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Dynamos turbulenter Sieg bei Viktoria Köln

In einer Partie mit mehreren strittigen Schiri-Entscheidungen setzen sich die Dresdner mit 4:2 durch - der Liveticker zum Nachlesen und erste Reaktionen.

Philipp Hosiner (l.), Christoph Daferner und Ransford Koenigsdörffer jubeln nach dem Tor zum 1:1. Am Ende einer spektakulären Partie gewinnen die Dresdner in Köln.
Philipp Hosiner (l.), Christoph Daferner und Ransford Koenigsdörffer jubeln nach dem Tor zum 1:1. Am Ende einer spektakulären Partie gewinnen die Dresdner in Köln. © Jan Hübner

Köln/Dresden. Es war spannend und aufregend, letztlich klingt es nach einer klaren Angelegenheit. Dynamo Dresden bleibt zum achten Mal in Folge ungeschlagen, gewinnt bei Viktoria Köln mit 4:2. Dabei lagen die Schwarz-Gelben zweimal zurück. Während die Dresdner zur Pause mit Schiedsrichter Sven Waschitzki aus Essen hadern, sind am Ende die Kölner wütend auf den 33-Jährigen. Hier die ersten Reaktionen und das turbulente Geschehen im Liveticker:

Wie viele Nerven ihn das Spiel gekostet hat, konnte Markus Kauczinski zwar nicht sagen, aber im Interview bei Magenta-TV wirkte Dynamos Cheftrainer erleichtert. "Man gewöhnt sich dran. Die 3. Liga ist wild, da gibt es immer wieder wilde Phase, heute war es ein wildes Spiel", sagte der 50-Jährige - und er fühlte sich in dem bestätigt, was er bereits vor der Partie gesagt hatte: "Es ist nicht so, dass wir den Gegner beherrschen, sondern in den entscheidenden Momenten einfach da sind."

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Sein Kollege Pavel Dotschev von Viktoria Köln wollte dagegen nicht sagen, woran es lag, dass sich der Spitzenreiter in diesem turbulenten Spiel letztlich durchgesetzt hat. Sein kurzes Lachen war ein bitteres. "Das sage ich lieber nicht", meinte er, ließ sich dann aber doch entlocken, dass es ihm nicht nur um den strittigen Zweikampf vor Dynamos Treffer zum 1:1 ging. "Ich meine einige Szenen. Das hat die Mannschaft nicht verdient." Denn die habe eine Top-Leistung abgerufen. "Das ist traurig für die Jungs, wir haben ein gutes Spiel gemacht und hätten nicht verlieren dürfen."

Umso glücklicher war Dynamos Doppel-Torschütze Pascal Sohm. "Es fühlt sich mega an", sagte der Stürmer nach seinen beiden ersten Treffern für die Schwarz-Gelben. "Ich bin froh, dass wir hier gewonnen haben, denn es war eine schwere Herausforderung, ein harter Kampf."

Abpfiff.

90. Minute: Maximilian Großer gibt sein Profi-Debüt bei Dynamo, kommt für Julius Kade. Der Kölner Lorch muss noch mit RRot vom Platz; vermutlich wegen einer Unsportlichkeit.

89. Minute: Der Konter sitzt. Stefaniak mit einer gefühlvollen Flanke auf Sohm, der den Ball sogar noch annehmen kann und zum 4:2 vollendet. Die Entscheidung.

Am Ende jubelt Dynamo. Die Dresdner drehen das Spiel und bezwingen Köln.
Am Ende jubelt Dynamo. Die Dresdner drehen das Spiel und bezwingen Köln. © Jan Huebner

89. Minute: Die Dresdner verteidigen kampfstark.

82. Minute: In dem Spiel gibt es keine Atempause. Dynamo kontert, Königsdörffer kommt frei zum Abschluss, aber seine Direktabnahme geht weit drüber.

78. Minute: Das ist verrückt. Dynamo liegt zweimal zurück - und führt jetzt. Nach Kopfballablage von Daferner trifft der gerade eingewechselte Sohm zum 3:2. Es ist sein erstes Tor für Dynamo.

75. Minute: Platzverweis für einen Kölner - allerdings steht der nicht auf dem Platz. Sportvorstand Franz Wunderlich hat sich zum zweiten Mal über den Schiedsrichter aufgeregt - und muss mit Gelb-Rot auf die Tribüne. Bei Dynamo hat übrigens auch Fitnesscoach Matthias Grahé die Gelbe Karte gesehen.

73. Minute: Doppelwechsel bei Dynamo: Für Hosiner und Weihrauch sind jetzt Pascal Sohm und Marvin Stefaniak in der Partie.

72. Minute: Philipp Hosiner macht es trocken - in die Mitte, unter Torwart Mielitz hindurch. Nun steht es 2:2.

Christoph Daferner erzielt sein fünftes Saisonttor für Dynamo. Hosiner kontert in der internen Wertung mit seinem sechsten Treffer.
Christoph Daferner erzielt sein fünftes Saisonttor für Dynamo. Hosiner kontert in der internen Wertung mit seinem sechsten Treffer. © Jan Huebner

71. Minute: Unstrittig. Ex-Dynamo Fabian Holthaus im Stile eines Torwarts. Handspiel im Strafraum. Elfmeter.

70. Minute: Die nächste strittige Szene. Dynamos Tim Knipping im Zweikampf gegen Koronkiewicz, oben halten beide, unten trifft der Dresdner den Kölner leicht. Kein Elfmeter.

65. Minute: Erst die Glanztat, dann der schwerer Patzer: Dynamos Torwart Kevin Broll pariert den Schus von Jeremias Lorch klasse, aber Köln setzt nach. Nach dem Schuss von Cueto lässt Broll den Ball durch die Hände rutschen - die Dresdner liegen wieder hinten.

60. Minute: Christoph Daferner macht das 1:1. Zuvor erkämpft der Stürmer im Luftduell selbst den Ball, Köln reklamiert ein Foulspiel gegen Moritz Fritz. Aber der Schiedsrichter lässt weiterspielen. Glücklicher Ausgleich.

58. Minute: Ballverlust Daferner am gegnerischen Strafraum, Köln kontert über den schnellen Cueto, der auf Michael Seaton ablegt - doch dessen Schuss geht vorbei.

55. Minute: Köln denkt überhaupt nicht daran, Dynamo hier ins Spiel kommen zu lassen, setzt die Dresdner vielmehr zu Beginn der zweiten Halbzeit wieder unter Druck. Wer setzt jetzt bei den Schwarz-Gelben ein Zeichen?

51. Minute: Puh, Glück für Dynamo. Kevin Holzweiler trifft von der Strafraumgrenze den Pfosten, Torwart Broll wäre aber wohl dran gewesen.

46. Minute: Es geht weiter. Dynamos Sportgeschäftsführer Ralf Becker gibt folgenden Auftrag: "Wir müssen unseren Job beser machen, wie in denen vergangenen Wochen sehr aggressiv auftreten. Das hat uns ausgezeichnet, wir waren eine eklige Mannschaft und haben nach vorne immer Qualität, um Tore zu schießen."

Zwischenfazit: Becker sagt zur Pause bei Magenta-TV, die Mannschaft sei in den ersten 10, 15 Minuten nicht gut ins Spiel gekommen. "Wir hatten öfter Ballverluste, dadurch hat der Gegner Räume bekommen, uns auszukontern." Zum Elfmeter sagte er: "Er dreht sich weg, sieht den Ball nicht, der geht an die Hand - das wir heutzutage leider oft gepfiffen, damit müssen wir leben", aber dann hätte es eben in der 12. Minute auch Strafstoß für Dynamo geben müssen. "Klarer Fehler. Der Schiri hat gemeint, der Ball geht gegen die Brust, aber draußen steht der Linienrichter. Der muss sehen, dass er gegen die Hand geht."

Pause. Dynamo liegt mit 0:1 zurück. Die Führung für Viktoria Köln kam durch einen strittigen Handelfmeter glücklich zustande, ist inzwischen aber verdient. Christoph Daferner hat den Torwart zumindest noch mal zu einer Parade gezwungen. Die Dresdner hadern sicher mit dem Schiedsrichter, der ihnen einen Strafstoß - ebenfalls nach Handspiel - verweigert hat. Nun erst einmal eine Viertelstunde durchschnaufen.

44. Minute: Wieder über Dynamos linke Seite: Koeonkiewicz auf Klingenburg, schwacher Abschluss.

35. Minute: Mal ein Abschluss, wenn auch kein wirklich gefährlicher. Nach Flanke von Weihrauch kommt Hosiner zum Kopfball, aber der geht drüber.

28. Minute: Das hätte schiefgehen können. Koronkiewicz setzt sich gegen Meier durch, seine Flanke nimmt Ex-Dynamo René Klingenburg in der Mitte aus 13 Metern direkt - drüber. Die Viktoria ist immer wieder über ihre rechte Seite gefährlich, Dynamo kommt noch nicht ins Kombinieren.

20. Minute: Dynamo ist jetzt drin im Spiel, kann sich aber noch nicht entscheidend durchsetzen. Hier ist erst einmal Kampf gefragt.

12. Minute: Jetzt wird es zum Dauerthema: Auf der anderen Seite springt der Ball nach Flanke von Robin Becker Kölns Verteidiger Luca Stellwagen der Ball an den Arm, der sogar oben ist. Diesmal gibt es keinen Elfmeter. Danach hat Hosiner den ersten Abschluss, kann Torhüter Sebastian Mielitz aber nicht überwinden.

Philipp Hosiner hat Dynamos erste gute Chance, scheitert aber an Kölns Torwart Sebastian Mielitz.
Philipp Hosiner hat Dynamos erste gute Chance, scheitert aber an Kölns Torwart Sebastian Mielitz. © Jan Huebner

7. Minute: Dynamo ist erst einmal durcheinander, Patrick Koronkiewicz kann sich über Dynamos linke Seite durchsetzen, scheitert aus Nahdistanz an Torwart Kevin Broll. Über das Handspiel vor dem Strafstoß darf mal wieder heiß diskutiert werden. Absicht ist Meier keinesfalls zu unterstellen, er wird eher angeschossen. Es hilft aber nichts, Köln führt.

2. Minute: Das gibt es doch nicht! Nach einem eigenen Freistoß, den Patrick Weihrauch in die gegnerische Mauer schießt, wird Dynamo von Köln ausgekontert. Die Eingabe bekommt Jonathan Meier gegen den Ellenbogen. Der Schiedsrichter entscheidet auf Handspiel und gibt Elfmeter. Das ist erneut strittig wie schon der gegen Verl. Lucas Coetro verwandelt zum frühen 1:0 für die Viktoria.

Bisher konnte nur Köln jubeln, aber der Handelfmeter war mehr als umstritten.
Bisher konnte nur Köln jubeln, aber der Handelfmeter war mehr als umstritten. © Jan Huebner

14.03 Uhr: Los geht es, Dynamo hat den Anstoß vollzogen - unter den Augen von Ehrenspielführer Ulf Kirsten.

13.50 Uhr: Klare Ansage von Trainer Markus Kauczinski kurz vor dem Anpfiff: "Wir sehen uns nie als Favorit, waren nie komplett souverän, haben es aber geschafft, die entscheidenden Momente auf unsere Seite zu ziehen." Er erwartet erneut ein Spiel auf Augenhöhre gegen eine spielstarke Mannschaft. Gleich geht es los.

13.37: Unverändert ist Dynamos Ausfallliste: Kapitän Sebastian Mai, Abwehrchef Marco Hartmann, Außenverteidiger Chris Löwe sowie Mittelfeldmann Paul Will und Stürmer Luka Stor fehlen verletzungsbedingt. Dafür steht Justin Leo Löwe nach Schulter-Operation zum ersten Mal in dieser Saison im Spieltagskader.

13.35 Uhr: Für einen Dresdner ist es die Rückkehr an eine ehemalige Wirkungsstätte. Co-Trainer Heiko Scholz war von 2011 bis 2013 Chefcoach bei Viktoria, stieg als ungeschlagener Oberliga-Meister mit den Kölnern in die Regionalliga auf. Obwohl die Mannschaft ann zur Winterpause mit acht Punkten Vorsprung auf Platz eins lag, machte Scholz damals Schluss, weil es unterschiedliche Auffassungen über die weitere sportliche Ausrichtung gab. "Ich hatte das Gefühl, dass es besser wäre, zu gehen", sagte der 54-Jährige jetzt der Bild-Zeitung. Viktoria verpasste damals den Aufstieg, der gelang erst in diesem Jahr.

13.25 Uhr: Schiedsrichter der Partie ist Sven Waschitzki aus Essen. Der 33-Jährige leitete bisher drei Partien von Dynamo, die Bilanz ist ausgeglichen: in der zweiten Liga ein 3:2-Sieg gegen Heidenheim und ein 3:3 gegen Darmstadt, in der 3. Liga ein 0:1 bei der zweiten Mannschaft des FSV Mainz - das war im März 2015.

13.06 Uhr: Auf zwei Positonen verändert Trainer Markus Kauczinski seine Startelf im Vergleich zum 4:1-Sieg am Dienstag gegen den SV Verl: Christoph Daferner und Ransford-Yeboah Königsdörffer sind wieder von Anfang an dabei. Kauczinski dazu: "Die Jungs sind gegen Verl reingekommen und haben geholfen, das Ding zu ziehen, und einen guten Job gemacht. Deshalb haben sie es verdient, hier auf dem Platz zu stehen." Pascal Sohm und Agyemang Diawusie bleiben zunächst draußen.

Dynamo beginnt mit: Broll - Becker, Ehlers, Knipping, Meier - Kade, Stark - Königsdörffer, Weihrauch, Daferner - Hosiner.

Das sind die Aufstellungen beider Teams. Bei Dynamo nach Schulter-Operation zum ersten Mal in dieser Saison im Kader: Justin Leo Löwe.
Das sind die Aufstellungen beider Teams. Bei Dynamo nach Schulter-Operation zum ersten Mal in dieser Saison im Kader: Justin Leo Löwe. © SGD

12.45 Uhr: Dynamo sendet bereits sonnige Grüße aus dem Sportpark Höhenberg in Köln - und die Mannschaft ist am Stadion eingetroffen. In Kürze gibt es dann die Aufstellung.

Noch nie trafen beide Klubs vorher aufeinander, und damit gegen die Rheinländer als 183. Gegner in Dynamos Vereinshistorie ein. Nummer 184 folgt dann übrigens gleich im ersten Spiel des neuen Jahres mit dem Auswärtsspiel bei Türkgücü München am 11. Januar. Bis dahin ist es noch etwas hin, dazwischen liegen Weihnachten und Silvester, am kommenden Dienstag das DFB-Pokalspiel gegen Darmstadt - und Samstag eben die Partie in Köln.

Die Viktoria ist derzeit Tabellenzehnter, irgendwo im Niemandsland also mit reichlich Luft nach unten, aber eben auch etwas Abstand nach oben. Zehn Punkte liegen schon zwischen den Dresdnern und Köln. Dabei gehörte die Mannschaft vor der Saison zu den erklärten Aufstiegsfavoriten in der 3. Liga.

Dynamos Ausfallliste ist lang und unverändert

Zumindest für Dynamos Trainer hat sich daran nichts geändert. "Auf diesem Zettel standen einige Mannschaften drauf, und es sind auch jetzt immer noch ganz viele", sagt Markus Kauczinski. Mit einer kleinen Serie von drei, vier Siegen sei man gleich wieder mit dabei. "Und ich zähle Köln immer noch zu den stärksten Teams in der Liga, hochkarätig besetzt mit Spielern die auch schon höherklassig gespielt haben", so Kauczinski.

Dynamo treffe auf eine klasse Mannschaft, die richtig gut Fußball spielen könne. Doch er hält dagegen: "Uns kann nichts mehr überraschen. Wir wissen, dass wir an unserem Limit spielen und auch weiter Dinge verbessern müssen." Ziel ist es, das Spiel zu gewinnen - oder zumindest nicht zu verlieren. Es wäre dann die achte Partie hintereinander ohne Niederlage.

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