktionsteam, beim SC Verl erhöhte sich die Zahl von zwei auf fünf, Mannschaft und Trainerteam befinden sich in Quarantäne. Aufhorchen lässt aus Dresdner Sicht die Meldung aus Meppen. Dort wurden nach einer ebenfalls am Dienstag durchgeführten Testreihe sieben Fälle gemeldet. Alle Spieler und Mitarbeiter wurden in Quarantäne geschickt, die Einheiten für Mittwoch und Donnerstag abgesagt. Über weitere Maßnahmen soll entschieden werden, wenn das Gesundheitsamt die Kontaktnachverfolgung abgeschlossen hat. Der SV Meppen war vorigen Samstag Gast im Rudolf-Harbig-Stadion, hatte die Partie mit 0:3 verloren.

Räumliche Trennung im Trainingszentrum

Haben sich die beiden Dynamo-Angestellten also womöglich im Rahmen dieses Spiels angesteckt? Professor Tim Meyer, Leiter der Task Force Sportmedizin und Sonderspielbetrieb beim DFB, hatte kürzlich erklärt, es sei „sehr unwahrscheinlich, dass sich Aktive auf dem Fußballplatz mit dem Covid-19-Virus anstecken“. Es bleibt daher Spekulation. Dynamo verweist darauf, dass der Kader im neuen Trainingszentrum im Ostrapark zuletzt auf verschiedene Räumlichkeiten aufgeteilt war, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Auch Treffen mit den Juniorenspielern wurden unterbunden. Was bleibt, sind jedoch die Kontakte zur Familie, den Kindern, der Freundin.

Wie geht es nun weiter? Die beiden Betroffenen müssen „nach Rücksprache mit der zuständigen Behörde ab sofort und bis auf Weiteres in häuslicher Quarantäne bleiben“, teilte der Verein mit. Das Mannschaftstraining erlaubt das Gesundheitsamt dagegen – zumindest bis neue Testergebnisse vorliegen. Das dürfte am Donnerstagabend oder Freitagvormittag der Fall sein und damit gerade noch rechtzeitig vor der Abreise Richtung Saarbrücken. Die Vorbereitung auf das Spitzenspiel ist dennoch gestört – das allerdings kein Grund für eine Absage. Zweitligist Erzgebirge Aue musste am vergangenen Wochenende antreten, ohne vorher trainiert zu haben.

Bereits am Dienstagabend hatte Dynamo über die Verschiebung der für den 14. November geplanten Mitgliederversammlung informiert. Nur wenig später teilte der Sächsische Fußballverband mit, den Spielbetrieb bis Ende des Monats auszusetzen. Das betrifft auch das Achtelfinale im Landespokal und das für den 18. November angesetzte Duell der Schwarz-Gelben gegen den FC International Leipzig.

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