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Bauen und Wohnen

Energiewende: Der Weg der Windenergieanlagen

Windräder stehen geradezu symbolisch für die Energiewende in Deutschland, verändern sie das Landschaftsbild doch eindrücklich.

© PR: pixabay / Hans Linde

Der Schritt hin zur nachhaltigen Energiegewinnung ist mit einem hohen logistischen Aufwand verbunden, der sich nicht nur in der Entwicklung und Herstellung von Windkraftanlagen widerspiegelt, sondern auch ihrem Transport und Aufbau.

Seit der Proklamation der Klimawende und dem schrittweisen Ausbau erneuerbarer Energie sieht man sie deutschlandweit immer öfter auf den Straßen: Vornehmlich nachts transportieren riesige Lkws, eskortiert von orange-blinkenden Begleitfahrzeugen, riesige Flügel von Windrädern oder 20 bis 30 Meter lange Röhren, die zum Turm einer Windkraftanlage gehören. Auch wenn die weitere Vernetzung von Windkraftanlagen etwas an Fahrt verloren hat, Windräder stehen symbolhaft für die Energiewende und scheinen deutschlandweit allerorten aus dem Boden zu schießen. Dabei steckt hinter dem Aufbau einer solchen Anlage ein hoher logistischer Aufwand, müssen die Bauteile doch vom Werk zum künftigen Standort oft über mehrere Hundert Kilometer gelangen. Eine Herausforderung, bedenkt man die Größe von Windkraftanlagen. Ihre Nabenhöhen reichen inzwischen weit über 100 oder sogar 200 Meter, der Durchmesser der Rotorblätter beträgt 60 bis 130 Meter. Für den Transport sind derartige Dimensionen scheinbar unmöglich. Doch hier erweist sich das baukastenartige Prinzip der Windräder als Vorteil. Diese bestehen aus einem Turm, den Rotorblättern und einer Gondel, wobei der Turm in 20 bis 30 Meter lange Teile zerlegt werden kann.

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Sonder- und Schwerlasttransporte eine echte logistische Herausforderung

Dennoch fällt der Transport einer Windkraftanlage unter die Sonder- beziehungsweise Schwerlasttransporte, die einer Genehmigungspflicht unterliegen, da sie von den Vorschriften der Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) abweichen. Damit der Straßenverkehr zu den Stoßzeiten nicht gestört wird, sind Schwertransporte von Montag bis Samstag zwischen 9 und 15 Uhr erlaubt. Sind die zu transportierenden Güter breiter als 3,2 Meter, erfolgt der Transport nachts zwischen 22 und 6 Uhr. Bei den Sonder- oder Schwertransporten werden vier Arten unterschieden: Großraum-Transporte, Schwertransporte, Großraum- und Schwertransporte sowie Langtransporte, bei denen Güter eine Länge von über 20 Metern haben. Dazu zählen die Rotorblätter von Windkraftanlagen, die ab einer Länge von 35 Metern jeweils einzeln transportiert werden. Eine weitere Herausforderung ist die Blatttiefe, die bei 4,5-Mega-Watt-Anlagen 5,8 Meter beträgt, sodass die Flügel nicht unter Brücken hindurch transportiert werden können. Auch die Turmsegmente, insbesondere die unteren Turmteile, die einen Durchmesser von bis zu 4,2 Meter haben und Brücken ebenfalls nicht durchfahren können. Der Transport der Gondel zählt hingegen als Schwertransport. Das Gewicht der Maschinengondel kann je nach Windenergieanlage bis zu 70 Tonnen betragen.

Welche Fahrzeuge bewegen die tonnenschweren Anlagen?

Als Fahrzeuge kommen bei solchen Straßentransporten nicht nur Lkws zum Einsatz, sondern sogenannte modulare Plattformwagen. Diese können beliebig miteinander kombiniert werden und es gibt sie in unterschiedlichen Ausführungen hinsichtlich Tragfähigkeit, Höhe und Breite. Darüber hinaus verfügen sie über mehrere Achsen, sodass die Nutzlast der zu transportierenden Güter gleichmäßig verteilt werden kann. Für den Transport beispielsweise werden häufig diese SPMT Fahrzeuge von Kamag verwendet. Diese Self-Propelled Modular Transporter, sprich selbst angetriebenen Transporter, gibt es bereits seit den 1980er Jahren. Sie kommen dort zum Einsatz, wo besonders große und schwere Lasten transportiert werden sollen. Im Bereich der erneuerbaren Energien betrifft das etwa den Transport von Turbinen, wie Wasserturbinen, für die Energiegewinnung. Für Aufsehen sorgte beispielsweise im Frühjahr 2020 der Transport von zwei riesigen Gasturbinen zu den Stadtwerken München (SWM). Diese hatten ein Gewicht von 210 Tonnen und einen Umfang von 5x5 Metern. Wenn auch nicht nachhaltig, sollen die modernen Anlagen doch mit einem höheren Wirkungsgrad die Abgaswerte verbessern.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit dem externen Redakteur S. Tölz.

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