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Sachsen-Energie lässt Solaranlagen in Polen aufstellen

Der kommunale Energieversorger Sachsen-Energie aus Dresden lässt Strom im Ausland produzieren: Konzernchef Frank Brinkmann erklärt, warum er Solaranlagen in Polen nutzen will.

Von Georg Moeritz
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Die Sachsen-Energie trägt zur Energiewende in Polen bei: Das Dresdner Unternehmen investiert in Solaranlagen im Nachbarstaat.
Die Sachsen-Energie trägt zur Energiewende in Polen bei: Das Dresdner Unternehmen investiert in Solaranlagen im Nachbarstaat. © Symbolfoto: André Schulze

Dresden. Sonnenstrom aus Polen für ein sächsisches Unternehmen: Die Sachsen-Energie AG in Dresden kauft eine große Solaranlage in Polen und lässt außerdem drei neue in dem Nachbarstaat bauen. Konzernchef Frank Brinkmann sagte am Mittwoch in Dresden, das kommunale Unternehmen baue damit sein "zweites Standbein im Bereich der erneuerbaren Energien" aus.

Die Neuerwerbung von Sachsen-Energie besteht aus 16.500 Solarpaneelen in Barlinek in Westpommern. Dieser Solarpark bestehe aus zwei Teilen, die schon ans Stromnetz angeschlossen sind. Sachsen-Energie rechnet in Barlinek mit fast neun Gigawattstunden Stromproduktion aus Sonnenlicht pro Jahr. Damit könnten rund 4.000 Haushalte versorgt werden, und 6.000 Tonnen Kohlendioxid-Emissionen würden dank der Solaranlage vermieden.

Die Solaranlage in Barlinek hat eine Leistung von neun Megawattpeak, damit ist die maximal mögliche Leistung bei bestem Licht gemeint. Dieser Solarpark kann laut Sachsen-Energie auf 11,1 Megawattpeak erweitert werden. Die Dresdner kauften ihn fertig: Er wurde von der deutschen Goldbeck-Solar-Gruppe und dem Unternehmen Suncatcher Polska gebaut. Diese Firmen haben sich darauf spezialisiert, Solaranlagen zu planen und zu errichten. Der Kaufpreis wurde nicht genannt.

Solarparks in Niederschlesien für Sachsen-Energie im Bau

Noch größer als die fertige Solaranlage in Barlinek sind die drei Gebiete, die Sachsen-Energie erst noch mit Fotovoltaikmodulen bestücken lassen will: Sie haben zusammen eine Kapazität von 23,1 Megawattpeak. Dabei geht es um Flächen in der unmittelbaren Nachbarschaft Sachsens, in der westpolnischen Region Niederschlesien. Bereits im Bau sind die Solarparks Jawor mit zwölf Megawattpeak und Jelenia Góra mit 6,7. Sie sollen dieses Jahr noch ans Stromnetz angeschlossen werden. Im nächsten Jahr folgt laut Plan die Erweiterung Jelenia Góra 2 mit 4,4 Megawattpeak.

Um die Neubauprojekte kümmert sich im Auftrag der Sachsen-Energie die Aktiengesellschaft Onde. Sie ist laut Brinkmann in Polen der Marktführer in der Planung und im Bau von Infrastruktur für Wind- und Fotovoltaikanlagen. Onde gehört zur Erbud-Gruppe, einem polnischen Generalunternehmer, der auch in Deutschland und anderen westeuropäischen Staaten aktiv ist. Onde soll sich auch um die Regularien und die Inbetriebnahme in Polen kümmern, aber die Solaranlagen werden Eigentum der Sachsen-Energie.

Konzernchef Brinkmann: Fokus auf Projekte in Sachsen

Konzernchef Brinkmann sagte, der Fokus der Sachsen-Energie bleibe "die Entwicklung eigener Wind- und Solarprojekte in Sachsen". Doch er habe sich für den Schritt in Ausland entschieden, um die strategischen Wachstumsziele des Dresdner Konzerns zu erreichen "und perspektivisch bilanzielle Vorteile durch die geografische Lage weiter östlich zu nutzen".

Die Sachsen-Energie hat zu Jahresanfang das Geschäftsfeld Naturkraft gegründet. Es soll auf 100 Beschäftigte wachsen und dazu führen, dass der sächsische Konzern im Jahr 2040 vier bis fünf Terawattstunden "grüne Energie" mit eigenen Anlagen erzeugt. Die Sachsen-Energie gehört sächsischen Städten und Gemeinden und ist nach eigenen Angaben Ostdeutschlands größter Kommunalversorger.

Vor zwei Wochen hat die Sachsen-Energie das Dresdner Unternehmen Sunstrom GmbH gekauft, das mit 48 Beschäftigten Solaranlagen in Deutschland plant und aufbaut. Die Sachsen-Energie betreibt landesweit 26 Windenergieanlagen in sechs Windparks mit rund 67 Megawatt Gesamtleistung. Die Energie der Sonne wird mit 51 Fotovoltaikanlagen mit zusammen 17,4 Megawattpeak Leistung für die Stromerzeugung nutzbar gemacht. Auch Biogas- und Wasserkraftanlagen gehören zur technischen Ausstattung. Jährlich investiert der ostsächsische Kommunalversorger 100 Millionen Euro in den Ausbau der Erneuerbaren Energien.