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Görlitz

Warum Görlitz eine Nacht lang rot sah

Dicker Turm, Kreuzkirche, Nostromo, Theater und Kühlhaus wurden angestrahlt. Dahinter steckte keine Kunstaktion, sondern ein deutschlandweiter Hilferuf.

Der Dicke Turm wurde rot angestrahlt.
Der Dicke Turm wurde rot angestrahlt. © Nikolai Schmidt

Der Dicke Turm am Marienplatz in Görlitz wurde am späten Montagabend in rotes Licht getaucht. Dahinter verbirgt sich ein Zeichen der Kulturschaffenden, die in der Corona-Krise nicht vergessen werden wollen. Unter dem Motto „Night of Light“ lief die Aktion deutschlandweit. Über 6.000 Veranstalter, Künstler, Bühnenbauer, Veranstaltungstechniker, Eventagenturen und andere hatten sich angemeldet. Fast 6.500 Gebäude sendeten symbolisch ein "SOS-Signal", indem sie rot angleuchtet wurden.

„Wir wollen daran erinnern, dass auch wir Jobs haben, die wir nicht verlieren wollen und Familien, die wir ernähren wollen“, sagt Harald Sturm vom Görlitzer Unternehmen Sturmevents. Er zeichnet für die Aktion auf dem Marienplatz verantwortlich. Unterstützung bekam er unter anderem vom Görlitzer Kulturservice. In Görlitz wurden auch im Kreuzkirchenpark, im Club Nostromo, am Theater und im Kühlhaus Gebäude angestrahlt.

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Ein paar Schaulustige sahen sich das Spektakel an.
Ein paar Schaulustige sahen sich das Spektakel an. © Nikolai Schmidt

Sturm arbeitet viel für regionale Firmen, wenn sie Tagungen oder Kongresse veranstalten. Der jüngste und nach eigenen Angaben in der Corona-Krise einzige Auftrag für ihn: Er hat für Bühne und Technik beim Gedenken an den 17. Juni am Postplatz gesorgt.

Kultureinrichtungen gehörten zu den ersten, die von Corona-Maßnahmen betroffen waren, erinnert Sturm. Und noch mindestens bis Ende Oktober werden Großveranstaltungen nicht stattfinden können. Für die Maßnahmen gegen Corona hat er Verständnis, sagt Sturm, dennoch fühle er sich mit seiner Branche alleingelassen. „Zum Beispiel: Wenn ich bei Veranstaltungen jetzt unter der 1.000-Personen-Marke bleibe, ist es trotzdem schwierig“, erklärt er. „Wie soll ich bei solchen Zahlen gewährleisten, dass die Leute sich an Abstandsregeln halten? Das sind solche Dinge, die sind nicht umsetzbar, nicht durchdacht.“

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Dahinter steckte keine Kunstaktion, sondern ein Notsignal. Das wurde deutschlandweit gesendet.

Auf einer Leinwand auf dem Marienplatz wurde zuvor tagsüber auf Veranstaltungen hingewiesen, die trotz Corona-Krise stattfinden können - wie der Tippelmarkt und die Naschallee. In der Nacht strahlte der Turm dann als stilles Zeichen. Und für einen kurzen Moment wurde auch gezeigt, wie es ist, wenn sprichwörtlich alle Lichter ausgehen.

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Der Dicke Turm spiegelt sich im Brunnen am Marienplatz.
Der Dicke Turm spiegelt sich im Brunnen am Marienplatz. ©  Nikolai Schmidt

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