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100.000 Euro von Porsche für Wilsdruff

Riesenfreude am Gymnasium: Es hat einen Wettbewerb des Autoherstellers gewonnen. Das Preisgeld wird gut angelegt.

Ganz im Glück: Kathy Horlacher, Ulrike Nawroth, Cornelia Fischer und Schulleiterin Katja Laetsch (von links) freuen sich, dass ihre Schule, die Ferry Porsche Challenge gewonnen hat.
Ganz im Glück: Kathy Horlacher, Ulrike Nawroth, Cornelia Fischer und Schulleiterin Katja Laetsch (von links) freuen sich, dass ihre Schule, die Ferry Porsche Challenge gewonnen hat. © SZ/Maik Brückner

Katja Laetsch und ihre Kolleginnen können es immer noch nicht fassen. Ihr Wilsdruffer Gymnasium hat bei einem Wettbewerb sage und schreibe 100.000 Euro gewonnen. Ausgelobt wurde dieser vom Autohersteller Porsche, der damit der Digitalisierung in den Schulen einen Schub geben möchte.

Dass ihre Schule beim Wettbewerb so gut abschneidet, hatte Katja Laetsch zwar gehofft. Doch wie gut die Chancen dafür waren, konnte sie nicht einschätzen. Denn immerhin hatten sich rund 300 Schulen aus Sachsen und Baden-Württemberg, den Ländern mit Porsche-Sitz, bei der Ferry Porsche Challenge beworben.

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Die Idee, sich bei diesem Wettbewerb zu bewerben, hatte Ulrike Nawroth, die Fachleiterin für die naturwissenschaftlichen Fächer. Sie entdeckte die Ausschreibung im Schulportal. "Das ist ein Thema, dass viele interessieren könnte", sagt sie. Denn das Gymnasium habe sich auf den Weg gemacht, sich intensiv mit den Themen Medien und digitales Arbeiten zu beschäftigen.

Technik soll besser genutzt werden

Ulrike Nawroth schlug vor, sich zu bewerben. "Es war so verlockend, dort mitzumachen, um Dinge anzuschieben, die wir immer schon machen wollten." Das ausgelobte Preisgeld war so hoch, dass man - sollte die Schule dabei erfolgreich sein - etwas damit anfangen kann. Auch als ein Gymnasium, das erst 2020 ein nagelneues, technisch sehr gut ausgestattetes Gebäude bezogen hat, das eigentlich wenig Wünschen offen lässt.

"Als neue Schule sind wir zwar digital hervorragend ausgestattet, doch die Herausforderungen, vor denen wir stehen, sind hoch", sagt die Fachleiterin. Mit dem Preisgeld ließen sich zum Beispiel Fortbildungen finanzieren. Und davon würden Lehrer und Schüler profitieren: "Wir könnten mit der Technik, die wir haben, besser arbeiten."

So der erste Gedanke. Weitere kamen im Laufe des Bewerbungsprozesses in den Gesprächen mit den Schülern und Eltern dazu, erzählt Kathy Horlacher, Englisch-, Französisch- und Ethiklehrerin. "Unser Auftrag am Gymnasium ist es, die Schüler nicht nur zum Abitur zu führen, sondern auch zu einer Reife, und das schließt auch eine digitale Mündigkeit ein." Die Schüler von heute sollen nicht nur Konsumenten digitaler Angebote sein, sondern auch Akteure - und das nicht nur in der Schule, sondern auch im Alltag und ihrem späteren Leben. "Sie sollen Dinge kritisch hinterfragen und nicht einfach blind alles schlucken, was sie über digitale Kanäle erreicht."

Vier Fachkabinette werden eingerichtet

Um diese Ziele zu erreichen, möchte das Gymnasium vier Räume einrichten, in denen die Schüler verschiedene Kompetenzen erwerben können und zu Campus-Creators werden, erklärt die stellvertretende Schulleiterin Cornelia Fischer. So sollen ein Film- und Tonstudio, ein Programmierstudio, ein digitales Labor mit verschiedenen Messgeräten und eine Werkstatt mit 3-D-Drucker und CNC-Fräse eingerichtet werden. Externe Experten von außerhalb sollen hier nicht nur Schüler, sondern auch Lehrer schulen.

Die neuen Fachräume sollen aber nicht nur den Gymnasiasten zur Verfügung stehen, so Cornelia Fischer. In einer späteren Phase sollen hier auch Schüler der benachbarten Grund- und Oberschule forschen und arbeiten können. Selbst Kindergartenkinder sollen eingebunden werden. "Sie könnten hier zum Beispiel Lieder singen, die digital aufgenommen und auf CD veröffentlicht werden." Das Gymnasium möchte später auch das Altersheim, Vereine der Stadt und interessierte Bürger einbinden.

"Nach der ersten Phase, in der wir Experten ins Haus holen, möchten wir in der Schule Medienscouts ausbilden", ergänzt Schulleiterin Laetsch. Diese Schüler sollen Wissen an andere Schüler, aber auch an Lehrer vermitteln." Dieser Rollenwechsel ist durchaus gewünscht. "Unsere Schüler sollen kreativ werden, sollen selbst Podcasts und Erklärvideos herstellen und produzieren", zählt sie Beispiele auf.

Das Gymnasium möchte zwar keine Zeit verlieren. "Doch jetzt müssen wir uns erst einmal vom freudigen Schock erholen, dass wir gewonnen haben", sagt Katja Laetsch. Nach den Sommerferien geht es los. Zunächst sollen die Räume vorgerichtet werden. Parallel dazu möchte sich das Gymnasium fachlichen Rat von außerhalb einholen. "Erste Kontakte dazu gibt es", sagt die Schulleiterin.

Schüler haben Auszeichnung mitverfolgt

Es gibt Unterstützer aus dem Stadtgebiet. Hilfe kommt aber auch von der Technischen Universität und der Sächsische Landes- und Universitätsbibliothek Dresden.

"Noch ist nicht alles zu Ende gedacht", sagt die Schulleiterin. Bis zum Montag habe keiner geahnt, dass man bei diesem Wettbewerb erfolgreich sein wird. "Wir haben gehofft, dass wir uns gut platzieren und nicht nur nach Stuttgart gefahren sind, um anderen zu applaudieren." Diese Hoffnung hat sich unter großer Anteilnahme der Schüler erfüllt. Denn die haben die Auszeichnung am Bildschirm in der Aula mitverfolgt.

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