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„Wir sind die neuen Betreiber des Italienischen Dörfchens“

Nach 25 Jahren hat der Wirt einer der bekanntesten Gaststätten in Dresden aufgehört. Aber auch die neuen Chefs in dem Traditionshaus sind keine Unbekannten.

Maik und Janet Kosiol widmen sich einer neuen Herausforderung.
Maik und Janet Kosiol widmen sich einer neuen Herausforderung. © Sven Ellger

Ritterschlag oder Genickbruch. Diese zwei Optionen sieht Maik Kosiol. Er ist der neue Betreiber des italienischen Dörfchens. „Entweder, es läuft richtig gut oder geht gründlich schief“, sagt er mit einem Schmunzeln. Ab 1. Februar übernimmt er das Traditionshaus von Wirt Uwe Wiese. Dieser gibt nach 25 Jahren auf. Die offizielle Begründung: Seine beiden Mitgesellschafter wollen aus Altersgründen nicht mehr.

Mit Maik Kosiol übernimmt jetzt ein erfahrener Gastronom das Haus am Theaterplatz. Gemeinsam mit seiner Frau Janet betreibt er außerdem die Elbterrasse Wachwitz, das Brunetti, das Kitzo Alpenstüberl und das Luckner Parkrestaurant. Diesen Laden schließt er allerdings zum 15. Februar. Mit seinem kompletten Personal von dort zieht er ins Italienische Dörfchen. „Wir wollen dem Restaurant wieder neues Leben einhauchen und für jeden Geschmack etwas bieten“, sagt der 52-Jährige.

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Für das Traditionslokal am Theaterplatz hat er sich einiges vorgenommen. In drei verschiedene Bereiche soll es geteilt werden. Umbauen darf er so gut wie nichts - das Haus steht unter Denkmalschutz.

Übergangslos am 1. Februar will er den Betrieb von Wiese übernehmen und erst mal eine klassisch-deftige Karte anbieten. In den linken Flügel des Gebäudes soll ein Schankhaus einziehen. Mit dem passenden Bier dazu. „Passend zum Bier soll es die schon damals beliebten Gerichte wie Eisbein und Linsensuppe geben“, so Kosiol.

Im mittleren Bereich setzt das Ehepaar Kosiol auf neue und frische Ideen und holt sich im Franchise-Prinzip das Konzept vom Café Milchmädchen in Haus. Im Kaffeehaus soll es täglich von 8 bis 18 Uhr Frühstück sowie Kaffee und Kuchen geben. „Damit wollen wir auch junges Publikum anlocken“, so Kosiol. Mitte April soll es in dem Café losgehen. Einen Milchmädchen-Laden gibt es bisher schon in der Nähe des Hygiene-Museums.

Im Obergeschoss des italienischen Dörfchens will Kosiol einen Ableger seines italienischen Restaurants Brunetti eröffnen: das Brunetti Centro. Natürlich mit italienisch-mediterraner Küche. „Wir wollen ein Treffpunkt für die Dresdner werden, nicht nur für Touristen“, sagt er. Daher soll eine Terrasse auf der Seite des Theaterplatzes mit Blick auf die Semperoper entstehen. Die Terrasse mit Elbblick bleibt ebenso erhalten.

Maik Kosiol freut sich auf die neue Aufgabe, hat aber auch Respekt vor der Herausforderung. Außerdem kennt er auch er die Sorge vieler Gastronomen. Die fehlenden Köche und Kellner. Er ist noch auf der Suche nach Unterstützung. Intensiv sucht das Ehepaar nach Personal auch auf internationalen Jobportalen wie aus Tschechien. Wie viel Geld er genau in das italienische Dörfchen investiert, will er nicht verraten. Um möglichst viele Gäste in seine Läden zu locken, hat er eine eigene Vorteilskarte entwickelt. Zwei Gerichte zum Preis von einem – so ist das Prinzip.

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Maik Kosiol hatte schon im Januar 2018 Großes vor. Der Name stand bereits fest. Brunetti an der Frauenkirche sollte sein Restaurant heißen. Innerhalb von vier Wochen verwandelte sich der Traum von einem eigenen Laden am Neumarkt für das Ehepaar Kosiol in einen Albtraum. Janet und Maik Kosiol hatten das insolvente italienische Restaurant Piazza Nova ab Neujahr übernommen. Einen Monat später, am 8. Februar, war das schon wieder Geschichte und das Lokal geschlossen, weil sich die Verwaltungsfirma generell gegen die Gastronomie entschieden hatte. Vor Kurzem eröffnet im ehemaligen Piazza Nova der Flagship-Store von Meissner Porzellan.