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Dresden

Tankstellenräuber nun vor Gericht

Eine junge Frau aus Dresden und ein Mann sollen für fünf Überfälle verantwortlich sein. 

Mit diesem Foto fahndete die Polizei nach der Räuberin.
Mit diesem Foto fahndete die Polizei nach der Räuberin. © Polizeidirektion Dresden

Fast neun Monate nach einer spektakulären Serie von Raubüberfällen beginnt der Prozess gegen ein junges Pärchen vor der Jugendkammer des Landgerichts Dresden. Den beiden Angeklagten, einem gebürtigen Österreicher (19) und einer zuletzt wohnungslosen Dresdnerin (18), wird unter anderem schwere räuberische Erpressung vorgeworfen. Gemeinsam sollen sie am 20., 22., 24. und 28. Januar spätabends Tankstellen überfallen haben – zweimal die Esso in der Leipziger Straße, einmal eine Total-Tanke in der Wiener Straße und eine Star-Station in der Dohnaer.

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Nach Angaben der Justiz habe die 18-Jährige die Verkäuferinnen mit einer Schreckschusswaffe bedroht und sich Bargeld aushändigen lassen, während ihr Komplize mit Wechselkleidung im Rucksack in der Nähe gewartet habe. Insgesamt habe das Paar dabei rund 1 200 Euro erbeutet. Bereits am 3. Januar soll der Angeklagte allein ein erstes Mal die Tankstelle in der Wiener Straße überfallen und dabei 620 Euro erbeutet haben. Auch er habe eine Schreckschusswaffe eingesetzt.

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Obwohl beide Angeklagte zur Tatzeit bereits 18 Jahre alt waren, hat die Jugendkammer des Landgerichts Dresden auf Antrag der Verteidiger die Öffentlichkeit für das gesamte Verfahren ausgeschlossen. Der Vorsitzende Richter Andreas Ziegel begründete die Entscheidung mit Reifeverzögerungen. Der inzwischen 19-Jährige sei in der Untersuchungshaft mit massiven Verhaltensänderungen und Psychosen aufgefallen. Bei der noch 18-Jährigen wurde eine Reifeverzögerung und „emotionale Instabilität“ diagnostiziert. Die schutzwürdigen Interessen der Angeklagten überwögen das Informationsinteresse der Öffentlichkeit, so das Gericht.

Das Paar wurde am 1. Februar festgenommen. Eine Polizeimitarbeiterin hatte es in einer Straßenbahn erkannt und war ihm in die Neustadt gefolgt. In der Wohnung des 19-Jährigen in der Hauptstraße fand die Polizei Cannabis-Pflanzen. Drogensucht nannte die Polizei als Motiv für die Überfälle der beiden . Unklar ist, ob sich das Paar zu den Vorwürfen geäußert hat. Von der Tatwaffe fehlt jede Spur. In der Wohnung des 19-Jährigen fand die Polizei lediglich Patronen für Schreckschusswaffen. Das Gericht hat drei Sitzungstage bis zum 25. September angesetzt.