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Dresden

TU Dresden trauert um Ehrensenator

Der Unternehmer Heinz-Jürgen Preiss-Daimler verstarb am Dienstag nach schwerer Krankheit. Er war ein besonderer Förderer der Krebsmedizin.

Heinz-Jürgen Preiss-Daimler war im vergangenen Jahr gefeierter Preisträger des Sachsen-Preises auf dem Semperopernball.
Heinz-Jürgen Preiss-Daimler war im vergangenen Jahr gefeierter Preisträger des Sachsen-Preises auf dem Semperopernball. © René Meinig

Er galt als einer der bedeutendsten Förderer der Technischen Universität Dresden und der Dresdner Hochschulmedizin und hat sein Leben dem Kampf gegen Krebs gewidmet: Am Dienstag, dem Weltkrebstag, starb Heinz-Jürgen Preiss-Daimler nach schwerer Krankheit im Alter von 80 Jahren. Das teilte die TU Dresden am Mittwoch mit. 

"Sein Lebenswerk – der Aufbau einer weltweit tätigen Unternehmensgruppe mit mehr als 4.000 Beschäftigten und die Gründung der gemeinnützigen Preiss-Daimler-Stiftung für Medical Research and Equipment – hat jedoch über seinen Tod hinaus Bestand", schreibt die TU im Nachruf auf den Unternehmer aus Wilsdruff. Preiss-Daimler war seit 2018 Ehrensenator der Universität.

Trotz aller Erfolge sei er nicht müde geworden, "über die Krankheit Krebs zu sprechen und fest daran zu glauben, dass sie eines Tages besiegbar sein würde". Seit mehr als zehn Jahren habe er die TU Dresden, das Universitätsklinikum Dresden und die Medizinische Fakultät regelmäßig durch finanzielle Mittel unterstützt. "Er ermöglichte damit die Anschaffung medizinischer Geräte und leistete zahlreiche Sachspenden."

Seinen Kampf gegen Krebs in Buch aufgearbeitet

Zu Beginn dieses Jahres habe er den Mitarbeitern des Universitätsklinikums, die über die Weihnachtsfeiertage im Transport tätig waren, 1.000 Flaschen Wein aus eigener Herstellung geschenkt. "Nach seinen Beweggründen für dieses einzigartige Engagement gefragt, wurde der Unternehmer nachdenklich. 'Ich selbst erkrankte vor über zehn Jahren an Krebs und bin seither in unzähligen Therapien und Behandlungen', erklärte er. Nun wolle er etwas zurückgeben, an jene Menschen, die diesen Weg begleitet hätten." 

Noch vor wenigen Monaten habe Preiss-Daimler anlässlich einer Zuwendung an die Hochschulmedizin Dresden gesagt: "Die Förderung des öffentlichen Gesundheitswesens liegt mir besonders am Herzen. Jährlich erkranken in Deutschland rund eine halbe Million Menschen neu an Krebs. Wir brauchen in diesem Bereich Spitzenforschung auf allerhöchstem Niveau." 

Seinen eigenen Kampf gegen den Krebs hat der Unternehmer 2019 in einem Buch aufgearbeitet. Zu seinem 80. Geburtstag erschien das Werk "Über(s)leben: Krebs – Im Kopf fängt die Heilung an" (Mitteldeutscher Verlag, 20 Euro). Damit wollte er Menschen Mut machen, "die genau wie ich mit der Diagnose Krebs konfrontiert sind". 

Mit der Ernennung zum Ehrensenator würdigte die TU Dresden "seine Verdienste um Wissenschaft und Krankenversorgung in der Universitätsstadt Dresden, insbesondere seine stete Förderung der Medizin und des Maschinenwesens der TU Dresden", so Rektor Prof. Hans Müller-Steinhagen damals. Preiss-Daimler selbst gestand in seiner Festrede nach der feierlichen Verleihung dieser Würde: "Als ich von der Ehrung erfuhr, hatte ich Tränen in den Augen. So sehr habe ich mich über diese Nachricht gefreut."

3,5 Millionen Euro für die Hochschulmedizin

Insgesamt 3,5 Mio. Euro habe Jürgen Preiss-Daimler in die Dresdner Hochschulmedizin investiert. "Er finanzierte Stipendien, ermöglichte den Kauf von Diagnose-Geräten und beteiligt sich maßgeblich am Bau des neuen Forschungsgebäudes für das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen Dresden (NCT)", erklärt die TU. 

"Wir sind Jürgen Preiss-Daimler für sein Engagement mehr als dankbar", so der Medizinische Vorstand Prof. Michael Albrecht. "Mit seiner beispielhaften Haltung und seinem Mäzenatentum bleibt er ein Vorbild, dessen Vision einer Heilbarkeit von Krebs uns seit vielen Jahren eint." Heinz Reichmann, Dekan der Medizinischen Fakultät der TU Dresden ergänzt: "Die jahrzehntelange Unterstützung Heinz-Jürgen Preiss-Daimlers war umfassend und visionär. Die Förderung junger Wissenschaftler in Form von Stipendien war eine vorausschauende Investition in die Zukunft der Medizin, auch dafür sind wir ihm mehr als dankbar."

Ein Mäzenatentum wie jenes von Heinz-Jürgen Preiss-Daimler sei in Deutschland und besonders in Ostdeutschland mehr Ausnahme als Regel. "Heinz-Jürgen Preiss Daimler war sich in den vergangenen Jahren immer bewusst, dass der Kampf gegen den Krebs die Herausforderung seines Lebens ist", heißt es im Nachruf der TU. "Seine Familie - Ehefrau Beatrix, die Kinder und Enkelkinder, aber auch seine Freunde, Mitarbeiter und Partner der TU Dresden und der Hochschulmedizin Dresden trauern um eine herausragende Persönlichkeit, um einen Mann, der mit seiner Ausstrahlung andere für sich, seine Ideen, seine Ziele und Visionen gewinnen und begeistern konnte."

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