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Das sind die Gewinner von Dynamos Hinrunde

Dresden ist Halbjahresmeister, doch das Spieler-Zeugnis zeigt: So gut wie beim letzten Aufstieg ist die Mannschaft nicht. Und es gibt auch zwei Verlierer.

Marco Hartmann, Pascal Sohm und Christoph Daferner sind die Besten der Hinrunde - gemessen an den Noten der SZ-Einzelkritiken.
Marco Hartmann, Pascal Sohm und Christoph Daferner sind die Besten der Hinrunde - gemessen an den Noten der SZ-Einzelkritiken. © dpa-Zentralbild

Dresden. Was für die Schulen gilt, trifft auch auf Dynamo zu: Eine geordnete Übergabe der Halbjahreszeugnisse gibt es diesmal nicht. Beim Drittliga-Spitzenreiter fehlt allerdings nur eine Note – die von der letzten Hinrunden-Partie gegen den SV Wehen Wiesbaden, die wegen der beiden Coronafälle von Trainer Markus Kauczinski und eines Spielers verschoben wurde. Seit Dienstagvormittag steht allerdings fest, dass es vorerst der einzige Ausfall bleibt.

Nach sechs Tagen Individualeinheiten in kleinen Gruppen und zwei Testreihen mit ausnahmslos negativen Ergebnissen erlaubte das Gesundheitsamt die Rückkehr zum normalen Mannschaftstraining. Bis auf den Trainer und den Spieler, für die erst am Freitag die häusliche Isolation beendet ist, kann sich das Team somit auf das Heimspiel am Samstag gegen den 1. FC Kaiserslautern vorbereiten.

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Auch wenn die Halbjahresstatistik also nicht vollständig ist und eine Note der SZ-Sportredaktion fehlt: Aus den Zahlen lassen sich trotzdem mehr als nur Tendenzen ablesen. Manche bestätigen den Eindruck, manche überraschen. Dass Marco Hartmann Dynamos Bester in der ersten Saisonhälfte war, gehört ohne Zweifel in die erste Kategorie. Der Notenschnitt von 2,00 ist überragend und der Abstand auf die „Verfolger“ Pascal Sohm und Christoph Daferner entsprechend groß. Doch es gibt eine große Einschränkung: Der Ex-Kapitän hatte aufgrund von Verletzungen nur acht Einsätze (fünf davon in der Startelf) bei 18 Punktspielen, ähnliches trifft – auch aus anderem Grund – auf Sohm zu. Dies hat natürlich Einfluss auf den Notenschnitt.

Broll ist nicht so konstant wie vor einem Jahr

Doch wenn Hartmann fit war, konnte er „der Mannschaft Halt geben. Er hat eine Idee vom Spiel, die er auch den Jüngeren vermittelt. Er ist jemand, an dem man sich aufrichten kann“, fasst Kauczinski die Vorzüge von Dynamos dienstältestem Profi zusammen. Was noch fehlt in dieser Auflistung: Der 32-Jährige ist flexibel einsatzbar, könnte im defensiven Mittelfeld, als Innenverteidiger einer Vierer-Abwehrkette und als Chef einer Dreierkette spielen.

Die Defensive ist ohnehin die Vorzeige-Abteilung beim Spitzenreiter. Kein anderer Drittligist kassierte weniger Gegentreffer. Daran hat natürlich Kevin Broll seinen Anteil, wobei seine Note (3,06) zeigt, dass der Torhüter nicht fehlerfrei geblieben ist. Er verschuldete Gegentreffer gegen Bayern München II, Ingolstadt und Viktoria Köln, zeigte beim Spiel mit dem Ball einige Schwächen. Vor einem Jahr noch, als Dynamo Schlusslicht der 2. Bundesliga war, bekam er das beste Zeugnis.

Der Vergleich mit den vergangenen Halbjahresnoten lohnt auch aus einem anderen Grund. Der Durchschnittswert der Mannschaft ist mit 3,29 der zweitschlechteste seit 2016, nur in der vergangenen Saison, die mit dem Abstieg endete, war er noch schlechter. 2016 bekamen die Spieler das beste Zeugnis, im Schnitt eine 3,09 – und stiegen ein halbes Jahr später auf.

Daraus ließe sich der Rückschluss ziehen, dass die aktuelle Mannschaft nicht so souverän auftritt wie unter Uwe Neuhaus vor fünf Jahren. Falsch liegt man damit sicher nicht. Auch Sportdirektor Ralf Becker lässt das in seiner Einschätzung der Hinrunde durchblicken: „Wir haben ein Halbjahr hinter uns mit Spielen, die am Anfang ein bisschen holprig waren, doch dann konnten wir richtig gut punkten.“ Was noch fehlt, ist die Konstanz.

Vlachodimos und Diawusie sind die Verlierer

Die Rückschläge nach dem klaren Pokalsieg gegen den Hamburger SV lassen sich mit dem Komplett-Umbau des Kaders nach dem Abstieg erklären. Die Mannschaft musste sich erst finden und der Trainer eine Art Stammelf, auch wenn sich die durch Verletzungen und taktische Umstellungen immer wieder verändert hat.

Wie auch durch Leistungseinbrüche. So hatten Panagiotis Vlachodoimos und Agyemang Diawusie zu Saisonbeginn noch Stammplätze, die sie aber rasch wieder verloren – und das zurecht, wie die Noten belegen. In die Kategorie mit den Verlierern der Hinrunde gehören sie auf jeden Fall. Das würde Kauczinski so ganz sicher nicht formulieren, doch seine Meinung zu den Leistungen von Vlachodimos ist dennoch eindeutig. Vor allem als der Trainer zwischenzeitlich auf eine Dreierkette umgestellt hatte und damit auch die Aufgaben der Spieler auf den Außenbahnen andere wurden, hatte der Neuzugang aus Großaspach große Defizite. „Es kommt darauf an, diese Situation anzunehmen. Das verlangt ein anderes Verhalten – offensiv und defensiv“, erklärte Kauczinski, auf Vlachodimos angesprochen. „Die Spieler müssen dazulernen. Bei dem einen geht es schneller, bei dem anderen dauert es länger.“

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