merken
PLUS Dynamo

Dynamo meldet sich mit Derby-Sieg zurück

1:0 gegen Magdeburg: Der Erfolg im Ostduell ist knapp, aber verdient. Wichtig ist dem Trainer die Reaktion des Teams. Die Analyse mit den Stimmen zum Spiel.

Der erste Heimsieg der Saison ist perfekt, und dann noch gegen Magdeburg. Dynamos Kapitän Sebastian Mai klatscht mit Kevin Ehlers ab.
Der erste Heimsieg der Saison ist perfekt, und dann noch gegen Magdeburg. Dynamos Kapitän Sebastian Mai klatscht mit Kevin Ehlers ab. © dpa-Zentralbild

Dresden. Es ist mehr spürbare Erleichterung als großer Jubel, am Ende aber zählt ohnehin nur das Ergebnis. Und das hat diesmal gestimmt, zumindest aus Sicht von Dynamo Dresden. Der Zweitliga-Absteiger entschied das Ostduell gegen den 1. FC Magdeburg mit 1:0 für sich. Das entscheidende Tor am Samstagnachmittag erzielte Yannick Stark in der 54. Minute. "Dieser Sieg ist ganz wichtig für uns und für unseren weiteren Weg des Zusammenwachsens", erklärte Dynamos Trainer Markus Kauczinski danach. Hier der Liveticker zum Nachlesen.

Von einem Charaktertest wollte er trotz der derben 0:3-Niederlage in der Vorwoche gegen den Vorjahresbesten Bayern München II nichts wissen, als erste echte Bewährungsprobe für die neu zusammengestellte Mannschaft ging die Partie aber in jedem Fall durch. Das gestand auch Kauczinski. "Wir hatten schon ein bisschen Druck gekriegt. Doch wir haben gezeigt, dass wir da sind. Jetzt wieder aufzustehen und zu zeigen, dass man Fußball spielen und so ein Spiel beherrschen kann, auch wenn es bisschen Stress gibt, ist ganz wichtig für den Verlauf der Saison", sagte der 50-Jährige.

sz-Reisen
Mit SZ-Reisen die Welt entdecken
Mit SZ-Reisen die Welt entdecken

Bei SZ-Reisen findet jeder seine Traumreise. Egal ob Kreuzfahrt, Busreise, Flugreise oder Aktivurlaub - hier bekommen Sie für jedes Reiseangebot kompetente Beratung, besten Service und können direkt buchen.

Fünf Fragen und Antworten zu Dynamos schwer erkämpftem, aber hoch verdienten Heimsieg gegen den mehr denn je kriselnden 1. FC Magdeburg.

Wie fällt das Fazit nach dem Spiel aus?

Wie gesagt, Dynamo hat hochverdient gewonnen. Das steht außer Frage. Doch das mit Spannung erwartete packende, stimmungsvolle Derby war es nicht, vielmehr lange Zeit ein Gähn-Duell, zumindest in der ersten Halbzeit. Nennenswerte Szenen ließen sich an einer Hand abzählen. "Wir müssen zufrieden sein. Wir hatten die Niederlage der Vorwoche in den ersten Minuten noch in den Knochen. Doch insgesamt war es eine reife Leistung und ein verdienter Sieg", analysierte Kauczinski.

Die Dresdner brauchten tatsächlich reichlich Anlaufzeit. Schon in der ersten Hälfte hatten die Gastgeber zwar deutlich mehr Ballbesitz und das Spiel unter Kontrolle, nur konnte die Mannschaft mit dieser Überlegenheit nichts anfangen. Es mangelte im Spielaufbau an Ideen und Tempo, vor allem aber an Genauigkeit. Die beste Chance vergab Philipp Hosiner, der mit einem Kopfball in der 29. Minute an Magdeburgs Torwart Morten Behrens scheiterte. Magdeburg hatte eine einzige Möglichkeit, wobei der Kopfball von Christian Beck für Torwart Kevin Broll überhaupt kein Problem darstellte.

In der zweiten Halbzeit war Dynamos Dominanz noch größer, der Führungstreffer von Stark in der 54. Minute de facto überfällig. Doch Dynamo verpasste danach mehrmals die endgültige Entscheidung. Hosiner (58., 72.) sowie die eingewechselten Julius Kade (80.) und Panagiotis Vlachodimos (86.) vergaben beste Chancen. So war Magdeburg bis zum Schluss nur ein Tor vom zweifellos unverdienten Ausgleich entfernt. Doch es hätte tatsächlich ein Glückstreffer sein müssen, echte Chancen hatte die spielerisch limitierten und insgesamt enttäuschenden Gäste nicht.

Was sagt Yannick Stark zu seinem Tor des Tages?

Volles Risiko sei er eingegangen, meinte der Siegtorschütze danach. "Doch in dieser Situation war es die beste Variante. Und wenn es dann so klappt, habe ich alles richtig gemacht", kommentierte Stark seinen Treffer in der 54. Minute. 

Dem vorausgegangen war der Freistoß von Patrick Weihrauch, den Paul Will an die Querlatte des Magdeburger Tores köpfte. Den Abpraller nutzte der freistehende Stark und traf per Direktabnehme und mit feiner Schusstechnik aus zwölf Metern zum 1:0. "Das ist seine Position, das hat er schon gegen Hamburg gezeigt", sagte Kauczinski und meinte Starks Führungstreffer beim 4:1-Sieg im DFB-Pokal gegen den Hamburger SV, als der Neuzugang und stellvertretende Kapitän in einer ähnlichen Situation traf. 

Wie war die Stimmung bei nur 999 Fans im Stadion?

"Krach wie 10.000" wie vom Trainer erhofft konnten die offiziell 999 Zuschauer nicht erzeugen. Es fühlte sich in der ersten Halbzeit sogar phasenweise an wie eines dieser Geisterspiele gänzlich ohne Kulisse, was sicher auch mit dem Geschehen auf dem Platz zu tun hatte. Denn immer dann, wenn Dynamo in der Offensive zum Zug kam, meldete sich das Publikum. Nur war das eben zunächst selten der Fall.

Nach der Pause steigerte sich Dynamo und damit auch die Lautstärke auf der Tribüne. "Das ist natürlich nicht zu vergleichen mit der Stimmung, wenn die Bude voll ist. Es hat was gefehlt", meinte Kauczinski. Auch Magdeburgs Trainer Thomas Hoßmang, für den das Spiel auch eine Rückkehr nach Dresden war, wo er sowohl für Dynamo als auch den Dresdner SC spielte, stellte fest: "Die 1.000 Leute waren klasse. Aber es ist eben nicht so ein Derby mit voller Hütte." 

Wie reagierte der Trainer personell auf das 0:3 zuletzt?

Kauczinski veränderte die Anfangsformation auf drei Positionen, davon einmal notgedrungen. Kevin Ehlers ersetzte in der Innenverteidigung erwartungsgemäß Tim Knipping, der bei der 0:3-Niederlage zuletzt bei Bayern München II die Gelb-Rote Karte sah und für ein Spiel aussetzen muss. Zudem reagierte der Trainer in der Offensive auf die ernüchternden Leistungen zuletzt, was Torjäger Hosiner und Nachwuchsmann Ransford-Yeboah Königsdörffer das Startelf-Debüt bescherte. Sie waren anstelle von Christoph Daferner und Panagiotis Vlachodimos erstmals von Anfang an dabei.

Vor allem Neuzugang Hosiner, in der Vorsaison beim Chemnitzer FC mit 19 Toren der herausragende Mann, deutete mehrfach sein Können an - und hatte nicht zuletzt auch Pech bei seinen Chancen. "Wenn es gefährlich wurde, hatte er seine Füße im Spiel. Er hat ein gutes Spiel gemacht, wird seine Tore schießen", betonte Kauczinski, der mit der Chancenverwertung nicht hadern wollte: "Heute können wir es verknusen, dass er nicht getroffen hat."

Ehlers dagegen merkte man an, dass er sich nach seiner langen verletzungsbedingten Pause erst einmal wieder ins Spiel finden musste. Dynamos wertvollster Spieler im Kader machte seine Sache dann aber ordentlich. "So wie wir ihn kennen: Unaufgeregt und von Minute zu Minute immer besser, immer sicherer", schätzte Kauczinski ein.

Und Stefaniak? War der Rückkehrer auch dabei?

Ja, doch zunächst wie vom Trainer angekündigt nur auf der Bank. Als Stadionsprecher Peter Hauskeller die Aufstellung verlas, wurde der erst am Montag verpflichtete Rückkehrer jedoch schon mit großem Applaus begrüßt. Er wolle die Mannschaft pushen, hatte Stefaniak vorab gesagt

Auf dem Platz konnte er dies allerdings nicht tun, eingewechselt wurden drei andere. Dabei hätte es die Möglichkeit gegeben, weil Königsdörffer acht Minuten vor Schluss mit Krämpfen aus dem Spiel musste. Doch statt Stefaniak, der laut Aussage von Kauczinski noch etwas Trainingsrückstand hat, entschied sich der Trainer für Vlachodimos.

Wenn er Stefaniak gebracht hätte, sagte Kauczinski danach, dann im zentralen Mittelfeld. Dort entschied er sich dann aber für Kade, der Patrick Weihrauch ab der 77. Minute ersetzte. "Julius hat lange auf seine Chance gewartet und darum gekämpft. Deshalb habe ich mich für ihn entschieden. Marvin wäre normal gar nicht im Kader gewesen", sagte Kauczinski. Doch bei insgesamt sieben fehlenden Spielern rutschte auch Stefaniak in das Aufgebot für den Spieltag.

Dynamos neue Mannschaft: alle Spieler und Trainer im Kurzporträt.

Weiterführende Artikel

Dynamos Siegtorschütze: "Ganz so einfach ist es nicht"

Dynamos Siegtorschütze: "Ganz so einfach ist es nicht"

Hochverdient ist das 1:0 im Ostduell gegen Magdeburg, meint Yannick Stark. Danach spricht er über Risiko (bei seinem Tor) und Nebenwirkungen (für die nächsten Spiele).

Dynamos neues Dilemma mit den Fans

Dynamos neues Dilemma mit den Fans

Gut 10.000 Tickets waren für das Ostduell gegen Magdeburg verkauft, doch nur 999 Zuschauer dürfen ins Stadion. Sportliche Folgen, meint der Trainer, hat das nicht.

Als Dynamos Ultras den Europa-Rekord aufstellten

Als Dynamos Ultras den Europa-Rekord aufstellten

Die Fans hüllten das Stadion vor dem Ost-Klassiker gegen Magdeburg 2015 in eine große Fahne. Ex-Spieler Lumpi Lambertz bekommt immer noch Gänsehaut.

Neue Gegner, neue Regeln, neue Sender: Das ändert sich für Dynamo in der 3. Liga

Alles Wichtige und Wissenswerte rund um Dynamo - kompakt im Newsletter SCHWARZ-GELB, jeden Donnerstag neu und immer mit Gewinnspiel. Jetzt hier kostenlos anmelden

Mehr zum Thema Dynamo