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Sind Dynamos Ergebnisse auffällig oder kurios?

Die Dresdner haben nur gegen die vier Teams auf den Abstiegsplätzen gewonnen. Das soll sich ändern - wenn es Corona erlaubt am Samstag beim Spitzenreiter.

Grund zum Jubeln gibt es für Dynamo bisher lediglich gegen die Kellerkinder der 3. Liga – so wie Philipp Hosiner nach seinem Tor zum 1:0 gegen Meppen.
Grund zum Jubeln gibt es für Dynamo bisher lediglich gegen die Kellerkinder der 3. Liga – so wie Philipp Hosiner nach seinem Tor zum 1:0 gegen Meppen. ©  dpa/Matthias Rietschel

Dresden. Bei der Pressekonferenz vor einem Spiel interessieren der Zustand der Mannschaft, die Stärken des Gegners, die Namen der Verletzten. Normalerweise. Diesmal interessieren vor allem die Ergebnisse der Corona-Tests. Davon hängt ab, ob Dynamos Auswärtsspiel am Samstag beim 1. FC Saarbrücken überhaupt stattfindet. Doch dazu kann Markus Kauczinski am Donnerstagmittag nichts sagen, die Befunde aus dem Labor wurden am Abend erwartet.

Also sitzen der Trainer und Neuzugang Marvin Stefaniak im Trainingszentrum auf dem Podium vor Kameras und leeren Stühlen und reden über ein Spiel, das womöglich gar nicht angepfiffen wird – zumindest nicht an diesem Samstag. Spätestens am Freitagvormittag soll das feststehen, das wäre nicht nur im Interesse von Dynamo, sondern ist auch eine Vorgabe des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). „Die Ergebnisse müssen da sein, bevor man losfährt“, erklärt Kauczinski. „Es gab Fälle, da saß die Mannschaft bereits im Bus, als die Meldung kam, dass einige positiv getestet worden sind. Das will man vermeiden.“ Und auch, dass ein Team umsonst angereist ist.

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Das wäre diesmal ganz besonders ärgerlich, 630 Kilometer oder siebeneinhalb Stunden im Mannschaftsbus sind keine Vergnügungsreise. Dynamo hatte einen Flug geplant, doch der fiel laut Kauczinski „Corona zum Opfer“. Nach einer kurzen Vormittagseinheit und einer Videoanalyse soll es also von Dresden aus losgehen – wenn es denn losgeht.

Die Entscheidung treffen wird am Ende Manuel Hartmann, Spielleiter der 3. Liga. Wobei seine Kompetenzen begrenzt sind. Sollten nach den beiden Infizierten, die bei Tests am Dienstag identifiziert worden waren, weitere hinzukommen und das Gesundheitsamt die gesamte Mannschaft in häusliche Quarantäne schicken, hätte Hartmann gar keine Wahl.

„Wir sind Teil dieser Gesellschaft“

Bei der Suche nach der möglichen Quelle für die Ansteckungen kann Kauczinski nur Vermutungen anstellen. Dass dies beim Spiel am vergangenen Samstag gegen den SV Meppen, der inzwischen sieben Fälle vermeldet hat, passiert sein könnte, hält er für unwahrscheinlich: „Wir hatten mit ihnen außerhalb des Spiels keinerlei Kontakte. Und in geschlossenen Räumen ist die Ansteckungsgefahr viel größer, sagen die Experten.“ Er verweist eher auf die „allgemein hohen Infektionszahlen. Und wir sind Teil dieser Gesellschaft.“

Damit ist das Thema dann aber endgültig durch und Zeit für ein anderes. Wer aufmerksam auf die Drittliga-Tabelle schaut und die Ergebnisse von Dynamos bisher acht Spielen in Erinnerung hat, entdeckt Erstaunliches. Vier Partien konnte der Absteiger gewinnen – gegen Kaiserslautern, Magdeburg, Lübeck und Meppen. Ausgerechnet diese vier Mannschaften stehen ganz unten, also auf den Plätzen 17 bis 20. Zufall? Der Trainer tendiert dazu, traut sich jedenfalls nicht, „eine Prognose abzugeben“ und kann das „erst nach der Hinrunde beantworten“.

Spontan fallen ihm dann aber doch zwei Beispiele ein, die für eine Zufälligkeit sprechen und gegen ein Muster. „Ich kann nicht sagen, dass diese vier Spiele einfacher waren. Wir haben in Kaiserslautern in Unterzahl gekämpft und mussten es in Lübeck in Überzahl“, sagt er und will damit erklären, dass es in der 3. Liga kaum Unterschiede gibt beim Niveau der Gegner. Das findet auch Stefaniak: „Von einzelnen Spielen kann man nichts ableiten. Das ist alles so eng und umkämpft.“

Jetzt geht es gegen die drei Spitzenteams

Die These, dass sich Dynamo gegen Mannschaften leichter tut, die gerade in einem kleinen Tief stecken, lässt sich dennoch aufstellen. In einem anderen Zusammenhang bestätigt Kauczinski selbst, dass man „nach und nach in der Tabelle schon was ablesen kann“. Doch wieder hat er ein Gegenbeispiel parat: „Die Amateure des FC Bayern haben vor unserem Spiel nicht gerade geglänzt, dann gegen uns gewonnen und sind nun erst ins Mittelfeld gekrabbelt.“

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Ob nun Zufall oder doch mehr dahinter steckt, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Das ist die andere Kuriosität der aktuellen Tabelle: Mit Saarbrücken, 1860 München und Rostock sind die drei Spitzenteams die nächsten Gegner. Die Ergebnisse könnten zumindest mitentscheiden, wohin die Reise für Dynamo in dieser ungewöhnlichen Saison geht. So grundsätzlich möchte das Kauczinski nicht formulieren und antwortet mit einer Gegenfrage: „Welche Spiele sind nicht richtungsweisend?“ Außerdem erinnert er daran, dass die Münchner Löwen „gerade einmal einen Punkt von uns entfernt sind. Wir versuchen, uns in der Spitzengruppe festzubeißen. Da sind die Spiele, die jetzt kommen, natürlich wichtig. Aber ich habe bisher auch noch keine unwichtigen Spiele gehabt.“

Das gegen Saarbrücken wird in Erinnerung bleiben – egal, wie es ausgeht.

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