merken
PLUS Görlitz

Post auf Schneekoppe in italienischer Hand

Die bisherigen Eigentürmer haben das Gebäude aus Zeitgründen verkauft. Besucher können hier aber weiter Karten verschicken.

Das moderne Postgebäude auf der Schneekoppe hat nun einen italienischen Besitzer. Ausflügler können von dort weiterhin Karten verschicken.
Das moderne Postgebäude auf der Schneekoppe hat nun einen italienischen Besitzer. Ausflügler können von dort weiterhin Karten verschicken. © Wikipedia/Honza Groh

Kein Urlaub, keine Feiertage und immer erreichbar sein. So sah das Leben der tschechischen Familie Bláha in den letzten neun Jahren aus. Denn sie betrieb das Postamt auf der tschechischen Seite der Schneekoppe im Riesengebirge. Doch sie haben den modernen Bau aus dem Jahr 2007 verkauft. Die neuen Besitzer sind Italiener.

„Unser Vater möchte mehr Zeit für Reisen haben und mein Bruder für die eigene Familie“, erzählt Daniela Maixnerová, die fest zum Familienbetrieb gehört. Auf die Schneekoppe möchten die bisherigen Inhaber gerne weiterhin kommen – aber nur noch als Touristen. „Besuchen wollen wir auch andere Bauden in der Umgebung, zu denen wir die ganze Zeit nur hinschauen konnten“, ergänzt sie.

Anzeige
Hier werden Azubis gesucht!
Hier werden Azubis gesucht!

Die Schule neigt sich dem Ende und ihr habt keine Ahnung was ihr beruflich machen wollt? Diese Firmen haben freie Ausbildungsplätze.

Das Postgebäude ist nun im Besitz der Prager Firma Piange, die dem Italiener Eugen Bramerini gehört und die sich der Gastronomie widmet. Vorgesehen seien in dieser Hinsicht künftig breitere Dienstleistungen, wie das Unternehmen informiert. Auch jetzt, während der Coronazeit, ist die Poststelle geöffnet. Die Kunden sollen weiterhin von hier aus ihre Postkarten abschicken sowie Andenken kaufen können, welche die Bláhas weiterhin zuliefern. Sie hatten zwei Jahre lang versucht, einen neuen Eigentümer zu finden. Verhandlungen mit einem Interessenten aus dem Isergebirge seien gescheitert, diesmal wurde der neue Besitzer aus vier Interessenten gewählt.

Höchstgelegenes Gebäude der Tschechischen Republik

Das moderne Postamt, um das trotz milder Temperaturen noch rund zwei Meter hoch der Schnee liegt und zu dem acht Monate im Jahr kein Auto durchkommt, steht seit etwa 13 Jahren auf der Schneekoppe. Das Objekt aus Holzteilen mit Stahlzugbändern wurde nach den Plänen der Architekten Martin Rajniš und Patrik Hoffman gebaut. Es gilt als das höchstgelegene Gebäude der Tschechischen Republik – es steht 1.600 Meter über dem Meeresspiegel. Die neue Post befindet sich dort, wo früher die Böhmische Baude stand. Diese wurde 1868 erbaut, und 1990 aus hygienischen Gründen geschlossen. Während des Zweiten Weltkrieges war nur das Postamt auf der deutschen Seite der Schneekoppe in Betrieb, die Sendungen wurden in Ober-Krummhübel (heute Karpacz) gestempelt.

Die neue Poststelle ersetzt das alte Holzhaus, das fast 150 Jahre auf der tschechischen Seite der Schneekoppe stand und inzwischen zweimal umgesetzt wurde. Nach zehnjährigem Betrieb auf einem Campingplatz in Mittelböhmen fand das Gebäude vor zwei Jahren eine neue Heimat in Monínec im Böhmerwald.

Mehr Nachrichten aus Görlitz lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Niesky lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Löbau lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Zittau lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Görlitz