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Wann sind Mischlingstests bei Hunden sinnvoll?

Viele Hundebesitzer wollen wissen, welche Rassen in ihrem Hund stecken. Doch DNA-Tests haben Schwächen.

Weiß, was Hunde wollen: Katja Krauß ist staatlich anerkannte Hundesachverständige und Hundetrainerin.
Weiß, was Hunde wollen: Katja Krauß ist staatlich anerkannte Hundesachverständige und Hundetrainerin. © R. Günther/dpa

Von Marie von der Tann

Der Mischling könnte ein Pitbull-Mix sein. Oder ist er mit dem Labrador verwandt – oder sogar beides? Seit einigen Jahren sind Mischlings-DNA-Tests beliebt. In privaten Laboren können Besitzer mithilfe einer Speichelprobe die Gene ihres Hundes scannen lassen und so möglicherweise herausfinden, was für Rasseanteile in ihrem Tier stecken. Doch der Test ist umstritten.

Hunde-Verhaltensexpertin und Trainerin Katja Krauß gibt aber zu bedenken: „Zunächst einmal sind die Datenbanken der Gen-Labore, also die Rassen, mit denen abgeglichen wird, unterschiedlich und verschieden umfangreich. Es gibt also keinen standardisierten Test. Und keinen, der alle Rassen führt.“ Das bedeutet, dass für Hunderassen, die selten sind, vielleicht ein falsches Ergebnis angezeigt wird.

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Ihrer Erfahrung nach ziehen Hundebesitzer aus den Tests außerdem oft falsche Rückschlüsse. „Ich hatte mit einem getesteten Mischling aus Greyhound und Dackel zu tun. Die Besitzer waren der festen Überzeugung, dass ihr Hund einen Greyhound-typischen Futterbedarf hat, und ernährten ihn demnach. In diesem Fall war das aber Quatsch“, sagt Krauß. „Ein Mischling aus Greyhound und Dackel kann sich eins zu eins wie ein Greyhound verhalten oder auch nur wie ein klassischer Dackel“, erklärt sie. „Eine Kreuzung bedeutet ja nicht, dass der Charakter die genaue Mischung aus beiden Rassen ergibt.“ Demnach bringe einen eine solche Analyse zunächst einmal kein Stück weiter.

Eigenheiten schon im Welpenalter erkennbar

Besonders heikel ist es ihrer Ansicht nach, wenn die Labors den eingesandten Speichel auch noch auf rassetypische Krankheiten untersuchen. Dies mache den Besitzern viel Angst und sorge vielleicht sogar für eine unnötige Behandlung, denn keiner weiß, ob die Tiere erkranken.

Aber was ist mit dem Verhaltens-Aspekt? Test-Befürworter argumentieren, dass Halter damit besser auf die Eigenheiten des Hundes eingehen können. Krauß ist sich jedoch sicher: „Erfahrene Hundetrainer können Haltern das durch das Aussehen und die Beobachtung der Tiere besser sagen als ein DNA-Test.“ Schwieriger ist es bei Welpen, die alle gleich flauschig, klein und unbeholfen sind. Tierschutzorganisationen, die Tiere aus dem Ausland vermitteln, setzen deshalb in manchen Fällen auf die DNA-Tests, damit es später keine bösen Überraschungen gibt.

Doch selbst hier kann ein Fachmann das Verhalten des Tieres, und wenn nur durch ein Video, besser beurteilen. Auch im Welpenalter könne man mit geschultem Blick die Eigenheiten von Hunden erkennen, meint Krauß. (dpa)

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