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Der Donnerstag ist im Osten der beliebteste Einkaufstag

Verzicht, Markenwechsel, Sparen: Eine aktuelle Studie zeigt, dass 90 Prozent der Menschen anders einkaufen als vor der aktuellen Krise.

Von Sven Heitkamp
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Fast zwei Drittel der Menschen in Mitteldeutschland haben laut der Studie das Gefühl, dass „alles teurer“ geworden sei - und passen ihr Einkaufsverhalten an.
Fast zwei Drittel der Menschen in Mitteldeutschland haben laut der Studie das Gefühl, dass „alles teurer“ geworden sei - und passen ihr Einkaufsverhalten an. © Symbolfoto: Arvid Müller

Leipzig. Mehr noch als die Corona-Pandemie beeinflussen offenbar der russische Angriffskrieg in der Ukraine, die Energiekrise und die steigende Inflation das Einkaufsverhalten der Menschen in Mitteldeutschland: Fast alle Verbraucher reagieren inzwischen beim Lebensmitteleinkauf auf die aktuelle Wirtschaftslage, ergab die neue Mitteldeutsche Markenstudie von MDR Media.

Sie wird vom Institut für angewandte Marketing- und Kommunikationsforschung (IMK) in Erfurt erhoben. Laut der Umfrage sei der Anteil der Verbraucher, die ihr Kaufverhalten derzeit geändert haben, auf 90 Prozent gestiegen – nach 66 Prozent während der Corona-Zeit im vorigen Jahr.

Reagiert werde auf die Krise vor allem mit Verzicht auf manche Lebensmittel, mit Markenwechseln zu günstigen Alternativen und Sparen in anderen Lebensbereichen. „Es beginnt damit, dass man sich weniger besondere Lebensmittel gönnt“, sagte IMK-Geschäftsführer Sören Schiller am Donnerstag in Leipzig. „Es wird aber auch weniger weggeworfen, stärker auf regionale Marken ausgewichen oder insgesamt weniger eingekauft.“

Regionale Marken sind beliebt

Fast zwei Drittel der Menschen in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt haben laut der Studie das Gefühl, dass „alles teurer“ geworden sei. Ein gutes Drittel spricht von teilweisen Verteuerungen. War in früheren Jahren der Geschmack eines Produkts immer das wichtigste Kaufargument, haben sich laut der Umfrage die Prioritäten inzwischen verschoben. Ganz oben auf dem Einkaufszettel stehen nun Sonderangebote und Aktionen sowie Bonusprogramme.

Im Zuge der Krise erfreuen sich allerdings gerade viele regionale Marken einer wachsenden Beliebtheit. In der Studie wurden mehr als 100 Marken zu Werten wie Bekanntheit, Kauf, Treue und Sympathie bewertet. Fünf Preise gingen dabei nach Sachsen an die Marken

  • Nudossi
  • Radeberger
  • Bautz‘ner
  • Teigwaren Riesa
  • Lichtenauer.

Ur-Krostitzer erhielt einen Sonderpreis als Wachstumsmarke. Auch andere ostdeutsche Produkte wie Halberstädter, Leckermäulchen, Halloren, Rotkäppchen und Vita Cola wurden gekürt.

Bestätigt hat die Umfrage auch hartnäckige Klischees: Rentner erledigen ihre Einkäufe zu 52 Prozent am Vormittag. Zur gleichen Tageszeit sind es bei den Studierenden erst 26 Prozent. Der Donnerstag ist im Osten der beliebteste Einkaufstag.

Kaufland in Mitteldeutschland am beliebtesten

In der Woche werden knapp 100 Euro pro Haushalt oder 47 Euro pro Kopf für Lebensmittel ausgegeben. Jeder fünfte Verbraucher führt sogar ein Haushaltsbuch. Inzwischen nimmt auch der Kauf von vegetarischen und veganen Produkten zu.

Bei den beliebtesten Einkaufsketten behält Kaufland in Mitteldeutschland den Spitzenplatz vor Netto und Rewe. Edeka landete auf den vierten Platz. Bundesweit bleiben dagegen Aldi und Edeka auf den ersten beiden Rängen.

Befragt wurden für die inzwischen 13. mitteldeutsche Markenstudie von April bis Juni dieses Jahres 5.000 Verbraucherinnen und Verbraucher in Mitteldeutschland sowie 1.000 im gesamten Bundesgebiet. Sie ist die größte Verbraucherstudie Mitteldeutschlands.

Die Werbeexperten untersuchen dabei jedes Jahr das Einkaufsverhalten der Menschen in der Region und die Bekanntheitsgrade ostdeutscher Marken.