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Warum unser Fußwohl entscheidend für die Gesundheit ist

Die Füße des Menschen leisten täglich harte Arbeit. 

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© Flickr feetPetras Gagilas CC BY-SA 2.0 Bestimmte R

Sie tragen das gesamte Körpergewicht, dämpfen Stöße, sorgen für Körperstabilität und sind der Grund dafür, dass wir gehen können. Wer seine Füße schlecht behandelt, indem er beispielsweise falsches Schuhwerk trägt, läuft Gefahr, nachhaltig Schmerzen ertragen zu müssen. Auch der Fuß braucht nun mal Pflege, um lange gut zu funktionieren.

Der Fuß ist ein Meisterwerk

Mehr als 300 Bänder und Sehnen, über 20 Gelenke, mehr als 60 Muskeln sowie ein Viertel der gesamten Zahl an Knochen im Körper sind in den Füßen verortet. Durch ihre hochkomplexe und äußerst intelligente Anatomie sorgen unsere Füße dafür, dass sich der Mensch ohne Probleme fortbewegen kann. Aufgrund des Längs- und Quergewölbes, das der Fuß aufweist, liegt im Normalfall niemals seine gesamten Fläche auf dem Boden auf. Stattdessen wird das Körpergewicht immer fort optimal verteilt und ausbalanciert. Zudem dient ein ordentliches Fettpolster in der Sohle bei jedem Schritt als Stoßdämpfer, der das Dreifache des Körpergesichts abfedern muss. Zudem befinden sich Tausende Nerven und Sensoren an den Sohlen. Neurologisch nachgewiesene Propriorezeptoren senden Mitteilungen direkt an das Gehirn. Die Fähigkeit, Bewegung, Haltung und die Position des eigenen Körpers im Raum zu erkennen, wird häufig auch als Tiefensensibilität und sechster Sinn bezeichnet.

Der Fuß und seine Krankheiten

Sind die Füße nicht gesund, spürt man das deshalb häufig im gesamten Körper. Werden sie zum Beispiel falsch belastet, kann es zu verfrühtem Gelenkverschleiß, Fehlstellungen im Sprung- und Kniegelenk sowie zu verschiedenen Schmerzen in Fuß, Knie, Hüfte und Rücken kommen. Selbst Kopfschmerzen sind bisweilen auf eine mangelnde Statik der Füße zurückzuführen.

Fehlstellungen

Fußfehlstellungen sind durchaus keine Seltenheit, manche können gar als Volkskrankheiten angesehen werden. Bei jedem Zweiten etwa senkt sich mit der Zeit das Fußgewölbe ab, sodass ein Senkfuß entsteht. Daraus können ein zur Seite geknickter Fuß und später der sogenannte Plattfuß resultieren. Kinder leiden häufig an dieser Fehlstellung, die sich jedoch meist spätestens mit der Pubertät wieder zurückentwickelt. Bei Erwachsenen führen geschwächte Bänder und Sehnen zum Plattfuß. Übergewicht, Rheuma und eine untrainierte Fußmuskulatur fördern die Fehlstellung. Fußgymnastik und Barfußgehen stärken die Muskulatur der Füße. Orthopädische Einlagen in den Schuhen helfen, das Fußgewölbe wieder anzuheben. Sie sollten allerdings vom Fachmann an den Fuß angepasst werden, um nicht dafür weitere Fehlstellungen hervorzurufen.

Weitverbreitet: Der Ballenzeh

Der Ballenzeh (Hallux valgus) ist eine weitere und eine der häufigsten Fehlstellungen des Fußes. Vor allem Frauen kämpfen damit, weil sie oft hohe, nach vorne spitz zulaufende Schuhe tragen. Diese engen den Fuß ein, wodurch sich die großen Zehen stark verformen können. Beim Hallux valgus wandert der Mittelfußknochen nach außen, der Fuß wird dadurch breiter. Gleichzeitigt weicht der große Zeh in Richtung der anderen Zehen aus und verdrängt diese. Das ist oft schmerzhaft und führt zu Problemen beim Laufen, da die Wölbung des Mittelfußknochens außen gegen den Schuh stößt, sodass es unangenehm drückt und scheuert. Betroffene, die mit einem Hallux valgus umgehen müssen, sollten vor allem auf das passende Schuhwerk achten. Unter anderem im Internet findet man durchaus modische Schuhe, die speziell für diese Fußfehlstellung konzipiert sind. Orthopädische Einlagen entlasten den Vorfuß und helfen, den Schmerz zu lindern. Mittlerweile gibt es sogar sensomotorische Einlagen, welche die Fußmuskulatur positiv anregen. Sie haben einen ähnlichen Effekt wie das Barfußgehen.

Maßnahmen für gesunde Füße

Um die Füße gesund zu halten und Fehlstellungen vorzubeugen, gibt es verschiedene Maßnahmen, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen. Schon wenige Minuten, die man täglich in sein Fußwohl investiert, wirken gesundheitsfördernd:

Barfußgehen ist eine der effektivsten und gesündesten Maßnahmen. Es stimuliert die Füße und trainiert die Muskulatur, hilft den Füßen, „durchzuatmen“, und schult das richtige Abrollverhalten.

Massagen fördern die Durchblutung und regen die Nerven und Sensoren in den Füßen an. Im Rahmen der Fußreflexzonenmassage werden bereits etliche physiologische Beschwerden alternativ behandelt.

Passende Schuhe sind obligatorisch. Die Ferse darf nicht herausrutschen beim Gehen, ebenso sollten zwischen Zehen und Schuhvorderseite circa 12 Millimeter Platz bleiben. Der Schuh sollte niemals zu eng oder zu schmal ausfallen. In der Regel schwellen Füße im Lauf des Tages an und werden breiter. Je enger die Schuhe, desto problematischer wird es für den Fuß.

Fußgymnastik stärkt Muskulatur und Bindegewebe im Fuß und verbessert die Koordination und Feinmotorik. Das beugt Fehlstellungen vor und hilft bei der Linderung von Schmerzen. Fünf einfache Gymnastikübungen, mit denen man die Füße gesund halten kann, werden in diesem Video präsentiert.

*Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit dem externen Redakteur Anke Fink.