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Leben und Stil

Warnung vor Haltung von Wolfshybriden

Tierschützer warnen vor der Haltung von Wolfhunden als Haustiere. Sie seien sehr anspruchsvoll zu halten.

Wolfshybride Raik steht in einem Gehege im Alternativen Bärenpark Worbis.
Wolfshybride Raik steht in einem Gehege im Alternativen Bärenpark Worbis. © dpa-Zentralbild

Berlin. Die Welttierschutzgesellschaft warnt vor der Haltung von Wolf-Hund-Mischlingen als Haustiere. Die Tiere seien für Hundehalter - auch für erfahrene - sehr anspruchsvoll zu halten, sagte die inhaltliche Leiterin Tierschutzarbeit bei der Welttierschutzgesellschaft Daniela Schrudde der Deutschen Presse-Agentur.

Gerade solche Tiere mit hohem Wolfsanteil seien genauso menschenscheu wie Wölfe und reagierten deshalb oft sehr deutlich auf ungewohnte Reize. Was genau passiere, hänge vom jeweiligen Tier ab.

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Hybriden sind Nachkommen von Eltern unterschiedlicher Arten. Bezogen auf Wolf-Hund-Mischlinge gilt die Bezeichnung jedoch als ungenau, da letztlich alle Hunderassen vom Wolf abstammen - sie sind nur unterschiedlich weit entfernt von dem Raubtier.

Komplexe soziale Struktur von Wolfshybriden

Zu einer besonderen Herausforderung wird die Haltung von Wolfshybriden zudem durch die komplexe soziale Struktur ihrer wölfischen Vorfahren. Anders als in der Natur könnten sich etwa zwei fremde Wolfshybriden, die nicht im gleichen Rudel aufwuchsen, in einem Gehege nicht aus dem Weg gehen, sagt Wildtierexperte Bernd Nonnenmacher vom Bärenpark Worbis. In einem solchen Fall sei es wahrscheinlich, dass sich die Tiere bis zum Tod bekämpfen, wenn sie sich nicht als Paar zusammenfinden.

"Die Natur ist da nicht so emotional wie wir." Gleichwohl stellt der Experte klar, dass ein solcher Todeskampf nur bei einander fremden Tieren vorkomme. Wenn Hybriden hingegen als Jungtiere im Rudel aufwachsen, könne dies funktionieren.

In Deutschland gibt es nach unterschiedlichen Schätzungen 1.000 bis 2.000 Wolfshybriden. Nur wenige davon leben jedoch wild in freier Natur. Die Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung (SGN) ermittelte im Jahr 2018 eine Hybridisierungsrate von weniger als einem Prozent. Ähnlich wie Wölfe stehen frei lebende Wolfshybriden unter Artenschutz - die Haltung und Züchtung von domestizierten Hybriden ist hingegen erlaubt. (dpa)

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