Update Wirtschaft
Merken

Trauer um Komsa-Gründer Gunnar Grosse

Der Komsa-Gründer Gunnar Grosse ist tot. Sachsens Wirtschaftsminister und die IHK würdigten ihn als Vorbild für die Unternehmen in der Region.

 3 Min.
Teilen
Folgen
Die Wirtschaftsbranche trauert um Komsa-Gründer Gunnar Grosse.
Die Wirtschaftsbranche trauert um Komsa-Gründer Gunnar Grosse. © Robert Michael

Hartmannsdorf/Dresden/Chemnitz. Komsa-Gründer Gunnar Grosse ist im Alter von 83 Jahren verstorben. Wie das Unternehmen mitteilte, starb Grosse am 12. Januar nach kurzer schwerer Krankheit. "Wir sind unendlich traurig, dass Gunnar Grosse nicht mehr bei uns ist", so Pierre-Pascal Urbon, Vorstandsvorsitzender und Finanzvorstand der Komsa-Gruppe.

"Mit Gunnar verlieren unser Unternehmen und unsere Branche einen ihrer bedeutenden Wegbereiter. Gunnar war ein sehr eindrucksvoller Mensch, er war voller Weitsicht, Mut, Energie und Entschlossenheit, die Dinge anzupacken. Er war Vorbild und für viele auch ein guter Freund. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie. Er wird uns sehr fehlen."

In Schweden geboren, startete Gunnar Grosse mit Anfang 50 noch einmal neu durch. Er kehrte zu seinen familiären Wurzeln in Sachsen zurück und übernahm in Hartmannsdorf einen alten Bauernhof, den seine Familie viele Generationen lang bewirtschaftet hatte. Mit Aufsichtsrat Jürgen Unger und zwei weiteren Mitstreitern gründete er 1992 die heutige Komsa-Gruppe.

Grosse war Sachsens Unternehmer des Jahres 2013

Grosse entwickelte sein „Bauernhof-Startup“ zu einem der führenden Dienstleister der Informations- und Kommunikationstechnologiebranche Europas. Für sein Lebenswerk wurde er 2013 als „Sachsens Unternehmer des Jahres“ ausgezeichnet. Grosse zog sich 2017 aus dem operativen Geschäft zurück und saß bis zuletzt im Aufsichtsrat der Komsa-Gruppe.

Das Unternehmen ist heute mit 1150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der größte Vertriebs-, Marketing- und Dienstleistungspartner für globale Telekommunikations-Marken in Deutschland. Erst im vergangenen Jahr leiteten die Gründer die nächste Entwicklungsstufe für das Unternehmen ein, das künftig gemeinsam mit der britischen Westcoast-Gruppe den größten privaten Vertriebspartner für globale ITK-Marken in Europa formen will.

"Bis zuletzt hat Gunnar seine Erfahrung und sein ganzes Wissen in die Entwicklung unserer Unternehmensgruppe eingebracht", so Urbon. Ungebrochen war auch seine Neugier auf neue technologische Entwicklungen. Einen Satz habe Gunnar Grosse gegenüber dem Komsa-Team immer wieder betont: "Ich beneide Euch um Eure Zukunft."

Dulig: "Grosse legte Grundstein für sächsische Erfolgsgeschichte"

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) würdigte Grosse als weitsichtigen und mutigen Unternehmer, der den Grundstein für eine sächsische Erfolgsgeschichte gelegt habe. "Gunnar Grosse hat Komsa mit Kreativität, Beharrlichkeit und strategischem Geschick zu einem der größten Familienunternehmen Ostdeutschlands und einem der führenden Dienstleister der Informations- und Kommunikationstechnologien in Europa geformt. Dabei war er sich seiner sozialen Verantwortung stets bewusst", sagte Dulig.

Grosse sei ein Vorbild für künftige Unternehmergenerationen. "Mit Gunnar Grosse verliert die sächsische Wirtschaft eine hochgeschätzte Unternehmerpersönlichkeit und einen wunderbaren Menschen", sagte Dulig.

Auch die Industrie- und Handelskammer Chemnitz trauert um Grosse. Der Komsa-Gründer habe sehr früh soziale Standards für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie seiner Belegschaft gesetzt. Damit sei er Vorbild für viele Unternehmen in der Region gewesen. (SZ/lyk)