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Sachsen von Sturm und Hagel besonders oft betroffen

Der Freistaat wurde 2019 am zweithäufigsten von extremem Wetter heimgesucht. Bei den Schäden führt ein anderes Bundesland.

Sturmtief Eberhard hinterließ im März 2019 auch in Sachsen deutliche Spuren.
Sturmtief Eberhard hinterließ im März 2019 auch in Sachsen deutliche Spuren. © Sebastian Kahnert/dpa

Deutschland ist 2019 bei Stürmen, Hagelschauern und anderen extremen Wetterereignissen vergleichsweise glimpflich davongekommen. Im Vergleich zum Vorjahr seien die versicherten Gesamtschäden um etwa ein Zehntel auf drei Milliarden Euro zurückgegangen, meldet der Branchenverband GDV unter Verweis auf seinen aktuellen Naturgefahrenreport. Demnach mussten 2,7 Milliarden Euro ausgegeben werden, um Sturm- und Hagelschäden an Gebäuden, Kraftfahrzeugen, Hausrat sowie in Gewerbe, Industrie und Landwirtschaft zu begleichen. Die restlichen 300 Millionen entfielen auf Elementargefahren wie Hochwasser, Starkregen oder Erdrutsche.

Sachsen ist laut GDV eines der Bundesländer, die besonders häufig von Hagel und Sturm betroffen waren. Laut Statistik kamen im Freistaat auf 1.000 Sachversicherungsverträge 43,3 Schäden. Nur das Saarland verzeichnete mit 51,2 Schäden eine höhere Quote. Die meisten versicherungsrelevanten Überschwemmungsschäden gab es in Berlin (12,6 Schäden pro 1.000 Verträge) und Mecklenburg-Vorpommern (10,9). Betrachtet man die Höhe der Sachschäden durch Stürme, Hagel und Starkregen, mussten die Versicherer in Bayern am meisten bezahlen – hier waren es 675 Millionen Euro. Dahinter folgen Nordrhein-Westfalen (348 Millionen) und Hessen (208 Millionen). Sachsen liegt mit 119 Millionen Euro auf Rang sechs dieser Statistik.

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Immense Kosten durch Hagel

Welch zerstörerische Kraft einzelne Sturmtiefs entwickeln können, zeigte sich vor allem im März: Während des Durchzugs von Dragi und Eberhard seien bundesweit Sachschäden in Höhe von einer halben Milliarde Euro entstanden, sagte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Den Kfz-Versicherern bescherte dagegen eine Hagelserie zwischen dem 3. und 12. Juni immense Kosten. Der Verband arbeitet inzwischen mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) daran, das exakte Hagelrisiko für bestimmte Regionen genauer zu bestimmen. Im Zuge des Klimawandels bestehe die Tendenz zu schwereren Hagelunwettern, so Andreas Becker vom Referat Niederschlagsüberwachung des DWD.

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Angesichts der zu befürchtenden Zunahme extremer Wetterereignisse rät der GDV, eigenes Hab und Gut möglichst umfassend abzusichern. Passiert ist das bislang nur teilweise. Zwar gibt es für fast alle Wohndomizile Policen, in denen Sturm- und Hagelschäden mitversichert sind. Elementarrisiken wie Starkregen oder Hochwasser sind dagegen oft nicht eingeschlossen. Ende 2019 gab es laut Verband erst in 45 Prozent aller Gebäudeversicherungsverträge den entsprechenden Zusatzbaustein. In Sachsen haben erst 48 Prozent aller Haushalte eine Versicherung abgeschlossen, die auch Schäden durch Hochwasser und Starkregen abdeckt.

>>> Der komplette GDV-Report

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