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Immer mehr E-Autos in Sachsen

Im November kamen so viele E-Autos auf den Markt wie nie zuvor. Setzt sich der Trend trotz steigender Ladekosten und weniger Förderung im neuen Jahr fort?

Von Lucy Krille
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In Sachsen wurden um November so viele E-Autos zugelassen wie nie zuvor. Auch im kommenden Jahr rechnen Experten mit großer Nachfrage - obwohl der Umweltbonus ausläuft und die Kosten steigen.
In Sachsen wurden um November so viele E-Autos zugelassen wie nie zuvor. Auch im kommenden Jahr rechnen Experten mit großer Nachfrage - obwohl der Umweltbonus ausläuft und die Kosten steigen. © Symbolfoto: Paul Glaser/glaserfotografie.de

In Sachsen wurden im November 2.555 Elektroautos zugelassen – so viele wie nie zuvor. Fast jedes zehnte E-Auto in Sachsen ist in den vergangenen Wochen auf den Markt gekommen. Seit Januar wurden reichlich 16.000 Stromer zugelassen, das entspricht 51 Prozent aller Neuzulassungen. Damit liegt der Freistaat noch immer auf einem hinteren Platz im Bundesländervergleich. Doch auch in Sachsen verzeichnet das Kraftfahrt-Bundesamt derzeit eine Zulassungswelle.

Hersteller arbeiten zum Jahresende besonders viele Bestellungen ab, da der Umweltbonus 2023 zum Teil ausläuft. Im kommenden Jahr gibt es keinen Bonus mehr für Plug-in-Hybride. Die Fördersumme für reine E-Autos reduziert sich von maximal 9.000 auf maximal 6.750 Euro. Ab September 2023 können zudem nur noch Privatkunden Unterstützung beantragen.

Wegen Halbleiterengpässen und gestörter Lieferketten können die Hersteller jedoch nicht alle Aufträge vor Jahresende liefern. Der Vizepräsident des sächsischen Landesverbands Kfz-Gewerbe Michael Schneider kritisiert, dass der Förderantrag erst gestellt werden kann, wenn der Wagen zugelassen ist. Schneider wartet selbst seit Dezember 2021 auf einen Plug-In-Hybrid für seine Kfz-Werkstatt.

25 Prozent mehr E-Autos im kommenden Jahr

Die ersten Hersteller kündigten nun an, bei besonders langen Lieferzeiten einen Ausgleich für die entgangene Förderung zu zahlen. Nach Angaben einer VW-Sprecherin gibt es nur wenige Stornierungen, da auch andere Hersteller nicht schneller liefern.

Experten rechnen trotz der reduzierten Förderung weiterhin mit einer großen Nachfrage nach E-Autos. Daran würden auch die gestiegenen Anschaffungs- und Betriebskosten nichts ändern. Bei SachsenEnergie steigt der Preis für Ladestrom im neuen Jahr um sechs Cent, eine normale Ladung kostet dann 45 Cent pro Kilowattstunde. Zudem haben Hersteller die Preise für E-Autos seit Beginn der Förderung angehoben, nach Einschätzung von Experten, um ihren Teil vom Umweltbonus auszugleichen.

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Dennoch zeigt ein ADAC-Kostenvergleich vom Oktober, dass elektrisch betriebene Autos oft weniger Betriebskosten verursachen, da auch die Preise für Diesel und Benzin gestiegen sind. Zudem gleicht der Umweltbonus einen Teil der höheren Anschaffungskosten noch aus.

Michael Schneider rechnet damit, dass auch im neuen Jahr viele E-Autos gekauft werden, da es immer bessere Technologien gebe. Stefan Möller von der Leipziger E-Autovermietung NextMove rechnet für 2023 mit 25 Prozent mehr E-Autos in Deutschland im Vergleich zu diesem Jahr. Diesen Dezember könnten die Stromer das erste Mal die zulassungsstärkste Antriebsart sein.