merken
PLUS Freital

Neue Straßen ins Wilsdruffer Wohngebiet?

Anwohner der Nossener Straße möchten, dass das Rathaus weitere Verbindungen in die Innenstadt schafft. Doch der Bürgermeister lehnt ab.

Einige Einwohner des Wohngebietes an der Nossener Straße möchten, dass der Weg zum Gartenweg geöffnet wird. Der Bürgermeister lehnt das ab.
Einige Einwohner des Wohngebietes an der Nossener Straße möchten, dass der Weg zum Gartenweg geöffnet wird. Der Bürgermeister lehnt das ab. © Daniel Schäfer

Das neue Wilsdruffer Wohngebiet "An der Baumschule" ist so gut wie bebaut. Nun gibt es vermehrt Anfragen von Bürgern, die es gern über zwei weitere Straßen mit der Wilsdruffer Innenstadt verbinden möchten. Darüber informierte Bürgermeister Ralf Rother (CDU) in der jüngsten Stadtratssitzung. Dort forderte auch AfD-Stadtrat Tobias Fuchs die Verwaltung auf, hier tätig zu werden.

Die Idee dahinter: Durch die Öffnung von zwei weiteren Verbindungen würde die bisher einzige Zufahrt, die Straße "An der Baumschule", entlastet. Das dürfte vor allem den Wilsdruffern entgegenkommen, die an dieser Straße wohnen und sich schon seit längerer Zeit über Auto- und Transporterfahrer beschweren, die hier mit überhöhter Geschwindigkeit langfahren. Schon mehrmals war es zu gefährlichen Situationen gekommen, die von den Anwohnern dokumentiert wurden.

Arbeit und Bildung
Alles zum Berufsstart
Alles zum Berufsstart

Deine Ausbildung finden, die Lehre finanzieren, den Beruf fortführen - Hier bekommst Du Stellenangebote und Tipps in der Themenwelt Arbeit und Bildung.

Bürgermeister lehnt die Vorschläge ab

Bürgermeister Rother lehnte die Vorschläge ab. Die Verwaltung wird eine Öffnung nicht initiieren, erklärt er. Zwar sei es möglich, das Wohngebiet auch vom Gartenweg zu erschließen. Dieser müsste aber vorher ertüchtigt werden. Auch eine Verbindung zum Birkenhainer Weg wäre möglich. Doch das war nie geplant, so Rother.

Der Rathauschef verwies zum einen auf die beschlossenen Bebauungspläne. In dem einen wird expliziert auf den Gartenweg eingegangen "als Verkehrsfläche mit besonderer Zweckbestimmung", erklärt er. Die Verbindung zum Gartenweg sei ein Fuß- und Anliegerweg. Mehr nicht. Ähnlich verhalte es sich mit dem Birkenhainer Weg. Auch dort war es nie geplant, eine Verbindung zum neuen Wohngebiet herzustellen. Auch das ist im Bebauungsplan für das Gebiet so fixiert.

Die Verbindung vom Wohngebiet an der Nossener Straße zum Birkenhainer Weg ist für Autos gesperrt. Und das soll aus Sicht der Stadt auch so bleiben.
Die Verbindung vom Wohngebiet an der Nossener Straße zum Birkenhainer Weg ist für Autos gesperrt. Und das soll aus Sicht der Stadt auch so bleiben. © Daniel Schäfer

Das habe man auch den Anwohnern des Birkenhainer Weges zugesichert. Mehrmals sprachen sie in früheren Stadtratssitzungen vor, erinnerte Rother. Jedes Mal habe er den Anwohnern erklärt, dass es keine Verbindung geben werde. Und daran halte er fest. "Die Anwohner des Birkenhainer Weges und des Gartenweges genießen auch Vertrauensschutz" erklärt er. Deshalb werde die Verwaltung hier trotz der Anfragen nicht tätig. Die Stadträte Mario Gnannt und Ines Siegemund (beide CDU) unterstützen die Position des Bürgermeisters.

Verkehrskonzept fürs Wohngebiet bleibt unverändert

Aus Sicht der Verwaltung spricht auch noch etwas anderes gegen die Öffnung. Da es immer wieder zu Unfällen und Staus auf der A 4 kommt, muss Wilsdruff weiter damit leben, dass der Umleitungsverkehr durchs Stadtgebiet - und hier vornehmlich über die Nossener Straße, die Wielandstraße, die Meißner Straße und den Sachsdorfer Weg - rollt. Würde man die Verbindungen öffnen, würden Auto- und Lkw-Fahrer versuchen, durch die Wohngebiete zu fahren, um schneller voranzukommen.

Die Verwaltung sieht deshalb keinen Grund, am Verkehrskonzept für das neu entstandene Wohngebiet etwas zu ändern. Dieses könne über die großzügig ausgebaute Haupterschließungsstraße "An der Baumschule" und mehrere Nebenstraßen gut erreicht werden. Da sich einige Anlieger nicht an vorgegebenen Geschwindigkeiten halten, habe die Stadt Schikanen errichtet. "Allerdings können diese das Fehlverhalten unvernünftiger Fahrzeugführer leider nicht vollständig kompensieren."

Weiterführende Artikel

Hier gilt nicht rechts vor links

Hier gilt nicht rechts vor links

Die Anwohner einer Wilsdruffer Straße machen sich Sorgen um die Verkehrssicherheit. Grund ist eine unübersichtliche Einmündung.

Raserei in Wilsdruff?

Raserei in Wilsdruff?

Das Rathaus reagiert auf Beschwerden der Anlieger. Es ließ nun Tempomessungen durchführen. Das Ergebnis überrascht.

Den Anwohnern im neuen Wohngebiet stellte er in Aussicht, dass mit dem geplanten Bau der westlichen Umgehungsstraße die Verkehrsbelastung durch die Autobahn sinken werde.

Mehr Nachrichten aus Freital und Wilsdruff lesen Sie hier.

Den täglichen kostenlosen Newsletter können Sie hier bestellen.

Mehr zum Thema Freital