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Wer vermüllt die Kiesstraße?

Unbekannte haben Sperrmüll in Copitz illegal entsorgt. Das ist nicht das einzige Problem im Stadtteil.

Von Mareike Huisinga
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Idylle an der Wesenitz? Von wegen! Dreckecken verschandeln den Straßenrand an der Kiesstraße von Copitz nach Pratzschwitz.
Idylle an der Wesenitz? Von wegen! Dreckecken verschandeln den Straßenrand an der Kiesstraße von Copitz nach Pratzschwitz. © Mareike Huisinga

Gisela Heller wohnt seit vielen Jahren in Pirna-Copitz. Sie mag ihren Stadtteil. Deshalb ist sie auch umso entsetzter, dass immer öfter Unbekannte ihren Müll einfach an dem Straßenrand entsorgen. Besonders schlimm sei es an der Kiesstraße, die von der Pratzschwitzer Straße in Richtung Flughafen abzweigt. Gleich nach der scharfen Linkskurve liegt im Straßengraben ein unappetitlicher Haufen. Schmutzige PVC-Bodenbeläge türmen sich, Plastiksäcke mit Grünabschnitt liegen daneben. Das Stillleben ist garniert mit Pappbechern. „Bestimmt seit über drei Wochen liegt der Müllhaufen hier schon“, sagt Gisela Heller. Nur wenige hundert Meter weiter jenseits der Wesenitzbrücke befindet sich der nächste Müllhaufen. Auch hier hat jemand ganz offensichtlich genug von seinem Kunststoff--Fußboden gehabt. Ebenso von den hässlichen Fußleisten, die mit einem Elektrokabel zusammengeschnürt daneben liegen. Völlig unverständlich: Gelbe Säcke mit Plastikflaschen, auf denen Pfand liegt, wurden ebenso entsorgt. Fast traurig wirkt die weggeworfene Blümchentapete, die vermutlich noch aus DDR-Zeit stammt und sich in Dornenzweigen verfangen hat. Viel besser sieht es auf der anderen Straßenseite übrigens auch nicht aus. Alte Auto- und Mopedreifen wurden dort achtlos hingeworfen.

Gisela Heller schüttelt den Kopf. Ihre Meinung ist eindeutig. „Das sind doch alles Müllgegenstände, die man an den Wertstoffcontainern oder über Spermüll-Abfuhr kostenlos entsorgen kann. So schädigen einige wenige die Natur, und das geht zulasten aller“, sagt die Rentnerin erbost.

Die Stadt will jetzt handeln. „In den beiden beschriebenen Fällen werden wir unseren Bauhof bitten, die Lage vor Ort zu prüfen und geeignete Maßnahmen zur Beseitigung zu ergreifen, gegebenenfalls mit Hilfe des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Oberes Elbtal“, sagt Sara Häntzschel, Mitarbeiterein der Pirnaer Stadtverwaltung, auf SZ-Nachfrage.

Aber nicht nur die Müllspur an der Kiesstraße regt Gisela Heller auf. Ganz in der Nähe ihrer Wohnung befinden sich zwei Glascontainer. Ende November wollte sie ihr Altglas an diesem Wertstoff-Standort am Klettring entsorgen. Da entdeckte sie Kartons mit Glasbruch auf den Container. „Kaputte Bierseidel, Schnapspullis, sogar zerbrochene Glasscheiben waren drin“, zählt sie auf. Für sie steht fest: Es wäre nur eine Frage der Zeit gewesen, bis irgendwelche Chaoten diese Kartons auf die Straße oder den Gehweg geschmissen hätten. Deshalb ergriff sie Eigeninitiative und warf das Glas mit spitzen Fingern in die Container, die Kartons faltete sie zusammen, um sie korrekt im Papiercontainer zu entsorgen.

Es sei nicht das erste Mal gewesen, dass Unbekannte ihren Müll auf den Containern abgelegt haben. „Ich habe dort schon Lampengläser und sperriges Porzellan gesehen“, berichtet Gisela Heller. Für die Reinigung der Containerstandplätze sei die jeweilige Kommune verantwortlich, sagt Olaf Müller vom Zweckverband Abfallwirtschaft Oberes Elbtal (ZAOE). Wie häufig Verunreinigungen der Containerstandplätze aufgrund nicht sachgemäßer Entsorgungen vorkommen, könne vom ZAOE nicht festgestellt werden. Gefühlt sei aber das gesamte Verbandsgebiet mit seinen beiden Landkreisen davon betroffen, so der Mitarbeiter.

Müller bittet die Bürger und Anwohner um Hilfe. Der Beginn einer nicht sachgemäßen Müllablagerung sollte unverzüglich dem Ordnungsamt gemeldet werden. Wird eine größere illegale Abfallablagerung vermutet, sollte immer so schnell wie möglich die Abfallbehörde des Landkreises informiert werden. Kontaktdaten sind in jedem Abfallkalender aufgeführt. Die Abfallbehörde versuche dann, einen Verursacher zu ermitteln. Gelingt dies nicht, werde die Beräumung durch eine Firma veranlasst, informiert Müller.