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Fußballverband wehrt die Rebellion der Ostklubs ab

In einem offenen Brief fordern mehrere Vereine aus der Fußball-Regionalliga eine faire Aufstiegsregelung zur 3. Liga. Der Verband sieht keinen akuten Handlungsbedarf.

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NOFV-Chef Hermann Winkler ist gegen einen Sonderbundestag.
NOFV-Chef Hermann Winkler ist gegen einen Sonderbundestag. © Archiv: dpa/Sebastian Willnow

Leipzig. Mehrere Klubs der Regionalliga Nordost haben die Unterstützung des Nordostdeutschen Fußball-Verbands (NOFV) zur Reform der Aufstiegsregelung in die 3. Liga eingefordert. Der NOFV soll den Antrag der Vereine auf Einberufung eines außerordentlichen DFB-Bundestages unterstützen, hieß es in einem offenen Brief. Dort soll über eine andere Aufstiegsregelung abgestimmt werden.

Zu den Unterstützern der Reform zählen Energie Cottbus, der Chemnitzer FC, der FC Carl Zeiss Jena, der 1. FC Lok Leipzig und Chemie Leipzig sowie Rot-Weiß Erfurt.

Das Präsidium des NOFV hatte in einer Sitzung am 14. Oktober beschlossen, den Antrag nicht zu unterstützen. Als Begründung wurde das Fehlen von konkreten Alternativvorschlägen genannt. Die Klubs wollen nun dem offenen Brief zufolge gemeinsam mit Vereinen der Regionalliga Nord und Bayern einen Lösungsvorschlag erarbeiten und diesen innerhalb von drei Wochen einbringen.

Momentan steigen nur die Meister der Staffeln West und Südwest direkt in die 3. Liga auf. Der dritte Aufsteiger wird im Rotationsprinzip zwischen den Ligen Nord, Nordost und Bayern vergeben. Die verbleibenden zwei Meister spielen den vierten Aufsteiger in einer Relegation mit Hin- und Rückspiel aus. Diese Regelung steht seit Jahren in der Kritik, die Mehrheit spricht sich dafür aus, dass Meister aufsteigen müssen.

Aufstockung der 3. Liga scheitert an Drittligisten

Dafür müssten allerdings die Regionalliga-Staffeln reformiert werden, wie Hermann Winkler, NOFV-Präsident und zugleich Vorsitzender des sächsischen Fußball-Verbandes in einem Interview mit Sächsische.de erklärte. "Der Südwesten und Westen umfassen insgesamt mehr als 50 Prozent der gemeldeten Männermannschaften in Deutschland, daher haben sie einen direkten Aufsteiger", sagte Winkler, dem die aktuelle Regelung selbst nicht gefällt.

"Das ist ja auch ein Wettbewerbsnachteil bei der Kaderplanung für die neue Saison. Wer in die Play-offs muss, kann noch keine Verträge abschließen, die anderen schon. Aber wir brauchen für eine Änderung die Mehrheit im gesamten DFB, und die haben wir nur für diesen schlechten Kompromiss gefunden", verdeutlichte Winkler. Sein Vorschlag: Die Erhöhung der 3. Liga auf 22 Mannschaften mit fünf Absteigern. Dann könnte jeder Regionalliga-Meister direkt aufsteigen. Winkler: "Aber da macht die 3. Liga nicht mit."

"Die derzeit geltende Regelung sollte zunächst eine Übergangsregelung sein, die sich nun jedoch manifestiert – und offensichtlich manifestieren soll", heißt es nun in dem Brief der Vereine. "Der nächste ordentliche DFB-Bundestag ist erst 2025. Unser Vertrauen in die Verbände, wenigstens bis dahin eine Lösung anzustreben, die alle Meister der fünf Regionalligen gleich und fair behandelt, ist auf ein Mindestmaß gesunken." (dpa, SZ)